Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 1 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Isak hier anführen, zumal in sämtlichen Haggada-Ausgaben, die Abarbanel'sche Erklärungen anführen, dies mit großen Kürzungen und noch dazu mit einem fremden Namen: „Zeli Esch" geschieht. Die vollständige Erklärung unter dem Namen „Sewach Pesach" findet sich nur in der Eisenstädtischen Ausgabe der Haggada (New York, 5680—1920). Eine Frage, die zwar auch von anderen Erklärern aufgeworfen wird, die aber Don Isak als Fremdling und Einsamen besonders ergriff, ist die, weshalb die Einladungsformel, womit ein jeder Hausvater arme Leute zum Seder bitten soll, im Gegensatz zur ganzen Haggada, in aramäischer Sprache abgefaßt ist. Abarbanel meint: Die fremden armen Leute haben gewöhnlich die aramäische Sprache gesprochen. Man soll zu den Armen in ihrer Sprache, die andere Leute vielleicht nicht verstehen, reden, um sie nicht zu beschämen. In ähnlichem Sinne wird auch die schwierige Frage gelöst: weshalb wird in unserem Abschnitt die Mazzah wie in der Thora „Brot des Elends" genannt, obwohl dieser Abschnitt spätrabbinischen Ursprungs ist? Die Antwort lautet: Unseren Vätern hat man in Ägypten ungesäuertes Brot gegeben, ähnlich unserer Mazzah, weil dieses den Magen für lange Zeit sättigt und die Fronarbeiter daher viele Stunden ohne Nahrungsaufnahme arbeiten konnten. Am Pessach sind alle, arm oder reich, verpflichtet, dies Brot der Armut zu genießen. Wenn nun der Arme sich am Tische des Reichen befindet, dann fühlt er sich nicht beschämt, da sich ja auch der Reiche an diesem Feste seiner eigenen einstigen Armut erinnern muß. Und dies soll ein jeder Hausherr vor den geladenen Gästen offen bekennen. Der dritte Abschnitt „Awodim hojinu" enthält Schwierigkeiten, deren Lösung durch Abarbanel uns eine geistige Stütze werden kann. Die Haggada sagt: „Wenn Gott uns nicht aus Ägypten geführt hätte, so wären wir und unsere Kinder Diener des Pharao geblieben." Wie kann die Haggada das behaupten? Ist es doch möglich, daß sich das Volk entweder selbst befreit oder Pharao ihm die Freiheit geschenkt hätte! Und weiter der Haggada-Satz: „Wenn wir auch alle Weise, Verständige und Thorakundige wären, ist es uns dennoch geboten, von dem Auszug aus Ägypten zu erzählen." Weshalb werden diese Gelehrtentypen besonders erwähnt, wo doch die Thora keinen Unterschied kennt bei der Verpflichtung der Gebotserfüllungen zwischen Mensch und Mensch? Die Antwort ist: Ebenso wie heute, trotz aller Anstrengungen und aller Versuche, dem jüdischen Volke Hilfe zu bringen, die Tore der Länder überall vor ihnen verschlossen bleiben, war es auch im Lande Ägypten. Den Juden wurde durch die geographische Lage, durch die Macht des Königs und durch die Rücksichtslosigkeit des Ägyptervolkes ein Entrinnen aus eigener Kraft unmöglich. Alle Weisen, Kundigen und Gelehrten, die die Himmelssphären und die irdischen Verhältnisse genau kennen, ver- 13