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Zion · 1935-08-01 · 7-8 (8.1935) · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
7-8 (8.1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 39 (sequence 5)
Language
German
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Nr* 7*8 ZION Seite 39 danken der Erlösung und mit dem höchsten Ziel, die göttliche Majestät wieder auf ihren Thron zu setzen. Auch bei der zionistischen Bewegung ist es klar, daß sie einen heiligen Ursprung hat, obgleich sie in den Augen vieler ihrer Gründer und Gestalter einen profanen und säkularisierten Charakter hat. Sie ist nicht irgendeine Bewegung, die ihren Ursprung darin hat, daß ein in der Welt gehaßtes Volk sich eine Zuflucht vor seinen Verfolgern sucht, sondern sie ist voller Heiligkeit: „Ein heiliges Volk, das Kleinod der Völker, der junge Löwe Juda ist aus seinem langen Schlummer erwacht und kehrt jetzt zurück in sein Erbteil, zum Stolze Jakobs, den ER liebt." (Igrot S. 35.) Alle Tätigkeiten, die auf dieses Ziel gerichtet sind, die praktischen wie die politischen, sind voller hoher Inhalte. Zurzeit jedoch sehen wir nur die letzten Ausläufer vom Lichte des Heils, die Spuren, die in dem Gestrüpp von kleinen und dürftigen Werken verdeckt sind. Deshalb gibt es viele, die diese Taten gering schätzen und glauben, daß sie dem höchsten Ziel der Heiligkeit Israels abträgig sind. Es ist jedoch klar, daß unter dem Dickicht dieser kleinen Taten ein großes Licht sich verbirgt, daß „das Licht des Maschiach aufleuchtet und die Erlösung der Welt schon durch die Gitter sichtbar wird". Dieses Licht wird sich mehr und mehr enthüllen, je mehr das Werk des Aufbaus fortschreitet und die Beteiligung an diesem Werk in allen Kreisen des Volkes größer wird. Auch die Tatsache der Verstärkung der Heilssehnsucht in unserem Geschlecht ist eins der Vorzeichen der Erlösung. Ein Zeichen ist es, daß wir uns diesem großen Licht, das einst über uns leuchten wird, annähern und daß die Lichtstrahlen schon die Tiefen unserer Seelen zu erleuchten beginnen. Diese Aussicht stützt und stärkt das ganze Judentum und läßt auf es den Tau der Wiederbelebung träufeln. Sie ist „die Kraft, die das Galutjudentum erhält. Das Judentum Erez Israels jedoch ist das Heil selbst." Deswegen ist jeder Jude verpflichtet, alle Bestrebungen zu unterstützen, die darauf gerichtet sind, den Jischuw im Lande zu vergrößern und das Judentum Erez Israels zu fördern. Rabbi Kuk grollte jedoch den Kreisen des gesetzestreuen Judentums nicht, die in der Theorie und Praxis sich dem Gedanken des Aufbaus widersetzten. Auch in diesen verneinenden Kräften ist „in der letzten Tiefe ein höheres positives Licht verborgen", nur von dem Standpunkt des Einzelnen gesehen, scheint hier zuweilen ein Negativum vorzuliegen. Von der Gesamtheit gesehen, wirkt sich alles zum Guten aus. Die Gesamtheit ist die Zusammenfassung aller positiven und negativen Kräfte, wobei die verneinenden Faktoren „ebenso dazu beitragen, das Werk zu vollbringen, wie die positiven". Diese Gottesfürchtigen, die au9 der Tiefe ihres reinen Geistes den Zionismus bekämpften, haben ihn sehr geläutert und einen großen Teil seiner Schlacken aus ihm entfernt, so daß sie ihn durch ihr verneinendes Werk zu einer Stufe gebracht haben, daß er jetzt geeignet ist, „das königliche Gewand anzuziehen und nicht mehr fremd ist dem Geiste des Hauses Israels". (Aus dem Hebräischen im „Hahed", Vol. X Nr. 12.) Nach dem 19. Zionlstenkongress. Vom zionistischen Gesichtspunkt aus gesehen war dies ein guter Kongreß. Was man sich von ihm erhoffte, ist in großem Ausmaß erreicht worden. Vor allem: die Einheit der Organisation, der Zusammenschluß der Kräfte zu gemeinschaftlich verantwortlicher Führung der Geschäfte in den kommenden arbeitsreichen Jahren, die Aufstellung eines Budgets, das allen Teilen der Organisation etwas zu geben imstande ist, die gemeinsame politische Linie gegenüber der Mandats-Regierung in der Frage des Legislative Council und das Wiedereintreten Weizmanns in die Führung unserer Politik — alles das sind positive Leistungen, die nicht hoch genug bewertet werden können. Es war auch ein guter Kongreß, weil er weniger als die Kongresse der letzten sechs bis acht Jahre auf Wirkung nach außen eingestellt war, keine großen Redeschlachten für die außerhalb des Saales befindlichen jüdischen und nichtjüdischen Kreise ausfocht, sondern sich in seinen Reden an die Erfordernisse der Kongreßarbeit hielt. Er war versachlicht, man könnte beinahe sagen verinnerlicht, auf Arbeit eingestellt, und das war gut. Auch für den Misrachi hat er manches Positive gebracht, und er hätte mehr bringen können, wenn die 77 Delegierte umfassende Fraktion selbst einheitlicher auf sachliche Arbeit eingestellt gewesen wäre. Hier aber gab es leider Kreise, die in ihren Beschlüssen weniger an die kommende Arbeitsepoche in Erez Israel und an die Notwendigkeit der Durchführung konkreter Aufgaben für das religiöse Judentum im Lande dachten als an die Wirkung, die das Vertreten extremistischer Forderungen bei ihren Wählermassen und, was noch schlimmer ist, bei denjenigen orthodoxen Massen hervorrufen sollte, die außerhalb der Reihen des Misrachi stehen. Es muß als bedauer-

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