Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 1-2 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Rückblick und Ausblick Das bedeutsamste Ereignis im innerzionistischen Leben Deutschlands der letzten Monate war der Jubiläums - Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Ganz abgesehen davon, daß diese Veranstaltung nach außen Zeugnis von dem außerordentlichen Wachstum, der Macht und dem starken Wollen der zionistischen Bewegung ablegte, konnte sie durch organisatorische Maßnahmen eine Konsolidierung der Arbeit herbeiführen. Die Tagung hat in bestimmtester Form die bereits vorher erhobene zionistische Forderung nach maßgebender Beeinflussung der jüdischen Gemeinden und zentralen Organisationen mit Recht erneut aufgestellt. Dadurch erwächst dem Misrachi eine verantwortungsvolle Aufgabe. Seine Pflicht ist es, besonders in der Gemeinde darauf hinzuwirken, daß diese Körperschaft nicht in der Bewältigung jüdisch-politischer, sozialer und wirtschaftlicher Aufgaben ihre Haupttätigkeit erblickt, sondern daß sie nach wie vor als wahre swvip nSnp Brennpunkt des jüdisch religiösen Lebens bleibt. Da die jüdischen Gemeinden in ihrer idealen Form geradezu Musterbeispiele religiös-nationaler Körperschaften darstellen, so sind, soweit Zionisten neu in die Verwaltungskörper eintreten, die Misrachisten in erster Linie als Führer der Gemeinden berufen. Es gilt, diesen Anspruch unseren allgemein - zionistischen Gesinnungsfreunden gegenüber mit Nachdruck zu vertreten. In der Schulpolitik müssen wir unsere ganze Kraft dafür einsetzen, daß die neu zu errichtenden Schulen vom religiös-nationalen Geist erfüllt werden. Es genügt nicht, daß in jüdischen Schulen nur hebräische Sprache, jüdische Geschichte und Religionskünde gelehrt wird, vielmehr muß die religiöse Tradition des jüdischen Volkes jedem Schüler nahegebracht werden. Dies kann natürlich nur eine Mindestforderung sein. Für Menschen unserer religiösen Einstellung wie überhaupt für alle diejenigen, die ihren Kindern eine religiös-nationale Erziehung angedeihen lassen wollen,, müssen wir Schulen fordern, deren Erziehungsideal bestimmt ist durch das jüdische Gesetz, deren Lehrer selbst auf dem Boden dieses Gesetzes stehen, und in welchen die Schüler nicht nur mit der jüdischen Tradition vertraut gemacht, sondern mit ihrem Geist erfüllt werden. Mit Recht hat Rabbiner Dr. Hoff mann auf dem Delegiertentag; darauf hingewiesen, daß es uns mit tiefer Trauer erfüllt, wenn wir sehen, daß viele nicht dem Misrachi angehörige Hachscharastätten t