Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 1 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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daß wir mit allen unseren menschlichen Kräften und mit dem Einsatz unseres Besten, unserer Kinder, den großen Gedanken des Aufbaues Palästinas unbeirrt verfolgen. Es ist ein alter Fehler unseres Volkes, allzu leicht ungeduldig und schwankend zu werden. Wir verstehen es oft nicht, unsere Positionen bis zum letzten Augenblick zu verteidigen und zu halten. Wir haben nach der Zerstörung des zweiten Tempels um des leichteren Lebens in den kommerziell entwickelteren Ländern willen den kargen, ausgemergelten Boden Palästinas preisgegeben. Wir waren nicht zähe genug, um uns die Heimat zu erhalten. Geben wir heute nicht wiederum Erez Israel voreilig preis. Wir bejahen den religiösen Sinn auch der Galut. „Uberall, wohin Israel zog, ging die Schechina mit ihm." Wer heute nicht in der Lage ist, seine Existenz für den Aufbau Palästinas einzusetzen, weil Beruf, Alter, Klima ihn daran hindern, oder weil er glaubt, seine jüdische Aufgabe in der Galut besser erfüllen zu können, ist jüdisch durchaus legitimiert. Aber unsere Jugend gehört nach Erez Israel. Das Werk, das dort im Entstehen ist, für das bereits Märtyrer geblutet und Zeugenschaft abgelegt haben, darf nicht im Stiche gelassen werden. Seien wir nicht kleinmütig angesichts der Schwierigkeiten. Wir haben in Treue für viele Vaterländer Blutopfer gebracht. Seien wir heroisch auch dann, wenn es einmal um unsere Sache geht. Es wird kein Opfer des Lebens, sondern nur der Einsatz des Lebens verlangt. Jüdische Eltern, ihr habt die Pflicht, eure Kinder dem jüdischen Volk zur Verfügung zu stellen. Das jüdische Volk aber konzentriert sich heute in der Idee und Wirklichkeit Palästinas. Die besten Reserven müssen heute an diese Front geworfen werden. Unsere Jugend ist der friedliche Garant des Aufbaus. Palästina proklamiert seinen Anspruch auf eine neue, auf eine niemals versiegende Jugendalija. Das Recht zu solchem Aufruf fließt allein aus der religiösen Konzeption einer neu zu verwirklichenden heiligen Gemeinschaftsordnung in Palästina auf der Grundlage der Tora. Nicht um der Aufrichtung einer jüdisch-nationalen Kultur willen, sondern um der Tora willen lohnt es, stark und gläubig zu sein in der Arbeit für Erez Israel. In den Ländern der Galut ist der Jude zu Gilgul ha Neschamot, zu einer Seelenwanderung in immer neuen Leibern und Verhüllungen verurteilt. Eine Entscheidung für eine weitere Galutexistenz unserer Kinder wird unsere Kinder nicht glücklicher machen, als wir es selbst sind. Abgesehen von allen unseren Erfahrungen der äußeren Labilität der jüdischenExistenz in der Galut — ein Schicksal, das zwar hart, aber vielleicht sinnvoll ist —, dürften wir die Chance nicht aus der Hand geben, unsere Kinder in der Atmosphäre einer hebräischen Welt aufwachsen zu lassen, die zwar noch nicht die messianische, aber in ihrem Ringen nach Gestaltung die edelsten Kräfte des jüdischen Volkes zu wecken imstande ist. Gebt euren Kindern die Möglichkeit, an der Formung der werdenden jüdischen Welt mitzuarbeiten, und diese Kinder werden gern dafür die Scheingeborgenheit der Galut eintauschen. 7