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Zion · 1935-01-01 · 1-3 (1.1935) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
1-3 (1.1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 1*3 Z10N Seite 11 ciischen Volkes ist auch die zweite Stellung lebenswichtig, Für Aguda und Noar-Agudati gilt, daß sie auf den Schultern des Zionismus stehen. Sicher werden die Menschen der Noar-A^udati durch die soziale Problematik des Aufbaues zur Einstellung des Hapoel-Hamisrachi gelangen. Wer heute noch abseits steht, stiftet vielleicht unersetzbaren Schaden. Erez Israel kann nicht mit dem Geist der Thora erfüllt, werden durch einen „Jischuw H a s c h 1 is c h i", der fern vom Leben sich zu entwickeln trachtet, sondern nur durch Menschen, die in täglicher Verbundenheit mit anderen ihre Leistungen und ihren Wert erweisen. Es ist beachtenswert, daß Sch. Ch. Landau den Betriff Thora wa'Awoda, gegen den Begriff „Thofa im Derech-Erez", der bei manchen seiner Ausleger nicht völlig die Assimilation verhindern konnte, aufgestellt hat. Es gibt Zeiten, in denen dringendste Aufgaben besonders betont werden müssen. Dies ist der Fall, wenn „Awoda" neben „Thora" gestellt wird. Thora und Awoda heißt Loslösung von einem gewissen Batlannt, heißt tätiger, arbeitender Aufbau einer jüdischen Gemeinschaft in Erez Israel, die der Thöra den Platz in der Wirklichkeit zuweist, den sie verdient, aber in dem gebrochenen Volksleben des Galuth nicht einnimmt. Thora wa'Awoda bedeutet den Aufbau eines sozial gerechten Gemeinwesens auf der Grundlage der Thora. bedeutet den Versuch, die Religion der Arbeit und die Arbeit der Religion vereint zu verwirklichen. In der Aussprache wurden zunächst die Unterschiede zwischen Aguda und Noar Agudati herausgearbeitet (Fritz Oberndörfer, Magdeburg). Ueber die Möglichkeiten einer stärkeren Heranziehung des S. R. Hirsch'schen Gedankengutes sprach Hans Mayer, Berlin, der auch erörterte, wieweit die Möglichkeit bestehe, die von Hirsch und Rosenzweig gegebene Interpretationen jüdischer Dinge zu vereinen. Im Schlußwort führte Josef Burg u. a. aus: Wenn die Noar Agudati sich jetzt, mit der Wirklichkeit Erez Israel beschäftigt, so muß von ihr offenes Bekenntnis zur Bedeutung de.; zionistischen Gedankens und klare Abgrenzung von den alten Führern der Aguda verlangt werden. Der Austrittsgedanke wird in Erez nicht durchgeführt werden, weil es wohl einen Austritt aus einer Gemeinde, nicht aber aus einer lebendigen Volksgemeinschaft geben kann. Unser Klall-Jisrael-Begriff will auf keinen Menschen, der auch nur mit lockeren Bindungen zum Judentum hält, Verzicht leisten. Ueberheblichkeit steht uns nicht an, nur Bewußtsein um eine Aufgabe, die inmitten des Ganzen erfüllt werden muß. Zu den Fragen unserer Verwirklichung führte das Referat von Rudi Herz über: „Das Wesen unseres Kibbuz". Ein Kibbuz, der sein Leben bis auf alle Einzelheiten auf der Grundlage von Thora wa'Awoda einrichtet, muß mehr sein als eine bloße, durch die ökonomische Situation in Erez Jisrael geforderte Form kollektiver Wirtschaftsführung. Er soll den Begriff einer jüdischen- Gemeinschaft realisieren helfen, Keimzelle eines Ganzen sein. Erziehung zum Kibbuz ist damit zugleich als Erziehung zum jüdischen Menschentum gekennzeichnet. Scharf muß die Grenze gezogen werden gegenüber aller Romantik; das Leben in Erez ist ein hartes Leben. Der Gefahr der Verflachung, der Selbstgenügsamkeit ist im abgeschlossenen Kibbuz besonders groß. Besonders groß sind aber auch die geistig-jüdischen Energien, die in der Gemeinschaft, durch die Gemeinschaft aktiviert werden können. Gewiß hat der Kibbuz noch nicht seine endgültige Gestalt erreicht. Noch weiß man nicht, wie die Gemeinschaft im Kibbuz einst aussehen wird, doch wird sie dem Einzelnen, im Gegensatz zu manchen Uebertreibungen heute, Freiheit, vor allem als ungezwungene Entwicklungsmöglichkeit gewähren müssen. Schlomo Bombach, Gehringshof, zeigte in seinem Referat „Die allgemeine Arbeiterschaft und der Hapoel Hamisrachi im Kampf um Binjan Haare z", daß, heute mehr denn je, der Poel Träger des nationalen Aufbaues ist. Die Struktur des Landes hat sich geändert. Aufbauarbeit durch die nationalen Fonds verliert leider an' Bedeutung. Die Arbeitgeberschaft organisiert sich; auf dem Lande ist die Stellung des jüdischen Arbeiters untergraben. In der Stadt gilt es für den Poel, seine momentane Stärke zu nutzen, und heute Richtlinien für ein Arbeits- und Arbeiterrecht zu schaffen, das ihn morgen schützen wird. Einer alten Forderung des Hapoel Hamisrachi gemäß, sollen sich die Arbeitsämter aus Arbeitgeber und -nehmer zusammensetzen, damit ihre Autorität allseitig anerkannt wird. Auch die Histadruth muß von gewissen nicht für Erez passenden dogmatischen Anschauungen abrücken. Für uns gilt es, durch eine starke Alijah die Möglichkeit zu schaffen, im Lande selbst im bedeutenden Maßstabe zu zeigen, was wir wollen. In allen wirtschaftlichen Fragen des Ar-

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