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Zion · 1935-08-01 · 7-8 (8.1935) · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
7-8 (8.1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 38 (sequence 4)
Language
German
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Seite 38 Z I O N Nr. 7*8 jedoch stärker, und so setzte er sich dieses Mal über den Wunsch seiner Freunde hinweg und übernahm das Rabbinat in Jaffa. Hier beginnt ein neuer Abschnitt seines Lebens. Die Freude, in Erez Israel zu wohnen, wirkte sich auf Rabbi Kuk sehr stark aus. Mit viel Energie widmete er sich den Angelegenheiten des Rabbanut, der Stärkung des Toralernens und dem Problem der Mizwot, deren Erfüllung an Erez Israel gebunden ist. Wie sehr diese Tätigkeit ihn beschäftigte, ist aus seinen Worten zu ersehen: „Jedesmal, wenn ich ausziehe, um nach dem Wohl meiner Brüder und dem Stand der Weinberge Judas und seiner lieblichen Pflanzungen zu sehen, um neu die Frage der „Mizwot hatelujot ba' Arez" zu regeln, erleuchten ihre Strahlen mein ganzes Inneres, erheben mein Gemüt und erfreuen mein Herz mit der Freude an diesem schönen Land, an jedem Tag, zu jeder Zeit und zu jeder Stunde." (lgrot Rija S. 54.) Dank seiner großen Persönlichkeit und seinem liinsatz für Erez Israel hörten sämtliche Kreise auf ihn, und sein Einfluß wuchs von Tag zu Tag. In den Kriegsjahren war er gezwungen, das Land zu verlassen. Diese Tatsache drückte ihn sehr, und in vielen seiner Responsen klagt er darüber, daß von dem Tag an, wo er das Heilige Land verlassen habe, die Quellen seines Denkens verschlossen seien und er die Dinge nicht mehr so klar übersehen könne wie früher. Und aus den Tiefen seines Herzens betete er damals: „Habe Mitleid, Herr, erbarme Dich und lass mich würdig sein, wieder in voller Umkehr zu Dir zurückzukehren und bring mich doch zurück in das Land Deiner Lust, mache mich würdig, die Freude Deines Volkes zu sehen, das Volk Deines Besitzes zu preisen." (Erez chefez S. 45.) In den letzten Jahren des Krieges wohnte er in London und war in gewissem Umfange an dem Erlangen der Balfour-Deklaration beteiligt. Als nämlich die Balfour-Deklaration veröffentlicht werden sollte, wurde der Widerstand von Seiten der englischen assimilierten Juden besonders stark, und eines ihrer Argumente machte auf Balfour einen starken Eindruck. Sie erklärten damals, daß durch die Veröffentlichung dieser politischen Deklaration über Erez Israel England sich gegen den Glauben der religiösen Juden wende, daß nämlich der Aufbau Erez Israels durch ein Wunder vor sich gehen wird zur Zeit, wenn der Erlöser kommt. Damals veröffentlichte Raw Kuk einen scharfen Brief gegen diese Kreise unter dem Titel: „Gegen diejenigen, die die jüdische Seele mit Messern schneiden." Diesen Brief verlas man in fast allen englischen Synagogen, und überall wurden Bsechlüsse für die zionistischen . Forderungen gefaßt. Dieser Brief hat einen gewissen Einfluß zugunsten der Balfour-Deklaration ausgeübt. Bald nach der Eroberung Palästinas wurde Raw Kuk durch die Würdenträger Jerusalems und durch die Führer seiner Institutionen gebeten, das Rabbinat in Jerusalem zu übernehmen. Bei der Rabbinerversammlung, die im Jahre 1921 stattfand, wurde er zum Oberrabbiner von Erez Israel gewählt. IL Aus seiner Weltanschauung. Der jüdische Nationalismus ist an Erez Israel gebunden. Offenbar sind Land und Staat metaphysische Begriffe; in der physischen Welt ist kein Unterschied zwischen einem Landstrich und dem zweiten. Dennoch hat jedes Land seinen eigenen Charakter, der in seinem Einfluß auf dessen Bewohner zum Ausdruck kommt. Die Eigenschaften der Völker sind in großem Ausmaß abhängig von dem Charakter des Landes, in dem sie wohnen, und nur das Entsprechen von Volkscharakter und Eigenschaft des Landes ist bestimmend für Zusammengehörigkeit von Volk und Land. Die Eigenschaften Erez Israels sind dem Wesen des Volkes Israel adäquat Alle Länder der Welt bilden eine Hierarchie, und jedes Land hat seine eigene Stellung in ihr. Erez Israel jedoch steht an der Spitze. Ihm kommt die Rolle des Gehirnes zu. Jeder höhere Einfluß, der in die Welt hinabsteigt, nimmt seinen Weg durch dieses Land, genau wie jede höhere Erleuchtung, die über den Menschen kommt, das Gehirn passiert. Ebenso wie es eine Eigenschaft des jüdischen Volkes ist, das Göttliche anzustreben, so erweckt Erez Israel das Gefühl der Heiligkeit und der Anlehnung an Gott. In dieser Hinsicht überragt es alle Länder und ist heiliger als sie alle. In ihm ruht die Schechina und in diesem Lande strahlt die höhere Erleuchtung direkt, ohne Hindernisse und Scheidewände durchdringen zu müssen. In den anderen Ländern muß sie erst viele Trennungsflächen passieren, die die göttliche Emanation stören. Diese Heiligkeit des Volkes Israel ist nur vollständig, wenn das jüdische Volk in seinem Lande wohnt. Dann ergießt sich die heilige Emanation unaufhaltsam. Das Reich Gottes offenbart sich in ihr. In einer Zeit jedoch, wo Volk und Land getrennt sind, dringt diese Trennung auch in jedes Geschöpf. Deshalb steht jede Tätigkeit, die anstrebt, das jüdische Volk in das jüdische Land zurückzubringen, in Verbindung mit dem Ge-

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