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Zion · 1935-04-01 · 4-6 (4.1935) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
4-6 (4.1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 30 (sequence 16)
Language
German
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Seite 30 Z I O N Nr. 4-6 anstaltet. Die übrigen Gruppen der religiösen Jugend-Alijah (Haifa— Jerusalem) waren fast vollzählig erschienen, und auch die nichtreligiösen Jugend-Alijah-Gruppen aus Ejn- Charod und Giwat Brenner waren vertreten. Unter den Gästen bemerkte man Miß Szold und Berl Katzenelson. Vor der Feier besichtigten die Gäste die Ausstellung, die an Hand von Bildern, Tabellen, Handarbeiten und Diagrammen, von Broschüren und Zeitungen die Entwicklung der religiösen kibbuzischen Bewegung zeigte. Die Feier wurde mit dem Vortrag eines Abschnittes aus Bereschit eröffnet. Dann sprach der Führer der Jugend-Alijah-Gruppe Dr. Erich Rosenblüth über den Weg der religiösen Jugendalijah und über deren Bedeutung für die Ueberwindung des geringen Verständnisses, das bei der Mehrheit des Jischuw für religiöse Dinge herrscht. Danach sprach eine Chawera der Jugendalijah-Gruppe. Viele mündliche und schriftliche Glückwünsche wurden überbracht, u. a. von der Leitung des Hapoel Hamisrachi, von Prof. H. Struck, Prof. Fränkel, Georg Landauer. Dr. Ernst Simon, dessen ideologische Darlegungen besondere Aufmerksamkeit fanden, sprach über die Anschauung Franz Rosenzweigs und deren Bedeutung für das Gedankengut der Bewegung Dann folgten künstlerische Darbietungen, die an das Tenach anknüpften, hierauf lebende Bilder. Während der Feier konnte mitgeteilt werden, daß die Verhandlungen mit dem Direktorium des K K L wegen einer Fläche von 300 Dun am zur Errichtung eines religiösen Jugenddorfes in der Nähe von Kfar Ghassidim zu einem positiven Abschluß gekommen sind. Dem „Dawar" entnommen. Kfar Noar Dati Das religiöse Judentum Palästinas vermißt schon seit langem eine landwirtschaftliche Ausbildungsstätte für Jugendliche, die in der Lage wäre, sie sowohl fachlich als auch geistig für ihre Aufgabe in Erez Israel vorzubereiten. Aehnliche Institutionen, die seit längerer Zeit im Lande existieren und für die berufliche Vorbereitung ohne Zweifel durchaus geeignet sind, sind leider nicht in der Lage, unseren Erfordernissen in der geistigen Ausbildung zu genügen. Immer wieder wurde daher versucht, eine selbständige landwirtschaftliche Ausbildungsstätte für religiöse Jugend zu schaffen. Aber erst jetzt in den letzten Jahren, wo eine größere Einwanderung der religiösen Menschen stattgefunden hat, ist die Errichtung eines solchen Lehrgutes eine Lebensnotwendigkeit geworden, da diese Alija viele Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren mit ins Land brachte. Wegen der hohen Investidationskosten waren die interessierten Kreise jedoch bisher nicht in der Lage, ein Kfar Noar Dati zu errichten. Erst mit dem Beginn der religiösen Jugend-Alija konnte dieser Plan konkrete Formen annehmen. Bei der Aufgabe, für die aus Deutschland kommenden religiösen Jugendlichen Aufnahmeplätze zu schaffen, sah sich das Komitee für religiöse Jugendalija in Erez Israel gezwungen, ein größeres Reservoir zur Aufnahme der Jugendlichen auf dem Lande zu schaffen. Die Kibbuzim des Hapoel Hamisrachi konnten nur in beschränktem Maße dieser Aufgabe gerecht wrden,, und eine Unterbringung von jugendlichen Gruppen in den Städten liegt nicht im eigentlichen Sinn der Jugend-Alija. Viele Schwierigkeiten waren zu überwinden. Es war eine passende Bodenüäche in einer der religiösen Jugend entsprechenden Umgebung m finden, zusätzliche Investitionssummen waren aufzubringen, die für die Errichtung einer Lehrwirtschaft erforderlich waren, und eine Auswahl von geeigneten Führern und Lehrern war zu treffen. Diese Vorbereitungen haben fast ein Jahr in Anspruch genommen. Jetzt sind alle Vorfragen geklärt und die Durchführung in die Wege geleitet. Vom Keren Kajemeth Lejisrael sind 300 Dunam Boden bei Kfar Chassidim für das religiöse Jugenddorf zur Verfügung gestellt worden. In Deutschland wie in Erez Israel wurden im Rahmen der Aktion für die Jugend-Alija Sondersammlungen in Höhe von 2- bis 3000 £ durchgeführt, wie die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alija überhaupt volles Verständnis für dieses Werk gezeigt hat. Mit den Vorbereitungsarbeiten in Kfar Chassidim wird in diesen Tagen begonnen und die Wirtschaft bis zum Frühjahr so weit ausgebaut sein, daß sie die erste Gruppe der Jugend-Alija wird aufnehmen können. Das Kfar Noar Dati soll eine ständige Institution bleiben und nicht nur deutsche Alija aufnehmen, sondern auch den in Erez Israel heranwachsenden und aus anderen Ländern einwandernden Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich für das Leben vorzubereiten. Weite Kreise der deutschen Orthodoxie zeigen großes Interesse für das Kfar Noar Dati und

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