Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 4-5 (8.1936)
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprache läßt sich nicht schaffen, selbst im eigenen Lande nicht. Die Kultur ist das Gewordene schlechthin: Darum zum Schluß: Laßt die Kulturbünde Theater spielen und Konzerte geben, laßt sie jüdische Künstler anregen und in ihrem Schaffen fördern, laßt sie durch Programme jüdischen Inhalts und jüdischer Tendenz erzieherische Arbeit leisten und als „moralische Anstalt" ihre Volksaufgabe erfüllen, aber belastet sie nicht mit der Aufgabe, Synagoge, Schule und Haus zu ersetzen, die noch immer — hier und in Erez Israel — die einzigen Kulturträger sind. Brief aus Erez Israel. Chawerim Jekarim! Über Eure letzten Briefe und Berichte freuen wir uns sehr, besonders, weil wir aus ihnen sehen konnten, daß die Arbeit bei Euch vorwärtsgeht, und daß auch Euer 'Arbeitswille und Eure Arbeitsfreudigkeit nicht beeinträchtigt wird durch die äußeren Schwierigkeiten, die unsere Aufbautätigkeit in den letzten traurigen vier Monaten behindern- Ist es überhaupt nötig, daß ich Euch schreibe, daß auch wir uns nicht in unserem Aufbauwillen beirren lassen? Wissen wir hier doch, daß auf keinem Gebiet unserer Arbeit etwas ohne Schwierigkeit durchzuführen ist, daß sich immer Kräfte unserer Arbeit entgegenstellen, die manchmal unüberwindlich scheinen und über deren Überwindung man selbst staunt, wenn man nach einiger Zeit sieht, daß man schon viel weiter gekommen ist, daß die Schwierigkeiten von vor drei Monaten schon längst überwunden sind, und man heute vor anderen, ebenso großen, ebenso unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten steht, die dann nach kurzer oder längerer Zeit wieder als Kinderkrankheiten, die der Vergangenheit angehören, angesehen werden. Erez Israels Aufbauarbeit ist ein dauerndes Kämpfen mit sich entgegenstellenden Kräften, und um sie zu überwinden, sind wir da, wegen dieser Kämpfe ist unsere kampfesfreudige Jugend ins Land gekommen. Kampf schreckt uns nicht, auch zeitweise Niederlagen würden uns nicht schrecken, Mutlosigkeit nach einer Niederlage würde uns erschrecken, aber von ihr ist Gott sei Dank hier im Lande nichts zu bemerken. Ein gutes Jahr ist es her, daß wir unseren Kibbuz-Machane begründet haben. 30 Chawerim und Chaweroth haben sich zusammengeschlossen, um an einem Ort, in dem Mangel an jüdischer Arbeiterschaft war, gemeinsam in Pardessim zu arbeiten und gemeinsam zu leben. Der größte Teil unserer Chawerim war erst neu ins Land gekommen, kannte noch nicht die Schwere der Arbeit im Lande. Wohl waren sie in Deutschland in der Hachschara gewesen und hatten auch das Leben in einer Chewra kennengelernt, aber was wußten sie davon, wie Rücken und Schulter, Arme und Beine schmerzen nach 8—lOstündiger Arbeit mit der schweren Turia in der Sonnenglut des Sommers in Erez Israel? Was wußten sie von dem Arbeitspensum, das ein Poel in einem Orangengarten unter der 7