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Zion · 1936-06-01 · 1-2 (6.1936) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
8 (1936)
Issue
1-2 (6.1936)
Date
1936-06-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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Ein Name sollte Bände reden. Sage mir wie du heißt, und ich werde dir sagen, nicht nur wer du bist, sondern oft auch was mit dir und deiner Zeit passiert, wo du gelebt, was du erstrebt, was deine Eltern von dir erhofft, was für Vorstellungen deine Zeitgenossen gehabt, welche Sitten bei ihnen geherrscht, was sie betrübt und was sie erfreut hat. So dachten die Menschen des spekulativen Orients, gans besonders aber unsere Ahnen. Beredtes Zeugnis hiervon bietet uns im großen Ausmaße unsere Literatur mit der Bibel an der Spitze, sowie die verschiedenen Kulturdenkmäler der anderen stammverwandten Völker.3) Ein kurzer Ausflug in das Gebiet der hebräischen Onomatologie, mit dem Streben, die zu behandelnden Namen nicht bloß sozusagen, von außen zu sehen, sondern in die eigentliche Bedeutung derselben einzudringen, ihre Morphologie genau zu beachten, wird uns zeigen, welch immensen Ideenreichtum sie enthalten, wieviel Sinn, Gefühlsäußerung, Menschliches, Allzumenschliches, Gewordenes und Erhofftes in ihnen zum Ausdruck kommt; uns lehren, welche Bedeutung diese hebräischen Namen für die Erfassung der kosmologischen Auffassung Israels in früheren Zeiten haben. So meint auch A. Nestle in seinem Buche „Die israelitischen Eigennamen nach ihrer religionsgeschichtlichen Bedeutung" S. 27: „ . . . eben in den Eigennamen des (jüd.) Volkes haben wir einen treuen Spiegel seiner religiösen Vorstellungen und Bräuche". Die meisten jüdischen Namen aus dem Zeitalter der Bibel sind treue Zeugen jüdischen Erlebens, jüdischer Wesensart, jüdischer Sehnsucht, jüdischen Wollens und jüdischer Hoffnung. Diese Erkenntnis finden wir schon bei den Talmulweisen. Im Midrasch rabba zu Ruth, Kap. 2, 4 heißt es mo» enn rvn tkd »an (Rabbi Meir deutete die Namen der Bibel); dasselbe wird von Rabbi Iosua ben Karcha ausgesagt. Im Midrasch rabba zu Lev. 1,34) wird gesagt: «*? ^o» a*i Q»a x^yvm »am amaN «on 'an n1? p yenrp '-i Dß>a pn'D n .»nn1? xbx D'ö'n nan ]na (Rabbi Simon im Namen von R. Josua ben Levi und R. Chamma, der Vater des R. Hosea im Namen des Raw sagten: Die Bücher der Chronik (die ganze Kapitel bloßer Namen aufweisen) sind dazu bestimmt, gedeutet zu werden, d. h. daß man die in ihnen angeführten Namen analysiert und zu deuten sucht, worauf auch eine ganze Reihe von Namensdeutungen seitens verschiedener Tannaim und Amoraim angeführt wird. Interessant ist es, daß in früheren Zeiten — und zum Teil noch in unserer Zeit6) —, man diese Namensdeutungen in Talmud und 3) Vgl. Early, Babylonian Personalnames, 1905; Ranke, Die Personennamen in den Urkunden der Hamraurabbi-Dynastie, 1902. «) Vgl. auch Ruth rabba 2t. 5) Vgl. Gesenius, Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift S. 43. Ferner: 'xide> (tona nmaa nanya) b"*o 'as rwo vy dwiqq ,bx\ov nBD mav nwa Saa mn -iwan Sa* 4bxo bxv loa ('wooe») own nx *wao anian '-'y x \b ywb by Sma \x»b in by ix mann \vd~i v/dj? am -pna pn *on mpaa n^nno A Tiy.Aehnlich: Schulmann, Haschiloach 1899, S. 115, Anmerkung. 18

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