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Zion · 1935-08-01 · 7-8 (8.1935) · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
7-8 (8.1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 50 (sequence 16)
Language
German
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Seite 50 ZION Nr. 7*8 Aus der Bewegung. Berliner Misrachi-Gruppe. Die Sommermonate, die aus verschiedenen Gründen für größere Versammlungspropaganda in Berlin kaum in Frage kommen, wurden für uns in intensivster Weise für Umorganisierung des Büros und stärkere Aktivierung unserer Mitglieder ausgenutzt. Vor allem gelang es dank dem zielsicheren Durchgreifen unseres Herrn B. Bender, unsere Finanzlage völlig zu sanieren und der kommenden Winterarbeit, für die ein großzügiges Programm ausgearbeitet wurde, eine gesunde Grundlage zu schaffen. Besonderer Dank gebührt auch Herrn Rabbiner Broch, der sich in aufopferungsvoller Weise der Organisation des Büros zur Verfügung gestellt hat. Viel Aufmerksamkeit wurde der Gemeindearbeit gewidmet, über die ein andermal ausführlich berichtet werden soll. Am 24 September fand eine sehr eindrucksvolle Kundgebung im überfüllten Saale der Synagoge Münchener Straße statt. Es sprachen: Rabbiner Dr. Arthur Levy, Rabbiner Dr. Harry Levy, Isi Eisner, Rabbiner Broch. Für den vollen Erfolg des Abends zeugte die begeisterte Zustimmung der Anwesenden und die Neuanmeldung von über 30 Mitgliedern. Es gelang uns ferner, die Jüdische Gemeinde zu bestimmen, gemeinsam mit uns und der B.Z.V. einen würdigen Hesped für Rabbi Abraham Jizchok Kuk V'ST zu veranstalten. In der würdig geschmückten und überfüllten „Alten Synagoge" hielt Rabbiner Dr. Jakob Hoff mann, Frankfurt a. M., die Gedenkrede. Herr Rabbiner Dr. Freimann, Berlin, verlas ein selbstverfaßtes Gebet. Chorgesänge umrahmten die Gedenkfeier, bei der man Repräsentanten des jüdischen Berlins begrüßen konnte. Moeza des Bachad. Am 15. und 16. September fand in Berlin eine Moeza des Brit Chaluzim Datiim statt. Sie hatte die Aufgabe, die weitere Arbeit des Bundes sicherzustellen, da in der kommenden Zeit eine große Anzahl von Menschen, die führend in der Bundesarbeit stehen, zur Alija gehen werden. Wenn der Bund auch stets eine Stärkung seiner Front in Erez Israel im Auge hat, so darf er andererseits seine Aufgaben in der Gola nicht vernachlässigen. Im letzten Jahre ist die Arbeit erheblich verstärkt worden. Mehr als bisher war man gezwungen, vollständig unvorbereitete Chawerim, die nicht durch den Brit Hanoar gegangen waren, zu erfassen. Die Mittlerenhachschara und die Jugendalija, bisher nur nebensächliche Gebiete in der Tätigkeit des Bundes, sind jetzt die wichtigsten Zweige seiner Tätigkeit geworden. Es hat sich gezeigt, daß die älteren Menschen nicht im gleichen Ausmaße mehr erfaßbar und erziehbar sind wie die Jugendlichen, bei denen die Möglichkeit noch besteht, sie vollständig für die Idee der Chaluziut zu erfassen. Eine gründliche Beratung wurde der Frage der Erweiterung der Arbeit gewidmet, wobei im Vordergrund das Problem stand, ob die erzieherische Erfassung der Menschen Schritt gehalten hat mit der zahlenmäßigen Vergrößerung des Bundes. Die Leiter der verschiedenen Hachscharagruppen wiesen die Schwierigkeiten auf, die durch die Aufnahme von solchen Menschen entstanden waren, die bisher unserer Arbeit fernstanden. Das Ergebnis der Beratung war, daß man sich gezwungen sah, eine schärfere Auslese als bisher vorzunehmen. Es kann dem Brit Chaluzim Datiim nicht genügen, wenn die in Hachschara befindlichen Chawerim sich in den Zentren loyal verhalten, sondern es muß ihm darauf ankommen, Träger seiner Idee in Erez Israel heranzubilden. Die Bewertung der Probezeit soll strenger gehandhabt werden als bisher, und schon vor der Aufnahme soll eine gründliche Auslese vorgenommen werden. Bei der Aussprache über die Tarbut-Arbeit ging man von den praktischen Erfahrungen der letzten Zeit aus. Es wurde festgestellt, daß eine Vernachlässigung der Beschäftigung mit dem allgemeinen Bildungsgut in letzter Zeit bei allen Menschen der Bewegung anzutreffen sei. Auch die politischen Vorgänge werden nicht mit dem gleichen Interesse wie bisher verfolgt. Das muß natürlich eine Verengung des Horizonts zur Folge haben. Heute, wo die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Staaten ineinandergreifen und jede kleinste Veränderung Katastrophen verursachen kann, ist es erforderlich, über die großen Zusammenhänge des Weltgeschehens informiert zu sein. Auch außerhalb des Politischen dürfen jüdische und zionistische Literatur nicht das alleinige Bildungsgut ausmachen; es muß vielmehr darauf geachtet werden, daß die Voraussetzungen zur Erlangung eines größeren Weltbildes geschaffen werden. Die Führer der Mittlerenhachschara gaben ein Bild von ihrer Tätigkeit. Auch über die Jugendalija wurde eingehend berichtet. Eine besondere Behandlung erfuhren die mit den Ergebnissen der

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