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Zion · 1937-04-01 · 1 (4.1937) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
1 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Weg des „P s c h a t" gehend — und nur an gewissen Stellen allegorisierend und symbolisierend2). 2. Die griechische Ubersetzung der „Siebzig", bekannt unter dem Namen „S e p t u a g i n t a" den Text buchstäblich auslegend. 3. Die halachisch-haggadischen M i d r a - s c h i m und die beiden T a 1 m u d e, die neben dem Weg des „Pschat" hauptsächlich den Weg des „Drasch" gehen, indem man einen gedachten bzw. überlieferten Inhalt in den Worten der Bibel wiederzufinden oder in sie hineinzutragen suchte3). Man wollte damit weniger einen Kommentar zur Heiligen Schrift schreiben, als diese vielmehr zur Begründung eines Gedankens benutzen. Überlieferung und jüdische Weltanschauung wurden in der Heiligen Schrift verankert. In jedem Worte, in jeder Silbe, ja in jedem Buchstaben suchte man eine besondere Bedeutung oder Belehrung. Auf Grund logischer, zum Teil überlieferter, hermeneuthischer Regeln wurden verschiedene Prämissen gezogen bzw. der Text der Bibel aus gedeutet. Auf diese Weise fußt die ganze Tradition auf der Heiligen Schrift und ist in ihr nachgewiesen oder gestützt, sowohl in bezug auf das Gesetz als auch auf sämtliche ethischkulturellen Anweisungen und Betrachtungen. 4. Der griechische Kommentar des Philo aus Alexandrien. Ohne den einfachen Sinn auszuschließen, suchte er meistens — unter dem Einfluß der von den Griechen ausgebildeten Gedankenkunst, die neue Philosophie in die alten Dichtungen, besonders des Homer, hineinzulesen — den tieferen heimlichen Sinn des Schriftworts und kommt so zur Allegorisierung und Psychologisierung der Erzählungen, sowie zur Symbolisierung der Namen. Das Konkrete wird in Ideen aufgelöst, Namen in ethische Begriffe, ja zuweilen findet eine Umsetzung ins Mystische statt. Der Weg ist offensichtlich der des „Drasch", wenn er auch in einer, von der üblichen abweichenden, bestimmten Richtung verläuft. Das Reale verliert seine Wirklichkeit, ganz anders wie bei den ethisch-hakchischen Draschoth, die immer von der Realität ausgehen und sie niemals verlassen4). 2) Vgl. die vorzügl. Arbeit von P. Churgin, Targum Jonathan to the Prophets, S. 9—51. 3) Vgl. M. L. Malbim, Einleitung zu syatr min nan Sa : nwnro minn .\wbn paiyai ainan »t?sa D'yaaiai crnaia *) I. Freudenthal, Hellenische Studien, S. 551, schreibt: „Die Allegorie der Alexandriner geht durchweg auf eine esoterische, mehr oder weniger mystische Welt, Person und Sachen alles wird in Ideen oder doch Gedankengänge aufgelöst. Demgegenüber bleibt die Agada oder die Auslegung der palästinensischen Midraschim bei der Welt des Realen stehen, die Personen bleiben Personen, den Erzählungen des Pentateuchs vom ersten Kapitel an wird bei aller Vergeistigung, Vertiefung ihres Inhalts nichts von ihrem eigentlichen Gehalt als Bericht von Geschehnissen genommen. — Vgl. auch W. Bacher Agada d. Tanaim (II. Aufl.) 143, 204, 207. — H. Vollmer, Vom Lesen und Deuten heiliger Schriften S. 3. — Leop. Low, Graphische Requisiten und Erzeugnisse bei den Juden I. S. 59. Die exklusive Pflege dieser Methode in Alexandrien, wo sie teils das Produkt spekulativer Bildung und Neigung, teils Nachahmung griechischer Philosophie war, welche den in den Gesängen Homers vorausgesetzten tiefen Sinn zu ergründen strebte. .. (Fortsetzung folgt.) 11

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