Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 7 (1935)
- Issue
- 7-8 (8.1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhäng igen Misrachi Landesorganisation Deutschlands BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL. ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIB POST Nr. 7/8 Berlin, August-Oktober 1935 Aw 5695/Tischri 5696 VII. Jahr«. Rabbi Abraham Jizchak Hakohen Kuk Von Jeschaja Schapiro. I. Aus seinem Leben. Rabbi Abraham Jizchak Kuk wurde am 18. Elul 5625 in einer Stadt in Kurland geboren. Unter seinen Vorfahren befanden sich sowohl Führer des Chassidismus als auch extreme Mitnagdim. Sein Großvater Rabbi Jizchak gehörte zu den angesehensten Chassidim, und man erzählt von ihm folgende Geschichte: Als kurz vor seinem Tode seine Kinder in Weinen ausbrachen, schalt er sie und sprach: „Wollt ihr etwa meiner Seele unter Weinen das Geleite geben? Ihr habt sie in freudiger Stimmung zu begleiten." Auf sein Verlangen mußten sie alle einen fröhlichen Niggun zu Ehren der Seele singen. Sein Vater, Rabbi Salman, war ein ausgesprochener Mitnaged. Als der verstorbene Raw anfing} noch in frühester Jugend Gemara zu lernen, offenbarten sich seine Vorzüge. Er kam zu Rabbi Rüben aus Dünaburg, der ihn sehr liebte und sich mit ihm bei schwierigen Fragen zu beraten pflegte. Dann ging er nach der bekannten Jeschiwa Wolozin. Seine Kollegen dort waren: M. M .Epstein, Rabbi A. S. Melzer, der Raw von Kowno Schapiro und andere, die nachher als Toragelehrte sich einen großen Ruf erwarben. Der Leiter der Jeschiwa, Rabbi Naftali Zwi Jehuda Berlin, schätzte ihn besonders hoch. Auch die anderen Großen aus Litauen schätzten den jungen scharfsinnigen Gelehrten, der sich schon damals nicht nur durch seinen scharfen Verstand und durch sein umfangreiches Wissen auszeichnete, sondern auch durch seine besonderen Charaktereigenschaften. Noch in seiner frühesten Jugend widmete er sich vollständig dem Toralernen und dem Gottesdienst. Tag und Nacht gehörten dem Torastudium, und häufig verrichtete er „tikun chazot". Besondere Aufmerksamkeit schenkte er seiner charakterlichen Weiterbildung. Viel Zeit verwandte er auch auf das Studium der Kabbala und der chassidischen Literatur, ebenso wie für die Gebiete der jüdischen Philosophie und des Mussar. In all diesen Zweigen erwarb er sich eine grundlegende und tiefgehende Kenntnis, und sehr bald war er als Gaon und Zadik bekannt. Als Rabbi Kuk, nachdem er verschiedene Rabbinate in Litauen bekleidet hatte, im Jahre 1904 berufen wurde, das Rabbinat von Jaffa zu übernehmen, baten ihn alle litauischen Toragrößen, unter ihnen auch der Gaon Rabbi Chaim Oser Grodzenski, daß er in Litauen bleiben solle, da sie seine Anwesenheit für die Stärkung des Judentums in Rußland für notwendig hielten. Seine Sehnsucht, in Erez Israel zu wohnen, war