Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 7 (1935)
- Issue
- 7-8 (8.1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 51 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr.' 7*8 » ZION Seite 5| Misrachi-Weltkonferenz und des Zionistenkongresses zusammenhängenden Fragen. Alle Beteiligten der Moaza nahmen das Gefühl mit, daß trotz der bevorstehenden großen Alija genügend führende Menschen hier bleiben werden, um eine Fortführung der Arbeit zu gewährleisten. Eine Reihe jüngerer Chawerim hat sich soweit entwickelt, daß man sie jetzt auf wichtige Positionen stellen kann. Die Moeza hat eine neue Besetzung der wichtigsten Punkte vorgenommen, die als eine Stärkung der Arbeit betrachtet werden kann. Bücherbesprechung. Ein aktuelles Buch. „Der Sabbat, sein Abbild im Jüdischen Schrifttum, seine Geschichte und seine heutige Gestalt", von Moritz Zobel, Berlin 1933 / Schocken- Verlag. Dem Volljuden, dem Juden der Kleinstadt, besonders in den jüdischen Zentren der Diaspora, in Osteuropa wie in Vorderasien und Afrika, war und ist noch der Sabbat der ruhende Pol seines geheiligten, echten jüdischen Lebens, so wie der Dekalog es von ihm fordert. Der Sabbat bildet das zweite Ich des wahrhaft jüdischen Menschen. Und so wenig ein Jude über seine Wesenheit nachdenkt und philosophiert, sondern durch die Wirklichkeit seines Seins und Wirkens, seiner spezifisch jüdischen Lebensweise, seines Judeseins sich bewußt wird, ebenso wenig braucht er die Wesenserkenntnis des Sabbat erst durch schriftliche Darstellungen erlangen, die Bedeutung des Sabbats durch Zusammenstellung von „Zeugnissen der verschiedenartigen Schriftwerke" demonstriert erhalten. Lebendiges Judentum, traditionelles unverfälschtes Judentum ohne Sabbatheiligung, ohne Sabbaterleben ist undenkbar. Das Wesen des Sabbat, dieser erhabnenen Einrichtung des Judentums, braucht den gesetzestreuen Juden nicht erst durch Schriften nahegebracht werden. Anders ist es bei einem großen Teil der westeuropäischen und amerikanischen Judenheit, der sein jüdisches Eigenleben in den letzten hundert Jahren bis zur Selbstvergessenheit aufgegeben hat und in erster Linie des Sabbat verlustig gegangen ist. Fremd ist ihm das Wesen des traditionellen Judentums, fremd sein eigenes Ich und fremd das Wesen der „himmlischen Königin und holden Braut, die dem Jüdischen Volke am Sinai zugeführt worden war". Dem modernen jüdischen Menschen, besonders jedoch dem in unseren Tagen von neuem erstehenden jungen jüdischen Geschlecht, „dem warmherzige Empfänglichkeit und innere Aufgeschlossenheit für das geistige Erbgut der Väter eignet", muß durch Wort und Schrift der Sinn und das Interesse für das Wesen des Judentums in seiner Erhabenheit und Größe, in erster Reihe somit auch für den Sabbat, geweckt werden. Es ist daher ein großes Verdienst des Schocken-Verlages, der in dieser Richtung in kurzer Zeit schon viel Wertvolles geleistet hat, wenn er eine ganz besonders bewährte Kraft dafür gewonnen hat, ein Werk über den Sabbat zu schreiben und der Oeffentlichkeit zu übergeben, welches eine starke Werbekraft für die Verherrlichung des Sabbat in sich birgt. Der Verfasser hat es verstanden, auf gedrängtem Räume eine vorzügliche Auswahl von Texten, Anordnungen, Hymnen und Darstellungen, die auf den Sabbat Bezug nehmen, in historischer Reihenfolge zusammenzustellen, die nicht ohne Wirkung bleiben wird. Dieses kleine Sabbatbuch, ein mosaikartiges Bild literarischer Erzeugnisse über das Wesen des Sabbat darstellend, mit seinen Zitaten aus Bibel, Apokryphen, Talmud und Midrasch, nachtalmudischen Schriften, der Lithurgie, bis auf kurze Schilderungen üblicher Sabbatbräuche und häuslicher Sabbatgesänge, sowie der äußerst knappe Exkurs über nichtjüdische Beobachter des Sabbat bietet besonders den Lesern aus den Kreisen der entfremdeten, jetzt heimkehrenden Juden einen reichen belehrenden und auch anregenden Stoff. Es bedeutet für viele ein Schatzkästlein jüdischen Erbgutes, das in jeder jüdischen Bibliothek einen Ehrenplatz verdient. Nur eines muß der ehrliche Kritiker bemerken: So wertvoll der Inhalt und die Anordnung dieses Werkes ist, so läßt der vielversprechende Titel mehr erwarten. Das Buch ist eine sehr gute Anthologie von Materialien mit Bezug auf den Sabbat, — „sein Abbild im jüdischen Schrifttum und seine Geschichte und seine heutige Gestalt" ist es nur in bescheidenem Maße. Diese Feststellung verringert jedoch den Wert des Buches nicht im geringsten. Die Ausstattung läßt nicht zu wünschen übrig. Berlin. Dr. Samuel Grünberg.