Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 4-5 (8.1936)
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Misrachi. Es bleibt uns noch übrig, einen Rückblick auf unsere eigene Arbeit zu werfen. Der Weltmisrachi begann das Jahr unter einem neuen Merkas, dem als Mann unseres besonderen Vertrauens Prof. Dr. Pick angehört. Noch läßt sich unter den ungewöhnlichen Umständen der Arbeit ein abschließendes Urteil nicht fällen, aber auch hier bahnt sich eine Konsolidierung der Kräfte an, so daß wir mit größerer Hoffnung in die Zukunft schauen. Im deutschen Misrachi war nach dem Ausscheiden des Vorsitzenden Alexander Adler eine Neubildung der Landeszentrale erforderlich. An ihrer Spitze stehen jetzt Dr. Grünberg und Dr. Sulzberge r. Manche erfreuliche Ansätze zur Belebung unserer Arbeit können wir schon buchen, nicht zuletzt hoffen wir, durch die Ausgestaltung des „Z i o n" und den Kreis der Freunde des religiösen Palästinaaufbaus der Idee des Misrachi eine weitere Basis zu geben. Die zahlenmäßig schwache Vertretung des Misrachi auf dem Delegiertentag der ZVfD. im Februar d. J., der in seinem Verlaufe der Bedeutung unserer Bewegung nicht gerecht wurde, muß uns ein Ansporn sein, unserer Idee einen strafferen, organisatorischen Unterbau zu verleihen. Ein erfreuliches Symptom ist auch die Zusammenarbeit mit der Gemeindeorthodoxie, die nach manchen vergeblichen Versuchen in diesem Jahre doch Früchte trug. Sogar mit der Austrittsorthodoxie konnte eine Verhandlungsbasis gefunden werden. In dieser Linie liegt auch der interessante Versuch einer Zusammenarbeit zwischen Hapoel Hamisrachi und den Poale Agudath Jisrael in Palästina. Zwar hat die Knessia Mechina der Agudath Jisrael, die im August in Marienbad tagte, dieses Einigungswerk durchkreuzt, doch gerade in diesen letzten Tagen erreicht uns ein Aufruf zur Schaffung einer thoratreuen Erziehungszentrale in Erez Israel, der von führenden rabbinischen Persönlichkeiten des Misrachi und der Agudath Jisrael unterzeichnet ist. Auch hier scheint gegenüber den retardierenden Kräften der Parteischablone der Gesundungsprozeß des thoratreuen Judentums Fortschritte zu machen. Viel verdanken wir auf diesem Wege dem neuen Oberrabbiner von Tel-Aviv, Raw A m i e 1, einem Mann von überragendem halachischen und agadischen Wissen, einer markanten Rabbinerpersönlichkeit, die sich den wenigen Gaonim unserer Zeit würdig zugesellen darf. Auch die Berufung Raw B r o d s auf den Rabbinersitz von Antwerpen begrüßen wir lebhaft. Mit einem letzten frohen Ausblick können wir diese Jahresrevue schließen. Die Juden der Welt atmeten auf, als die Entscheidung des Londoner Kabinetts bekannt wurde, daß die Pforten Palästinas nicht geschlossen werden und England nicht gewillt ist, der Gewalt zu weichen. Stark und fest steht unser Jischuw, von dessen Stimmung ein Brief in dieser Nummer ebenso sachlich wie erfrischend berichtet. 4