Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 3 (7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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zucht. Die Ausbildung dort ist einwandfrei gut, die Möglichkeit, in Scheurim geistige Fortbildung zu bieten, ist ebenfalls gegeben, ein Nachteil besteht darin, daß es sich um eine städtische Ausbildung handelt, in der die Jugendlichen das Landleben, das doch ihr Erziehungsideal sein sollte, nicht kennen lernen. Es gibt zurzeit außer den beiden oben behandelten Punkten noch keine geschlossenen religiösen Siedlungen, die für Jugendalija in Betracht kommen. In Deutschland aber warten 3—400 Kinder zwischen 15 und 17 Jahren, die ohne Schwierigkeiten zur Ali ja kommen könnten, wenn sie auf ein religiöses Lebensmilieu verzichten. Um hier wenigstens einen kleinen Ausgleich zu bieten, hat man sich entschlossen, handwerkliche Ausbildungsstätten zu schaffen, die zwar mehr oder weniger in städtischem Milieu arbeiten, für die man aber jetzt dazu übergegangen ist, Wohngelegenheit in ländlichen Vorstädten zu finden, damit auch die dort Ausgebildeten die Bedingungen und die Atmosphäre ländlichen Lebens kennen lernen. So hat man bisher 46 Jugendliche zu handwerklicher Ausbildung in die Haifaer Gegend überführt, und im nächsten halben Jahr werden noch einmal ebensoviele in Tel-Aviv und in Haifa Unterkommen finden. Die Komitees für die religiöse Jugendalija sind sich aber bewußt, daß dies nur eine Aushilfslösung ist, und ihr Ziel bleibt unverrückt die Überführung sämtlicher Menschen der Jugendalija auf das Land. Es bleiben also rund 300 religiöse Jugendliche, für die zunächst nicht gesorgt werden kann. Für idiese Ausbildungsmöglichkeit und damit Ubersiedlungsmöglichkeit zu finden, ist gleichbedeutend mit der Rettung ebensovieler Seelen für die Tradition unseres Volkes. Um dieser Seelen willen muß etwas Neues geschaffen werden, aber nicht nur um ihretwillen allein, sondern auch, weil es nicht länger zu ertragen ist, daß der Aufbau unseres Landes weiter und weiter fortschreitet, und die Beteiligung des toratreuen Judentums daran verhältnismäßig immer geringer wird. Dieses waren die Überlegungen, die den Kreis der mit der religiösen Jugendalija beschäftigten Menschen den Plan fassen ließen, das Kfar Noar Dati erstehen zu lassen. Es gab bereits ein Jugenddorf in Erez Israel, das seit Jahren Kinder aus vielen Ländern, auch aus Erez Israel, zur Landwirtschaft erzieht, und das seine Existenzmittel aus Sammlungen in allen Teilen der Gola bezog. Die Idee, Kinder in der freien Luft Erez Israels heranwachsen zu lassen, in einer Gemeinschaft, deren Ziele eigene landwirtschaftliche Arbeit auf allen Gebieten dieses wichtigsten Berufes darstellt, spricht zu jedem Menschen, der Verständnis für den Aufbau von Erez Israel besitzt. So war es denn auch gekommen, daß viele der Förderer des Jugenddorfes Ben-Schemen durchaus auf dem Boden der jüdischen Tradition standen, obwohl die Erziehung und das Leben in diesem Dorf in keiner Weise den Vorstellungen entsprach, die ein das jüdische Gesetz bejahender Mensch von der jüdischen Zukunft be- 4