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Zion · 1935-04-01 · 4-6 (4.1935) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
4-6 (4.1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 29 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 4-6 Z I O N Seite 29 führte in den Emek und Galil. Bereits mehrere Wochen vorher beschäftigte man sich auf Grund der Lanoar-Hefte des KKL und des geschichtlichen Materials mit den einzelnen Orten. Der Zweck des Tijuls war es, den Emek und Galil gründlichst kennenzulernen, um sich eine genaue Vorstellung vom Leben der wichtigsten Kibbuzim und der verschiedenen Kibbuzforme'.i zu erwerben. Aufbau der Chewra. Den entscheidenden Gesichtspunkt bildet das Verlangen der Chawerim, über die bloße Lernzeit der zwei Jahre hinaus nach einer tieferen Gemeinschaft zu streben, die auf die einzelnen bestimmend einwirkt und einen Kern auch für die Zukunn schafft. Es ist hierbei nicht leicht, von den viel größeren Anforderungen, mil denen man in der Gola an die zu bildende Gemeinschaft heranging, sich umzustellen und zu versuchen, von unten auf, von der Alltagsarbeit aus allmählich trotz mancher Enttäuschungen wieder eine feste Gemeinschaft aufzubauen. Wir glauben, daß unsere Chawerim im verllossenen ersten Jahr eine außerordentliche Entwicklung durchgemacht haben. Sie sind alle stark in die Arbeit hineingekommen, sie sprechen unter sich zum großen Teil hebräisch und sind fast alle jedenfalls in der Lage, auch schweren hebräischen Vorträgen und Diskussionen zu folgen und schwere hebräische Bücher zu lesen, sie haben wichtige Teile der jüdischen Lerngebiete kennengelernt. Außerdm beschäftigen wir uns in einer ganz anderen, weil ernsteren und wirklichkeitsnäheren Arl mit den wichtigsten Fragen des Landes, unserer Lebensform und unserer Bewegung. Wir versuchen ein Gemeinschaftsleben, die erste große Gemeinschaft religiöser Jugend in Erez Israel, aufzubauen. Unsere Menschen sind, gerade auch bei den unausbleiblichen Enttäuschungen, meist innerlich stark gereift, selbständig, oi'l zu selbständig geworden und in ihrer persönlichen Entwicklung stark vorwärts gekommen. Bei allen positiven Ergebnissen darf man aber nicht vergessen, daß unserer Erziehungsarbeit hier außerordentlich schwere Voraussetzungen zugrunde liegen. Erstens fehlt die Spannung auf das unbekannte Land, nach dem man sich sehnte und die in der Gola jeder Erziehungsarbeit von Anfang an einen gewissen Schwung gab; .die Akklimatisierung, das Hineinkommen in die ungewohnte Arbeit, die starke Absorbierung, der durch die Arbeit, das Land und das Milieu des Kibbuz bedingte starke Unabhängigkeitsdrang erschweren die Arbei Hinzu kommt die besondere Stellung unserer Bewegung. In Deutschland waren alle Richtungen der zionistischen Bewegung von einem starken positiven jüdischen, oft religiösen Willen erfaßt, während hier die Kreise der Arbeiterschaft noch vielfach in einer radikalen Aufklärungsbewegung sich befinden, obwohl gerade auch nach dieser Seite hin in der letzten Zeit eine gewisse Aenderung sich bemerkbar macht. Die Jugendgemeinschaft im Kibbuz Rodges feiert in diesen Tagen den Abschluß ihres ersten Jahres im Lande. Die weiteren Gruppen, die wir nach Erez Israel schickten, mußten wir aus Mangel an landwirtschaftlichen Siedlungen, die zur Aufnahme der Jugend imstande waren, in der Stadt unterbringen. Doch müssen gerade wir, wenn wir religiöse Jugend in Erez Israel verwurzeln und die Verwirklichung der Tradition im Leben zeigen wollen, dieser Jugend auf dem Lande Erziehungsmöglichkeiten geben. Viele junge Menschen aus Deutschland und aus Palästina wollen in diese religiöse Jugendsiedlung eintreten. Das Jugenddorf, das in den nächsten Monaten entstehen wird, soll aber darüber hinaus zum Zentrum der religiösen Jugend im Lande werden, die nach einer Aenderung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lebensform strebt und den Weg zur religiösen Arbeiterschaft und Kibuziut findet. Die besten Schulen nützen hier wenig, wenn nicht ein Werk da ist, das die Jugend als ihr eigen und als Verwirklichung ihres Strebens empfindet. Weil in Palästina die Kluft zwischen Tradition und Jugend noch unvermindert schroff besteht, braucht das Land Siedlungen der Jugend wie den Kibbuz Rodges und das Kfar noar dati, die nicht nur religiöse Jugend aus der Gola retten und in produktive Berufe überführen, sondern als Geineinschaftsgruppen auf dem Lande entscheidende Zellen für die geistige Richtung des werdenden Jischuws bedeuten können. Erich Rosenblüth, Kibbuz Rodges. Jahresfeier des Jugend-Kibbuz. Um den Jahrestag des Eintreffens der religiösen Jugend-Alijah aus Deutschland feierlich zu begehen, wurde von der Jugend im Kibbuz Rodges bei Petach-Tikwa eine Feier ver-

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