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Zion · 1937-04-01 · 1 (4.1937) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
1 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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Gewiß ist der Kibbuz, in den ihr eure Kinder schickt, noch keine ideale jüdische Lebensform. Man hat dem Rausch der bündischen Gemeinschaft die Heiligkeitsordnung der jüdischen Familie als die einzig legitim jüdische entgegengestellt. Mit vollem Recht. Aber wenn man statt des Kibbuz schlechthin den toratreuen Kibbuz mit dem toralosen oder toraentfremdeten Elternhaus gegenüberstellt, dann kann die Frage nach der jüdischen Legitimität im Angesicht der tatsächlichen Gegebenheit nicht mehr gegen den Kibbuz entschieden werden. Wir besitzen bereits in Erez Israel solche von Torageist geformte und von echtem religiösen Leben erfüllte Kibbuzim, die trotz ihrer kibbuzischen Verfassung jüdisch legitimer sind als die Elternhäuser, aus denen viele ihrer Mitglieder stammen. Im übrigen wissen diese Kibbuzim selbst, daß sie in ihrer Form noch problematisch und in gewissem Sinne nur Versuche sind, stehen wir ja noch nicht am Ende der Entwicklung der soziologischen Lebensformen in Palästina. Man soll daher das bündische Leben, das eine sehr notwendige Reaktionserscheinung darstellt, bei aller berechtigten Kritik, nicht zum Maßstab religiöser Bewertung machen. Welches Elternhaus in der Galut gibt dem jungen Juden solche Möglichkeiten, das jüdische Gesetz zu erfüllen, Schabbat und Jomtow in umfassender Weise zu begehen, die jüdische Sozialethik kompromißlos durchzuführen wie das Leben im religiösen Kibbuz. Nicht aus romantischer Liebe zum Pflug fordern wir die Aiija unserer Jugend nach Erez Israel, nicht um des gesunden Geistes im gesunden Körper willen, nicht um der kulturellen Renaissance willen, sondern im Glauben an die Wiedergeburt der jüdischen Frömmigkeit. Nicht Schwärmerei und Begeisterung soll unsere Jugend nach Erez Israel führen, sondern die Liebe zur jüdischen Lehre und die Sehnsucht nach ihrer totalen Verwirklichung. Daher aber auch ist eine Ausbildung unserer Jugend zu fordern, wie sie etwa in der sogenannten „M ittleren-Hachscharah" des Bachad durchgeführt wird. Es ist erfreulich, daß hier sowohl, bei starker Betonung des jüdischen Wissens, eine intensive Schulung in allgemeinen Bildungsfächern (z. T. in Jeschiwa-Lernzeiten) erfolgt, als auch für die landwirtschaftliche und handwerkliche Berufsausbildung in hervorragender Weise gesorgt ist. Es wäre von unermeßlichem Segen für unsere Kinder, für unser Volk und für unser Land, wenn ein möglichst großer Strom schulentlassener Jugend sich in die Richtung einer solchen Ausbildung ergießen würde. Jüdische Eltern, seid euch der Verantwortung bewußt, die in eurer Entscheidung ruht. Sorgt dafür, daß aus dem harten Schicksal des „lech red", des „steige herab", aus dem wirtschaftlichen und sozialen Niedergang unserer Tage ein „lech ale", eine Ali ja, ein jüdischer Aufstieg werde. A. A. 8

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