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Zion · 1935-01-01 · 1-3 (1.1935) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
7 (1935)
Issue
1-3 (1.1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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Nr, US Z I 0 N Seite 9 Dagegen kann zum Schluß wiederum auf etwas durchaus Positives hingewiesen werden. Ich meine die verschiedenen Vereinbarungen zwischen bestimmten Organisationen bezüglich der Erfüllung religiöser Forderungen. Hierher gehört der Vertrag der Histadiut mit dem Hapoel Hamisrachi, wonach die Krankenstationen der Arbeiter rituell, unter Aufsicht von Mitgliedern des Hapoel Hamisrachi, geführt werden müssen. Ferner die Klausel des- Nationalfonds in Pachtverträgen, daß der Schabbat gehalten werden muß. Ebenso der berühmte „Heskem", der in der letzten Sitzung des Aktionskomitees zustande kam. Vielleicht läßt die praktische Durchführung dieser Beschlüsse und Verträge da und dort mancherlei zu wünschen übrig, aber hierin wird schließlich noch Wandel geschaffen werden können. Man sieht: entspricht auch die Wirklichkeit Erez Jisraels keineswegs dem Ideal eines im Geiste der Tora erneuerten jüdischen Totalvolkstums, so sind doch nicht unbedeutende Ansätze zu einer solchen Wirklichkeit vorhanden. Ein sehr kleiner Teil der geschichtlich orientierten Judenheit hat die vorhandenen Stützpunkte geschaffen. An ihrer Gesamtheit ist es, sie auszubauen und zu erweitern. Das Geschaffene zeigt, wie viel mehr geschaffen werden könnte. Hingebende Förderung der religiös-nationalen hebräischen Kulturarbeit jeder Art, aller kolonisatorischen Bestrebungen auf religiös-nationaler Grundlage und — nicht zuletzt — des Hapoel Hamisrachi bzw. der Tora - Waawoda - Bewegung, scheinen mir die Hauptforderungen, die wir an uns selbst und an den religiös gerichteten Teil der Judenheit nachdrücklich und unablässig stellen müssen. Wir haben an Erez Jisrael eine schwere Schuld abzutragen. Bericht vom V. Bundestag des „Zeire Nisrachi" Von Dr. Josef B u r g, Leipzig. Am 25. und 26. Dezember 1934 fand der V. Bundestag des Zeire Misrachi für Deutschland statt, lieber 300 Chawerim aus dem Reiche waren erschienen. Eugen Michaelis, Hamburg, eröffnete den Bundestag und 'gedachte zuerst der Chawerim das deutschen Zeire Misrachi, die in Erez durch den Ted vom Aufbauwerk abberufen . wurden. Er erinnerte daran, daß dieser Bundestag die Aufgabe hätte, die Verbindung mit den Chawerim des Hapoel Hamisrachi zu befestigen und klar die ideologische Linie des Bundes festzulegen. In einer Kundgebung am Vormittag sprach Isi E i s n e r, Berlin, über den „Weg der religiösen Jugend"; vorher hatte Alexander Adler die Grüße der Z. V. f. D. und des Misrachi überbracht, wobei er besonders auf die gute Zusammenarbeit mit dem Zeire Misrachi hinwies, der sich als erster Jugendbund in Deutschland geschlossen in die Z. V.f. D. eingegliedert habe. Herr Schragenheim wies a.:f die Wichtigkeit der kulturellen Zusammenart eit mit den Gruppen des Makkabi hin, in dessen Namen er begrüßte. Am zweiten Tage überbrachte Herbert Sonn die Grüße der Noar Agudati, der bei aller Abgrenzung die großen Gemeinsamkeiten beider Bünde betonte. Jo^ef Burg sprach über „Die Lage der Judenheit und das gesetzestreue J u- "1 e n t u m." Trotz aller Verschiebungen sei die Lage der Judenheit durch die Ereignisse der letzten Jahre nicht grundsätzlicn geändert worden. Die Judenfrage ist nicht anders, sie ist deutlicher geworden. Eine Ausnahmestelle in bevölkerungspolitischer wie ökonomischer Hinsicht nimmt Erez Israel ein. Je mehr Menschen mit Galutheinstelluii; nach Erez kommen, umso mehr nähert sich das wirtschaftliche und soziale Bild dem der anderen Länder. Der Zusammenhang, der zwischen politischer judenfrage und der inneren Einstellung zum Judentum besteht, fordert, neben die Probleme der Judenheit die des Judentums in den Vordergrund zu stellen. Bei Vielen wird das zionistische Bekenntnis hervorgerufen durch den Antisemitismus. Der Zionismus erscheint somit als Reflexbewegung auf Vorgänge der Außenwelt. L's ist von typischer Bedeutung, daß viele Führer des Zionismus von außen her kamen, von ai:r!en zur Heimkehr bewegt wurden. Im Moment aber, wo der Zionismus aus der Assimilation zum Judentum führt, ist die Möglichkeit des Anschlusses an eine zweite Richtung im Zionismus gegeben, die aus der inneren, jüdischen Geistesläge heraus erwächst und neben dem jüdischen Menschen auch jüdisches Kulturgut erhalten will. Kultur gehört zu den konstitutiven Merkmalen jeden Volkstums; die Welt der Thora als d i e Welt jüdischer Kultur ist somit wesenhaf^ ter Bestandteil jüdischen Volkstums. Für den Zionismus muß es auch einen S i n n der jüdischen Geschichte geben, wenn nicht die Anstrengungen zum Erhalten der Gemeinschaft sinnlos sein sollen. Das Festhalten des Einzelnen an der Gemeinschaft ist nur dann sinnvoll, wenn

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