Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 3 (7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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der Wiederbelebung des jüdischen Volkes und Landes. Die Besten aus unserer Jugend haben diesen Willen, und die schönsten Früchte für die Gesamtheit erwachsen aus dieser Einstellung unserer Jugend. Viele Kinder folgen hierin dem Beispiel, das ihre Eltern ihnen bereits gegeben haben, deren GLebensideal als Zionisten sich durch Siedlung auf dem Boden der Väter verwirklicht hat. Die Verhältnisse der Gola haben es aber dazu gebracht, daß in den Kreisen des toratreuen Judentums viel weniger Menschen nach ihrer Übersiedlung nach Erez Israel den Weg auf das Land gefunden haben, als das bei den nicht religiös eingestellten Menschen der Fall ist. Die Hachschara auf dem Lande war für diejenigen, die Schabbath, Kaschruth und andere Mizwoth halten wollten, in der Gola so sehr erschwert, daß nur ein sehr kleiner Teil unserer Jugend sich draußen für die Landwirtschaft vorbilden konnte, und dadurch kam es, daß Hachschara der religiösen Jugend meistens Ausbildung in einer Stadt im Handwerk bedeutete, und naturgemäß gingen die Menschen dann nach ihrer Übersiedlung nach Erez Israel in die großen Städte, denn sie hatten hier mehr Gelegenheit zur Ausübung ihres gelernten Berufes als auf dem Lande. So fehlt unserer heutigen Jugend das Beispiel einer älteren, in der Landwirtschaft eingeordneten religiösen Gemeinschaft, es fehlt ihr aber auch die Möglichkeit, als Lernende oder als Arbeiter in national-religiöse Siedlungen hineinzukommen, sich ganz selbstverständlich einzuordnen in den Prozeß des Aufbaus des Landes an der Quelle nationaler Betätigung in einer religiösen Atmosphäre. Das gilt alles sowohl für die hier aufgewachsenen Kinder des religiösen Jischuw, als auch für die heranwachsende Jugend, die jetzt mit ihren Eltern ins Land kommt, und endlich auch noch für die bereits im arbeitsfähigen Alter ins Land kommenden jungen Menschen. In zwei verschiedenen Richtungen muß sich dieser bedauerliche Mangel bemerkbar machen: 1. Es gibt fast keine Möglichkeit, die jungen Menschen auf dem Lande unterzubringen; 2. aber, und das ist vielleicht noch verhängnisvoller für den religiösen Aufbau des Landes, es muß sich bei unserer Jugend der Gedanke festsetzen, als ob ein innerer Gegensatz bestehe zwischen religiöser Lebensauffassung und der Aufbauarbeit unseres Landes. Da ihnen aber dieser Aufbau doch als eine heilige Arbeit zur Erhaltung und zur Erneuerung des Volkes von den Tagen der Kindheit an ins Herz gewachsen ist, wählen viele in dem Konflikt zwischen Aufbau und Tora den Aufbau und vergessen, daß der Aufbau nur heilig ist, weil er ein Gesetz eben dieser Tora ist — denn es gibt nichts Heiliges neben ihr. Neue Wege müssen gesucht und gegangen werden, um dieses Übel an der Wurzel zu fassen. Siedlungen müssen geschaffen werden, in denen die eigene Arbeit des jüdischen Menschen auf seinem Boden denselben Platz einnimmt, wie bei allen anderen' Siedlern des Landes, in denen aber das Erkennen und Halten der 2