Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 1-2 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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einer Zeit, wo es darauf ankommt, durch das Beispiel zu zeigen, daß Festhalten an dem alten Väterideal in keinem Gegensatz steht zu der Forderung des Aufbaus unseres Landes mit eigenen Händen unter Einsatz der eigenen Persönlichkeit. Das ist auch der Grund, weshalb so viele unserer Freunde uns verlassen haben, um nach Erez Israel zu gehen, weshalb wir so arm an führenden Menschen geworden sind. So ist auch Alexander Adler, der langjährige Vorsitzende unserer Landeszentrale, nach Erez übersiedelt. Es ist uns allen, die wir nunmehr die Geschicke des deutschen Misrachi zu leiten haben, ein aufrichtiges Bedürfnis, ihm an dieser Stelle, an der er oft das Wort ergriffen, für seine hingebungsvolle unermüdliche und anfeuernde Tätigkeit für unsere heilige Sache herzlich zu danken und ihm für seine weitere in gleicher Richtung verlaufende Arbeit Glück und Gelingen zu wünschen. Unsere Arbeit muß in verstärktem Umfange weitergehen. Gerade in dieser Zeit, wo so viele unserer Brüder und Schwestern im Innersten aufgewühlt worden, wo alte Vorstellungen und Anschauungen ins Wanken gekommen sind, gilt es zu zeigen, daß der Jude, der fest in seinem Glauben an den ewigen und gerechten Gott wurzelt und treu zu seinem Volk steht, unerschüttert durch alle Stürme seinen ihm durch Gottes Gesetz gezeichneten Weg geht. Das ist der Weg des Misrachi. Die Landeszentrale des deutschen Misrachi grüßt alle ihre Freunde, wo es immer sei, mit dem alten Rufe des Pessachfestes nifrawannan ravb. Dr. Paul Sulzberger. Pessach Von Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann, Frankfurt a. M. Das Pessachfest hat eine besondere Stellung in der Reihe unserer biblischen Feste. Es ist das erste und älteste Fest, das die jüdische Gemeinschaft begehen durfte. Es ist das Fest unserer nationalen Geburt, unserer Volkswerdung. Als solches mußte es mit der schöpferischen Kraft ausgestattet werden, aus dem erlösten Sklavenvolk ein innerlich freies Volk zu machen, ein für das Höhere und Ideale aufgeschlossenes Volk, das sich bereit fand, durch Wüsten zu schreiten, dem Sinai und Erez Israel entgegen. Aus welchen Quellen strömte unserem Feste diese schöpferische Kraft zu? Welches waren seine, das jüdische Volk aufbauenden Gedanken und Lehren? I. Das überwältigende Erlebnis der Pessachnacht in Mizrajim war die von jedem jüdischen Menschen empfundene Gottesnähe. Un-