Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 1-2 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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der jüdischen Arbeitereinwanderung zeigten von neuem die Labilität unserer politischen Situation und trugen nicht zur Ermunterung der Kapitalisten und Unternehmer bei, ihr Kapital in diesem Augenblick zu investieren. Als weiterer nicht unerheblicher Faktor kam die Baisse auf dem Orangenmarkt hinzu. Die Preise für diesen wichtigsten Exportartikel Palästinas, dessen Produktion Tausende von jüdischen Arbeitern beschäftigt, sanken auf ein Maß, das die bisher gekannte Rentabilität dieses Zweiges bedrohte, so daß die Pläne zur Vergrößerung der Pflanzungen vielerorts zurückgestellt wurden. All diese Momente führten zu einer nicht unerheblichen Arbeitslosigkeit im Lande. Wenn auch, an absoluten Maßstäben gemessen, die Zahl der unbeschäftigten und nicht voll beschäftigten Arbeiter bei weitem nicht so groß ist, wie dies in vielen europäischen Ländern der Fall ist, so ist doch die Situation des Betreffenden sehr viel schlechter, da es in Erez Israel keinerlei staatliche Institutionen gibt, die den Arbeiter in Zeiten der Arbeitslosigkeit unterstützen. Naturgemäß ist die Arbeitslosigkeit in erster Linie im Baugewerbe und in den Städten zu spüren. In den Moschawot konnte sie durch den saisonmäßig erhöhten Bedarf an Arbeitskräften während der Ernte einigermaßen ausgeglichen werden. Die landwirtschaftlichen Siedlungen, die Kibbuzim und Moschwe-Owdim sind nicht von ihr betroffen. Hier ist von der Krise nicht viel zu spüren. Mit besonderer Deutlichkeit zeigt die gegenwärtige Situation, daß die Landwirtschaft, die Kibbuzim und Moschwe-Owdim der gesündeste und krisenfesteste Teil der palästinensischen Wirtschaft sind, und wenn auch die Menschen in all diesen Siedlungen vielleicht nicht geringere Sorgen um den Aufbau ihrer Meschakim haben, so ist doch das Gefühl der Bodenbeständigkeit und der Verwurzelung im Lande so stark und beglückend, daß es über alle Sorgen hinweghilft. Heute mehr denn je wird es auch für die, die es bisher nicht verstanden, deutlich, daß die feste Basis der jüdischen Zukunft in Erez Israel nur die Landwirtschaft sein kann und daß ihrem gesunden Aufbau die besten Kräfte gewidmet werden müssen. Aber die jüdische Wirtschaft Erez Israels ist heute nicht mehr so schwach, daß sie sich mit einer gegebenen Situation einfach abfinden müßte. Sie ist heute schon entwickelt und kräftig genug, um von sich aus eigener Initiative zu entfalten, der Situation zu begegnen und alle im Jischuw vorhandenen Mittel zu aktivieren. Es hat sich auch hier wieder gezeigt, daß es die Arbeiterschaft Erez Israels war, die allen anderen Kreisen voranging und ein konstruktives Programm zur Arbeitsbeschaffung ausarbeitete und durchzuführen beginnt. Unter diesem Eindruck beginnen allmählich auch: andere Kreise in diesem Sinne zu wirken. All diese Aktionen haben bisher schon einen nicht unerheblichen Erfolg aufzuweisen. Es ist gelungen, die wenn auch verminderte Alij ah in den Wirtschaftskreis einzugliedern und gleichzeitig auch die Zahl der vorhandenen Arbeitslosen erheblich zu verringern. Diese Initiative wird aber nicht ausreichen, die palästinensische; 15