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Zion · 1935-08-01 · 7-8 (8.1935) · p. Seite 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
7-8 (8.1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 44 (sequence 10)
Language
German
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Seite 44 Z I O N Nr. 7-8 ihr der Direktor des Misrachi-Lehrerseminars, E. M. Lipschitz, und der aus der Misrachi-Arbeit bekannte Prof. Pick an. Außerdem gesellten sich noch Vertreter des englischen Misrachi diesen Herren zu. Auf den Misrachi Hawatik konzentrierten sich nun die Angriffe der meisten Redner. Ihn machte man dafür verantwortlich, daß die misrachistische Arbeit nicht den Erfolg gehabt hat, den sie hätte haben können — eine eigenartige Behauptung, wenn man bedenkt, daß der Misrachi Hawatik gerade ein Jahr existiert! Der Misrachi Hawatik habe nämlich sich seit seiner Exstenz für eine intensive Mitarbeit am zionistischen Werk eingesetzt und sich scharf gegen den Boykott oder die Sabotage der zionistischen Fonds gewandt. In dieser Tatsache glaubten viele eine Schwächung der misrachistischen Front zu sehen, weil man in allgemein-zionistischen Kreisen stets geneigt war, den Misrachi Hawatik gegen den Weltmisrachi auszuspielen. So ergab sich das seltsame Schauspiel, daß sogar Menschen, die die Kritik des Misrachi Hawatik, die in einer großen Rede von Raw Ostrowski vorgebracht wurde, teilten, sich dennoch scharf gegen diese Gruppe wandten. Es ist das persönliche Verdienst von Raw Ostrowski, der von Direktor Lipschitz und Prof. Pick eifrigst untersützt wurde, gegen eine große Majorität die Anerkennung des Misrachi Hawatik als eigene Fraktion innerhalb des Misrachi durchgesetzt zu haben. Raw Ostrowskis Ausführungen erschöpften sich nicht in der Kritik, sondern hatten wichtige programmatische Punkte, in denen er darlegte — und an Hand seiner Tätigkeit im Waad Leumi bewies —, daß der einzige Weg für eine fruchtbare Arbeit im misrachistischen Sinne und eine Einflußnahme auf die zionistischen Körperschaften nur zu sehen ist in einer positiven Arbeit innerhalb aller zionistischen Gremien. Auch die arbeiterfreundliche Stellung des Misrachi Hawatik wurde angegriffen. Er glaubt nämlich der misrachistischen Idee nicht dadurch zu dienen, daß er sich in einen bedingungslosen Gegensatz zur Histadruth stellt und so eine fruchtbare Auseinandersetzung unmöglich macht, sondern ist der Ansicht, daß nur in einem gemeinschaftlichen Ringen um die Probleme des Aufbaus mit der Histadruth Einfluß zu gewinnen ist auf diese Kreise. Es ist klar, daß auch der Hapoel Hamisrachi diese Vorwürfe der zu großen Annäherung an die Histadruthzu spüren bekam. Leider hatte es die jungmisrachistische Bewegung, die zahlenmäßig die Majorität der Krakauer Weltkonferenz darstellte, nicht verstanden, die Anhänger der T'nuat Tora wa Awoda zu einer einheitlichen Meinungsbildung zusammenzufassen. Die dem Plenum vorgelegten Resolutionen wurden nicht vorher in der jungmisrachistischen Fraktion diskutiert und keine einheitliche Stellungnahme festgelegt. So war es möglich, daß die Scheidung der Geister im wesentlichen sich nach landsmannschaftlichen Gesichtspunkten vollzog und nicht nach einer grundsätzlichen Haltung, deren Grenzlinie zwischen T'nuat Tora wa Awoda, wie wir sie auffassen, und Misrachi verläuft. Die Delegation des Hapoel Hamisrachi aus Erez Israel war ziemlich geschlossen. Von der Nachwuchsbewegung des Hapoel Hamisrachi aber, die die T'nuat Tora wa Awoda in der Gola doch darstellen sollte, kann man es nicht behaupten. Hier ist noch nichts zu spüren von dem praktischen Misrachismus, den der Hapoel Hamisrachi in Erez Israel durch sein kolonisatorisches Werk, durch sein Leben in der Arbeit verwirklicht. Hier glaubt man noch immer durch überbetonte Politikasterei und fruchtlose Auseinandersetzungen wirken zu können. In zwei Reden kam die Auffassung des Hapoel Hamisrachi würdig zur Geltung. Einmal in einer Rede von Mosche Schapiro, ein anderes Mal in längeren Ausführungen von Schragai. Da zeigte es sich, wie unberechtigt die Behauptungen mancher Führer über eine Benachteiligung der misrachistischen Gruppen durch den K. K. L. waren . Eine Einzelheit sei hier berichtet: Der Keren Kajemeth hat dem Misrachi 500 Dunam Boden für Siedlungszwecke zur Verfügung gestellt. Und trotzdem der Termin zur Besiedlung dieses Bodens bereits überschritten ist, hat der Misrachi es nicht vermocht, aus seiner Reihe Menschen zur Verfügung zu stellen, die bereit und fähig waren, die Bearbeitung dieses Bodens in Angriff zu nehmen. Es wurde gezeigt, daß nur durch die Arbeit des Hapoel Hamisrachi wirklich Positives in Erez Israel geleistet wurde, daß der religiöse Jischuw durch seine Arbeit wuchs und daß die Arbeit des Hapoel Hamisrachi, der sich bewußt ist, daß nicht durch Beiseitestehen, sondern nur durch selstgestaltendes Eingreifen Einfluß gewonnen wird, eine ganz andere Billigung durch die Oeffentlichkeit Erez Israels gefunden hat als die Arbeit des Misrachi. Nur so sind die 9000 Stimmen, die der Hapoel Hamisrachi auf seine Liste bei der Kongreß-Wahl vereinigen konnte, zu erklären. Auch die Kaschrut in den Krankenkassen, die in dem Heskem zwischen der Histadrut und dem Hapoel Hamisrachi gesichert wurde, ist lediglich aus der Zusammenarbeit dieser beiden Gruppen erwachsen. Die Vorwürfe, daß aus dieser gemeinsamen Arbeit zwischen diesen beiden Gruppen auch eine ge-

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