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Zion · 1937-04-01 · 1 (4.1937) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
1 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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Abarbanel's Haggada-Kommentar. Ein Trost in unserer Zeit. Von Rabbiner Dr. A. Neuwirth, Berlin. Viele Familien, die sich diesmal zum Seder setzen, um in gewohnter fröhlicher Stimmung das Befreiungsfest zu feiern, werden hierbei der Verwandten, Freunde und Bekannten gedenken, die noch am letzten Seder-Abend unter ihnen weilten und nun, Tausende von Meilen entfernt, in fremden Ländern, in ungewohnter Umgebung, leben; ungewollt wird ein inneres Weh ihre Freude trüben. Und da ist es wohltuend, wenn wir die Trostgedanken eines Mannes, dessen Name und Persönlichkeit in der ganzen Judenheit gegenwärtig gefeiert und verherrlicht wird, auf uns wirken lassen, Gedanken, die ihn selbst stärkten, sein trauriges Schicksal, seine Einsamkeit und Fremdheit zu ertragen. Don Isak Abarbanel hatte die höchsten Ehren- und Vertrauensstellen in den verschiedensten Staaten bekleidet. „Wo gibt es", so erzählt er in seiner Biographie, „einen Schreiber, der meine Herrlichkeiten, meine Schätze, meine Kostbarkeiten und Ehrenstellen aufzeichnen könnte? Nun ist alles dahin geschwunden und, was noch mehr schmerzt, Frau und Kinder leben fern von mir im fremden Lande." — Und er selbst ist nach einem fremden Staate verschlagen und muß in Einsamkeit leben. „Nun weiß ich", so klagt Don Isak, „bald naht das Fest der Freude, wo einst Sklaven befreit und Fronarbeiter erlöst wurden; es ist bekannt, daß ich niemals allein mein Brot genoß: Weise, Gelehrte und Vornehme zierten meine Tafel. Heute stehe ich allein als Fremder, als Einsamer da. Den Schmerz und den Verlust all der Herrlichkeiten will ich durch ein Versenken und Vertiefen in das ewige Geistesgut, das uns .der Pessachabend darreicht, beseitigen. Eine Erklärung zu den einzelnen Stellen der Haggada soll alle, die trüben Herzens sind und gebeugten Gemütes, aufrichten und ihnen neue Hoffnung, neue Stärkung gewähren. Dies Opfer möge Gott an Stelle meiner früheren Gastfreundlichkeit annehmen." Die Erklärung zur Haggada erschien zum Pesaschfest des Jahres 1496 unter dem Namen „Sewach Pesach". Mehr als aller Feiern des Andenkens erfreut sich, nach einem Talmudwort, die Seele im Jenseits, wenn ein Wort Thora, das sie bei Lebzeiten gesprochen, nach dem Tode von den Nachkommen wiederholt wird. Ich will deshalb einige Stellen aus dem Kommentar zur Pessach-Haggada des Don 12

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