Mannheim
Compact Memory

Zion · 1937-04-01 · 1 (4.1937) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
1 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3133276-3139382-3139383--1159-3140680
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

oder stürzt zusammen. Durch den Geist der Exegese wächst der Tempel der Gotteslehre oder wird zerstört — und mit ihm die Welt des unverfälschten Judentums. Wie von der Thora gilt auch von der Bibelexegese das Wort unserer Weisen: D,V»KötM)V',,rnKao T\2 tPJWÄ Kinxn köo na Zahllos sind, besonders in unserer Zeit, die jüdischen Opfer, welche die verschiedenen abschüssigen Wege der Bibelexegese forderten, teils durch den Mangel an richtiger Führung, teils durch die Blendung von Irrlichtern aller Größen, hauptsächlich aber durch das Fehlen eines Weges, der zwar mit allen Mitteln moderner und wissenschaftlicher Technik in Angriff genommen, dennoch im Geiste der Offenbarung am Sinai, von wo er seinen Anfang nahm, ausgeführt und fortgesetzt wird. — Schon innerhalb der Heiligen Schrift, deren 24 Bücher in einer tausendjährigen Periode entstanden sind, lassen sich Spuren von Auslegungen verschiedener früherer Stellen nachweisen*). Die Beschäftigung mit Bibelexegese wird ausdrücklich erwähnt in Esra 7,10: „Denn Esra hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Lehre Gottes zu erforschen"; ferner: Nehemia 8,8: „Und sie lasen aus dem Buche aus der Lehre Gottes vor erklärend und den Sinn darlegend, und sie suchten den Sinn des Vorgetragenen zu erfassen." Aber bereits in allerfrühester Zeit tritt eine Zweiteilung der Auslegungsmethode offensichtlich in Erscheinung. Zwei Wege sind es, die hauptsächlich eingeschlagen worden sind; der eine will zur Erklärung des einfachenSinnes der überlieferten Textworte und Sätze, des sensus simplex, des „P s c h a t", führen, der andere sucht in das Dunkel eines verhüllten, versteckten oder hineinzulegenden Siünes vorzudringen. Dies ist der Weg der Aus - und Umdeutung, des „Drasch" in seinen verschiedenen Formen wie: Allegorie, Homiletik, Halacha, Mystik, Symbolik, Rationalismus u. a. m. Diese zwei teils parallel verlaufenden, teils ineinandergreifenden, teils systemlos durcheinandergehenden Wege finden wir bereits in den frühesten postbiblischen Schriften der Bibelexegese. Vier1) Monumentalwerke sind im Verlaufe einiger Jahrhunderte in Erez Israel und in beiden Diasporazentren Babylon und Aegypten entstanden, in deren Mittelpunkt die Bibel, ihr Text und ihre Ideenwelt, ihre Lehren und ihre Anordnungen stehen: 1. Die aramäische Übersetzung, bekannt unter dem Namen „Targum", zum Nutzen der palästinensisch-babylonischen Juden entstanden, hauptsächlich den *) Vgl. E. König, Hermeneutik der Bibel S. 6 ff.; Encyclopedia Judaica, Bd. VII s. v. Bibelexegese (v. Kaminka). *) Zur Klassifikation c-na vgl. W. Bacher, Die jüd. Bibelexegese vom Anfang des 10. bis zum Ende des 15. Jhd . 10

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.