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Zion · 1935-04-01 · 4-6 (4.1935) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
4-6 (4.1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 19 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4*6 Z I O N Seite 19 Jugend heranzuführen zu dieser Arbeit, sie vorzubereiten und körperlich und geistig zur Bewältigung dieser harten, aber glückverheißenden Arbeit. In dieser Arbeit müssen sie ihren eigenen Weg gehen, gefördert, gestützt, ermutigt von uns Aelteren, nicht bevormundet, nicht gegängelt, nicht eingeengt. Unser eigener Lebensweg muß so gegangen werden, daß er ihnen Richtung weisen kann, daß sie aus ihm erkennen können, denn das wollen auch sie, wie ein Volljude sich zu den Problemen des Lebens, des vielgestaltigen, stellt und verhält — auch hier, von uns aus zu unserer Jugend, beispielhaftes Wirken und Einwirken, wie s i e es halten soll in ihrer Arbeit im Lande den zum Gesetz anders als wir eingestellten Menschen gegenüber. Ist bei uns, den Aelteren, Erez Israel nur ein Bekenntnis der Lippen, nicht aber eine Idee, die zur Tat führt, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn bei ihnen auch Gesetz nur ein Bekenntnis zur Theorie bleibt und ihr Leben nicht von ihm erfaßt wird. Unsere Jugend ist nicht schlechter als wir im Vergleich zu unseren Vätern gut oder schlecht sind, wir erreichen aber auch bei ihr nicht mehr, als frühere Geschlechter bei uns durchzusetzen imstande waren. Auch wir sind anders als unsere Väter es waren, darum nicht weniger fähig, das wahre Judentum der kommenden Generation weiterzugeben. Wir dürfen und müssen zu der von uns vorgebildeten Generation das Vertrauen haben, daß sie auf ihren neuen Wegen, die wir vielleicht nicht immer ganz verstehen können, das wahre Wesen des Judentums mit sich führen und zum Ausdruck bringen werden. Daraus ergeben sich unsere Aufgaben, die von der unabhängigen Misrachi-Landesorganisation in Deutschland seit Jahren vertreten werden: Von uns aus volle Bejahung der zionistischen Aufgaben in ideologischer und praktischer Bt^ziehung. Bedingungslose Anerkennung der Notwendigkeit, die Gesamtjudenheit zu verknüpfen mit dem Erez-Israel-Aufbau. Anerkennung der Berechtigung der Mitarbeit aller Richtungen innerhalb der Judenheit beim Aufbau, um allen eine Möglichkeit der Rückentwicklung zum Judentum in seiner wahren Gestalt zu geben. Persönliche Mitarbeit in der Werbung um das Traditionsjudentum, um die Verknüpfung des Gesetzes mit dem Aufbau des Landes unter Beweis zu stellen^ aber auch wegen der Stärkung der jüdisch-gesetzlichen Forderungen derzionistischen Organisation gegenüber, Opferbereitschaft, indem wir das kostbarste Gut, das wir besitzen, unsere Kinder, der Idee und der Bewegung, aber vor allem auch der Arbeit für das Land und im Lande zuführen. Opferbereitschaft aber auch auf dem Gebiete finanzieller Leistungen, die viele offenbar auch heute noch als schwerer zu* erbringen betrachten, als das Opfer, das sie Volk und Land mit der Hingabe ihrer Kinder zu bringen haben. Aktivität auf allen Gebieten, im Gegensatz zu dem Laufen-lasscn, zu dem Ansich-heranbringen-lassen, zu der Erwartung, daß von außen her, von anderen geschickt, was man nur selbst vollbringen kann. Man kann der Führung nicht dauernd Vorwürfe machen, daß sie nicht genügend tut. Die Führung kann die Atmosphäre der Arbeit nicht von sich aus schaffen, sie kann die sich offene barenden Kräfte und den sich kundtuenden Willen der zu führenden in eine Tat umsetzen, sie zusammenfassen und ihr Ausdruck verleihen, aber sie kann nicht eine träge, arbeitsunwillige Masse, aus der gar nicht erkennbar wird, daß und wohin sie geführt werden will, zu Aufgaben führen, die nur ihr vorschweben. Die Führung muß getragen werden von dem Vertrauen, aber auch von dem Verständnis der Geführten für die Notwendigkeiten der in Angriff zu nehmenden Aufgaben und von dem Willen, sie durchzuführen. Die am jüdischen Gesetz festhaltende Masse muß sich selbst aktivieren und mit bewußter Forderung hinter seine Führer treten. Lange genug und stark genug haben wir unsere Forderungen vor der Öeffentlichkeit vertreten. Wir erwarten jetzt von ihr die Zustimmung und wir werden sie führen — will's Gott zu besseren Erfolgen beim Aufbau unseres Landes im Sinne von Torah und Mesorah. A. A. Zum Austritt der Revisionisten Dr. Max Spangental Der Austritt der Revisionisten aus der Zionistischen Organisation ist eine eminent bedeutungsvolle Angelegenheit. Jeder Zionist spürt: Das geht mich an, das rührt an die Grundlagen unserer Gesamtbewegung. Was ist rein äußerlich geschehen? Ein Teil der Bewegung trennt sich von der Gesamtheil. Aber das erscheint schon fraglich. Wenn Teile einer Bewegung sich loslösen, mag das zu Kämpfen führen, zu Erschütterungen. Aber am Ende stellt sich die Loslösung als notwendige Folge des Wachstumsprozesses heraus, führt zur Konsolidierung, zur inneren Klärung. Und unter diesem Aspekt wird nun tatsächlich der Exodus der Revisionisten von

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