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Zion · 1935-01-01 · 1-3 (1.1935) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
1-3 (1.1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 1*3 Z I 0 N Seite 13 Bedeutung zugleich als nationale Form besitzen. Der öffentliche, allgemeine Chillul Dath, dem gerade eine so fest organisierte Macht wie die Histadruth wirksam entgegentreten könnte, versperrt für den jüdischen Menschen den Weg zum Gesetz und seinem Inhalt, der so vielleicht beschritten werden könnte, weil die Form doch entstanden ist als Ausdruck einer bestimmten Gesinnung, die sie noch in sich trägt. In Erez Jisrael gibt es keine staatliche Kulturpolitik. Umso größer ist die Aufgabe und Verantwortung aller für die Gestaltung jüdischen Lebens. Mit der Forderung nach Geltung der Thora soll nicht, wie Orbach sagte, eine Entwicklung vorweg genommen, vielmehr die Entwicklung selbst beeinflußt werden. Das jüdische Weltbild von heute darf eben nicht nur die Elemente der Haskalah aufweisen, sondern muß die ganze Weite dessen, was wir aus jüdischem Schrifttum und jüdischer Geschichte besitzen, in sich aufnehmen. Das letztens von S e r e n i geforderte Bildungsideal, in dem Plato und Kant gleichwertige Elemente neben den Nevviim seien, ist gefährlich, weil es an Menschen herangetragen wird, die noch nicht einmal das Jüdische in sich aufgenommen haben, geschweige, daß sie in der Lage wären, die Verbindung von Welt- und (ihnen im Grunde unbekannter) Volkskultur vorzunehmen. Wir müssen —. gegen Serenis Auffassung — das Jüdische „vorziehen", aus der Unkenntnis vorziehen und den anderen Literaturen vorziehen. Als Ziel des Erziehungsweges stellte Kurt Blankenstein, Hamburg, den Kibbuz hin. Menschliches Erziehungsziel ist der Chaluz. Die Mittlerenschaft des Bundes heute stellte eine anderen Generation dar, im Vergleich zu den früheren. Die „alten" Zeire Misrachisten wurden groß, als Politik noch keine harte Lebensrealität und -forderung war. Sie konnten „Bürger" werden. Aber die Jugendbewegung lockerte sie auf. Daraus stammte der Mut zum Umbruch, zur Chaluziut. Auch die Forderung des Lernens kam aus der Ideologie (nicht umgekehrt). Die Entscheidung der heutigen Jugend ist nicht mehr frei. Man muß zur Hachscharah. Vielleicht ist Bund auch Mode. Entsprechend den Aenderungen der Lebensverhältnisse ist auch der allgemeine Wissensstand der Jugendlichen gesunken. Wie kann man die verlorengegangenen Werte der Mittlerenschaft wieder lebendig machen? Die innere Erkenntnis des Judenproblems tut not. Der Zionismus, der nicht nur Rettung des eigenen Ichs ist, muß wieder aufleuchten. Wenn auch die „alte" Jugendbewegung nicht mehr zu schaffen ist, ihre Auflockerung der Menschen muß lebendig erhalten bleiben. Nach der Aufweisung der einzelnen, notwendigen, allgemeinen und jüdischen Bildungselemente (Lernen, allgemein jüdisches Wissen, soziale Grundbegriffe, Kunst und Naturwissenschaft) ging Kurt Blankenstein auf einige häufige Erziehungsfehler ein. Es ist eine Gefahr, wenn der Mensch die Lösung aller persönlichen Fragen von der Chewra erwartet. Der einzelne darf nicht in der Gerneinschaft untergehen; er soll sie bilden. Gefährlich ist es auch, die Menschen stets auf den Höhen des Gefühls schweben zu lassen. Die Wirklichkeit, die möglichst frühe Beziehung zum Beruf, Iwrith, rein als Sprache des Landes, müssen als Erziehungsfaktoren von Rang beachtet werden. Benno Offenburg berichtete von den praktischen Notwendigkeiten und Möglichkeiten, die sich in der (Erziehungs-)Gemeinschaft eines Hachscharkibbuz ergeben. K r i m f i s, Frankfurt, sprach von den Möglichkeiten, die Jeschiwa-Zeit nutzbringend zu gestalten. Als Eugen Michaelis, Leiter der wiedergewählten Hamburger Hanhala des Zeire Misrachi, der noch Lea Freimann und Kurt Blenkenstein angehören, das Schlußwort ergriff, konnte er zu Recht feststellen, daß dieser Bundestag seine Aufgabe erfüllt, die Chawerim fester miteinander verbunden hat. Alle Referate und Diskussionsreden gingen, bei aller Differenzierung im einzelnen, von der durch Thora Waavvoda gekennzeichneten Grundlinie aus. Der Zeire Misrachi hat als Bund den Charakter einer Erziehungsgemeinschaft mit politischem Ziel, der auch der Bachad angehört. Es ist die Galuthorganisation des Hapoel Hamisrachi und zugleich der Bund der Brith- Hanoar-Führer. Demgemäß mußten die Elemente unserer jüdischen Weltanschauung herausgearbeitet werden. Die politische Linie wurde gezogen, die Verbindung mit den Aufbau- und Arbeitsproblemen Erez Jisraels hergestellt, Einendes und Trennendes den anderen Gruppen gegenüber geklärt. Die große Anzahl der anwesenden Chavverim, das Niveau und der Ernst der Diskussion zeigten den festen Willen, den gewaltigen Aderlaß zu überwinden, den die Alijah so vieler Chawerim darstellt. Der V. Bundestag des deutschen Zeire Misrachi hat den Weg gezeigt, der auch heute be-

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