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Zion · 1936-06-01 · 1-2 (6.1936) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
8 (1936)
Issue
1-2 (6.1936)
Date
1936-06-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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es mit ihrer jüdischen Gesamtverantwortlichkeit vereinbaren zu können glauben, auf die religiöse Tradition, sei es in bezug auf Sabbatruhe oder Speisegesetze, keine Rücksicht nehmen zu brauchen. Wir hoffen, daß das Beispiel der unserem Kreise angehörigen Menschen und die Selbstverantwortung der anderen diese beklagenswerten Zustände bald ändern wird. In der letzten Zeit bemerken wir eine gesteigerte Tätigkeit der A g u d a in ihrer Palästinaarbeit. So sehr wir es begrüßen, wenn die Aguda in ihrem Kreise die bisher vernachlässigte Arbeit für den Aufbau des Landes intensiver betreibt, so müssen wir uns doch dagegen wenden, daß außerhalb der Aguda stehenden Menschen gegenüber eine Propaganda getrieben wird, in welcher die Grenzen verwischt werden, und der Anschein erweckt wird, erst die Aguda habe religiöse Aufbauarbeit eingeleitet, nur sie könne sie erfolgreich betreiben. Jeder der Erez Israel bereist hat, kennt doch die Unrichtigkeit einer solchen Darstellung und weiß, daß bis vor kurzem von religiösen Kräften nur der Misrachi konstruktive Tätigkeit entfaltet hat. Deshalb wird die Aguda aus dem zionistischen Lager positive Unterstützung nicht erwarten dürfen, denn jeder Zionist und besonders der Misrachist vertritt den Standpunkt, daß der Platz der nicht durch die Austrittsideologie befangenen gesetzestreuen Menschen im Lager des den — Gedanken bejahenden Misrachi ist, damit sie hier im Rahmen der das ganze Volk erfassenden zionistischen Bewegung für die Durchsetzung des religiös-Aiationalen Ideals mitkämpfen können. In der kürzlich vollzogenen Neugründung der „Vereinigung thoratreuer Juden" kann der Misrachi für sich eine Notwendigkeit nicht erblicken, denn was diese Vereinigung erstrebt, will auch der Misrachi, ja er will noch mehr. Das Programm dieser Vereinigung könnte also auch im Rahmen der Misrachiarbeit der Verwirklichung zugeführt werden. Der Misrachi ist aber doch bereit, eine gemeinsame Front mit den nichtzionistischen Gesetzestreuen zwecks Erfüllung bestimmter Aufgaben aufzurichten, weil er hofft, durch eine Zusammenfassung aller Kräfte der Arbeit für die religiösen Belange eine größere Stoßkraft zu geben, und des weiteren, weil er in dieser Zusammenarbeit die Möglichkeit sieht, neue, auf gesetzestreuem Boden stehende Menschen für die Erez-Israel-Arbeit zu gewinnen und zu aktivieren. Vielleicht wird auch diese Zusammenarbeit im Laufe der Zeit dazu führen, daß jetzt noch außerhalb def, Misrachiorganisation stehende Menschen unserer Geistesrichtung dem Misrachi beitreten und ihre Kraft für die Verwirklichung des umfassenden misrachistischen Programms einsetzen. Ueber all der Arbeit für den Tag hier dürfen wir nicht vergessen, daß der Einsatz unserer Kräfte für den Aufbau eines religiösen Erez Israel immer und immer verstärkt werden muß. Wie viel ist dort noch zu leisten! Und wie wenig kann man mit Reden schaffen in 2

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