Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 3 (7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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sitzt. Die Komitees für religiöse Jugendali ja in Deutschland und Erez Israel wollten eine Erziehungsstätte schaffen, deren Aufgabe es sein sollte, eine dem Gesetz ergebene Landarbeiterschaft heranzuziehen, deren Gesetzestreue erwachsen soll aus der tiefen Kenntnis des Gesetzes und aus der E r - k e n n t n i s , daß das jüdische Volk nur durch das Leben in und mit der Tora sich bis zum heutigen Tage erhalten hat, und nur durch das Halten der Tora sein Fortbestehen und sein Wiederaufleben als Volk im eigenen Lande wird durchsetzen können. Die heranwachsende Jugend soll aber auch aus dem Studium der Tora erkennen, daß nur derjenige das Gesetz in seinem vollen Umfang halten kann, der in Erez Israel lebt, und daß produktive Arbeit des Juden auf seinem Boden eine besonders zu beachtende Mizwa darstellt, daß nicht nur die wirtschaftliche und politische, sondern auch die religiöse und kulturelle Zukunft des Judentums in Erez Israel auf das Engste verknüpft ist mit seinem Boden und der Arbeit auf ihm. Es soll also als Ziel dieser landwirtschaftlichen Erziehungsstätte nicht die Kenntnis der Tora und ihrer Vorschriften allein, sondern auch die aus dieser Kenntnis erwachsene Erkenntnis von der Richtigkeit und Verbindlichkeit derselben sein. Aus der Erfahrung, die wir in der religiösen Jugendbewegung in Deutschland gesammelt haben, konnten wir lernen, daß diese Erziehung nachhaltiger ist, wenn sie dem Jugendlichen nicht nur als dem Einzelindividuum gegeben wird, sondern ihm vermittelt wird als einem Glied einer festgefügten Gemeinschaft, einer Chewra. Das 'Gemeinschaftserlebnis des Erkennens der Wahrheit, das gemeinschaftliche Leben nach dem erkannten Ideal, die enge Verbundenheit aller gleichgesinnten und gleichgeformten Menschen, die Verantwortlichkeit Aller für die geistige und wirtschaftliche Arbeit und ihre Erfolge, gibt allen den starken Halt gegenüber der übermächtigen andersgesinnten und andersgeformten Welt und die Möglichkeit, sich ihr gegenüber zu behaupten. Das soll nicht bedeuten, daß die Entwicklung des Individuellen im Jugendlichen ausgeschaltet werden soll, wir wollen keine geistige Uniformierung, wir streben danach, daß jede Individualität zur Entfaltung kommt, aber nicht für sich selbst, den Einzelnen, sondern der Gemeinschaft dient und zu ihrer Bereicherung beiträgt. Die so gebildete Gemeinschaft nennen wir den „Kibbuz", die Sammlung der Kräfte für das gemeinsame Ziel. In diesem Sinn soll das Kfar Noar Dati mit seinem auf die Gemeinschaft gerichteten Erziehungsziel eine „kibbuzische" Erziehung geben. Hier soll naturgegebener Nachwuchs herangezogen werden für eine Reihe von kibbuzischen Siedlungen religiöser Einstellung. Dabei ist man sich klar darüber, daß nicht jeder, der hier die Ausbildungsjähre verbringt, sein späteres Leben in einem Kibbuz leben wird, aber wir hoffen und erwarten, daß auch diejenigen, die das Leben in einen anderen äußeren 5