Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 7 (1935)
- Issue
- 7-8 (8.1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 42 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 42 Z I O N Nr. 7-S folgen in dieser Arbeit ablehnt. Hier sind die Kräfte zu finden, die sich voll hingeben dem Aufbau des Landes, sich voll einordnen der bestehenden Organisation und die nicht spielen mit Austrittsgedanken, um vielleicht dadurch Konzessionen der anderen zu erlangen. Das Bestehen dieser Gruppe innerhalb des Weltmisrachi läßt die Hoffnung erstehen, daß doch noch eine Möglichkeit der Eroberung des Misrachi durch unsere Anschauungen von Aufgaben und Zielsetzung der dem jüdischen Gesetz verbundenen Menschen beim Aufbau unseres Landes von innen heraus vorhanden ist. Unsere Unabhängige Misrachi Landesorganisaton sollte sich überlegen, welche Konsequenz sie aus dem Wirken dieser Gruppe innerhalb des Weltmisrachi ziehen kann. A. A. Die Weltkonferenz von Misrachi. 1. Krakau. Der Ort der Tagung war nicht ohne Bedeutung für ihren Verlauf. Schon die letzte Weltkonferenz des Misrachi hatte dort stattgefunden und eine grundsätzliche Neuorientierung des Misrachi eingeleitet. Den Anstoß zu dieser Neuorientierung gab das inzwischen lebhaft diskutierte Referat von Raw Amiel aus Antwerpen über die ideologischen Grundlagen des Misrachi. Darin . forderte er eine Lockerung des Verhältnisses der misrachistischen Organisation zum Zionismus und einen engeren Anschluß an die nichtzionistische Orthodoxie. Das Ergebnis dieser Tagung war eine scharfe Kampfansage an die damalige Zionistische Exekutive, und im Verlauf der nächsten Jahre zeigte sich immer mehr die tiefe Kluft, die zwischen der misrachistischen Führerschaft und der Zionistischen Organisation entstanden war. Die Anhänger der Amielschen Richtung legten Wert darauf, die diesjährige Konferenz wiederum in Krakau stattfinden zu lassen, weil sie die Atmosphäre dieser Stadt, die ein Bollwerk des traditionellen Judentums noch heute ist, für besonders günstig in ihrem Sinne hielten. Noch andere Gründe waren maßgebend für die Wahl gerade dieses Ortes, die nicht ohne Widerspruch maßgeblicher Kreise getroffen wurde. Die intransigente Haltung gerade des polnischen Misrachi zu der Zionistischen Weltorganisation ist bekannt, und die Befürworter dieser Intransigenz, insbesondere Raw Fischmann, wollten Vorsorge treffen, daß die Zusammensetzung der Tagung möglichst günstig für die Einstellung der in Opposition befindlichen Misrachisten sei. Der Schlüssel, nach dem die Konferenz beschickt wurde, trug das Seinige zum Gelingen dieses Planes bei. Jede Landsmannschaft schickte dreimal soviel Delegierte nach Krakau, als sie Mandate zum letzten Zionistenkongreß hatte. Da nun Polen eine der stärksten Landsmannschaften des Misrachi auf dem letzten Kongreß war, diese Zahl nun verdreifacht wurde und zudem durch die Wahl des Ortes es für die polnischen Delegierten am leichtesten war, den Ort der Tagung zu erreichen, war durch die Zusammensetzung der Tagung eigentlich ihr Verlauf schon bestimmt. Neben der starken polnischen Landsmannschaft waren erschienen: Vertreter aus Erez Israel, Amerika, England, Holland, Ost- und Westgalizien, Transsylvanien, Tschechoslowakei und anderen Ländern. Die Eröffnungssitzung war überaus eindrucksvoll. Der Saal war überfüllt und festlich dekoriert. Die Regierung hatte ihre Vertreter entsandt, und die Begrüßungsreden hinterließen einen nachhaltigen Eindruck bei der sehr zahlreichen Zuhörerschaft. Nach der Eröffnungssitzung zu urteilen, versprach die Tagung ein großer Erfolg zu werden. 2. Referate. Diese Erwartung wurde indessen getrogen. Das erste Referat von Raw Berlin über: „Die Situation des Misrachi" war ein großes Sündenbekenntnis. Alle vom Misrachi zu leistenden Arbeiten wurden in diesem Referat aufgezeigt, aber nur um darzulegen, daß sie nicht geleistet wurden. Die Organisation sei vernachlässigt. Die bestehenden Positionen seien nicht ausgebaut worden, der Einfluß des Misrachi in der Oeffentlichkeit Erez- Israels und der Galuth zurückgegangen. Das war der Tenor des Tätigkeitsberichtes eines führenden Mitgliedes der Leitung! Raw Fischmann hielt ein Korreferat. Nicht daß darin den wesentlichen Inhalten der Berlinschen Ausführungen überzeugende Tatsachen entgegengesetzt wurden — nur die Schuldfrage wurde von Raw Fischmann anders dargestellt als durch Raw Berlin —; beide waren sich einig darüber, daß wenig getan worden war, und nur in der Bewertung dieser Untätigkeit war ein Unterschied zwischen Raw Berlin und Raw Fischmann festzustellen. Raw Gold berichtete über die Lage der gesetzestreuen Judenheit, insbesondere über die Vorbereitung eines Weltkongresses des gesetzestreuen Judentums. Es ist bekannt, daß