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Zion · 1935-04-01 · 4-6 (4.1935) · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
4-6 (4.1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 28 (sequence 14)
Language
German
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Seite 28 ZION Nr. 4*6 daß auch im Gegensalz zu den anderen Gruppen allgemein die landwirtschaftliche Arbeit dem Handwerkerberuf bevorzugt wurde, 1 meist aus der ideologischen Haltung heraus. Die Jugend wurde in fast alle Arbeitszweige der Eigenwirtschaft eingeordnet, 34 arbeiten in landwirtschaftlichen Berufen, 7 im Handwerk. Außerdem arbeiten einige Jüngere bei Bauern des Irgun Salvendi. Eine halbe Stunde entfernt in Hadar hat ein Gartenfachmann eine Gartenbauschule errichtet, bei der einige Jungens und Mädels unter besonders fachmännischer Leitung in diesem Arbeitszweige in halbtägiger Arbeit ausgebildet werden. Da der größte Teil der Jungen eine Neigung zü einem bestimmten Arbeitszweige zeigte, wurden die meisten gleich zu Arbeitsbeginn in einzelne Zweige eingeordnet und dann nur Austausch bei einigen vorgenommen. In den Monaten des Katifs arbeitete eine Reihe Chawerim zweimal in der Woche ganzlägig in verschiedenen Pardessim, die anderen ganztägig im Meschek. Diese gelegentlichen ganztägigen Arbeitstage und das Kennenlernen der Arbeitsbedingungen und des Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und -nehmer erwiesen sich erzieherisch als wertvoll. Lernen. Die Lernarbeit nimmt natürlich in unserer Gesamtarbeit einen besonderen Raum ein, da wir ja in der Verbindung der geistigen und körperlichen Arbeit das Eigene unseres Erziehungszieles sehen und der durch das Lernen übermittelte StofT der Ueberlieferung unsere Menschen entscheidend im Denken, in der Hai- » 7 lung und in der Tat bestimmen soll. Unser Lernprogramm ergibt sich aus unserer Zielsetzung, so intensiv wie möglich in das Ganze unserer jüdischen Tradition einzudringen, zugleich aber das gesprochene Hebräisch möglichst zu beherrschen und sich eingehend mit der modernen hebräischen Literatur und mit den wichtigsten Fragen des heuligen Palästinas zu befassen. Da unsere Menschen fast alle sich bisher intensiv mit allgemeinen Fächern in der höheren oder Volksschule beschäftigten und es nun darauf ankam, in dieser Zeil sich in die verschiedenen Disziplinen der jüdischen Bildung zu verliefen, stellten wir bisher bewußt die allgemeinen Fächer zurück. Die Chawerim sind entsprechend ihreu Kenntnissen in mehrere Gruppen eingeteilt. An erster Stelle unserer Tarbutarbeit steht naturgemäß das Hebräische, besonders in den ersten Mo- •raten bildete es den Hauplgegenstand des Lernens, danach wurde es auf vier Stunden in der Woche, in der obersten Gruppe auf drei Stunden beschränkt. Er umfaßt zugleich Grammatik, Behandlung eines Lesebuches, später Lektüre, Aufsätze und dann auch Beschäftigung mit der hebräischen Literatur. Nach Hebräisch ist das wichtigste Fach das Tnach. Wir haben das Ziel gesetzt, daß die Chawerim der fortgeschrittenen Gruppen die wichtigsten Teile des Tnachs in den zwei Jahren gründlich lernen und zugleich die wichtigsten Erklärer (Raschi, Rambam, ibn Esra, Rdak, Malbim, Raschbam) benutzen und deren Eigenarten verstehen lernen. Die anderen Gruppen sollen einen Ueberblick des Ganzen, das Chumasch, die historischen Schriften und einige Propheten sich aneignen. Die fortgeschrittenen Gruppen lernen drei Stunden in der Woche Gmara, die anderen Mischna. Wir beschäftigen uns außerdem mit einigen wichtigen Epochen aus der jüdischen Geschichte, mit Jediat Haarez (Landeskunde) und Lektüre hebräischer Zeitungen. Ein Halbtag in der Woche wird freigelassen für kleinere Tijulim, Sport, Freizeit, Besuche und Ausstellungen. Die Schiurim haben, soweit es irgend geht, einen arbeitsgemeinschaftlichen Charakter. Die Sprache der Kurse, auch der außerhebräischen, ist von Anfang an in den oberen Gruppen Hebräisch, in den unteren Gruppen werden die anderen Fächer allmählich immer mehr in Hebräisch behandelt. In fortlaufenden Ssichot besprachen wir die Geschichte des Zionismus und des Sozialismus. Da die religiösen Fragen bei uns eifrig erörterl werden, haben wir jetzt eine Arbeitsgemeinschaft über grundlegende religiöse Fragen ein-, gerichtet. Daneben beschäftigen wir uns jetzt mit den Problemen der allgemeinen und der religiösen Arbeiterschaft, wie sie sich aus der Wirklichkeit des Kibbuzlebens ergeben, und den Fragen des Kibbuzlebens. Am Schabbat kommen oft führende Menschen des Landes zum Kibbuz und besprechen wichtige Fragen. U. a. waren bei uns Agnon (der aus seinem Leben viel erzählte und aus seinen Werken vortrug), Professor Fraenkel, Goithein, R. Binjamin, R. Assaf, Ernst Simon, Jes. Lei bowitz. Tijulim. Im Laufe des ersten Jahres lernte die erste Gruppe die verschiedenen Teile des Landes systematisch kennen. Der große Tijul umfaßte sechzehn Tage und

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