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Zion · 1934-07-01 · 7-8 (7.1934) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
7-8 (7.1934)
Date
1934-07-01
Page
Seite 60 (sequence 6)
Language
German
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Seite 60- Z I 0 N Nr. 7*8 üicht loyal genug, zuzugeben, daß die politischen Vorbedingungen für diese Leistungen aucli zionistische Leistungen sind? Dieses Zugeständnis ist aber für Herrn Dr. Breuer unmöglich, denn „nicht kann sein, was nicht sein darf, damit würde er nämlich etwas anerkennen, was er nicht anerkennen darf, daß nur eine einheitliche politische Organisation des Judenvolkes dieses gewaltige Werk vollbringen-konnte, daß immer mehr auch seine Gegner in seinen Bann zieht. Gewiß, der Aufbau Erez Jisraels (wie jeder Aufbau und wie alles Leben) beruht auf einem Wunder Gottes, wäre ohne göttliche Hilfe undenkbar und ohne Bestand. Trotzdem geschieht d>e Einführung des Wortes „Wunder" in die politische Diskussion in diesem Falle zu Unrecht. ]'« Dan hy jooid .Man darf den Hauptakzent nicht auf das Wunder legen, dort, wo die Arbeit als Grundmotiv erkannt und anerkannt werden muß. Die Wahrheit der Geschichte soll nichl durch den Schatten einer aus Gründen politischer Zweckmäßigkeit errichteten Konstruktion verdunkelt werden. II. Die Stellung der deutschen Orthodoxie zum Erez Jisrael-Aufbau. Mit der erwähnten Konstruktion ermöglicht Breuer noch etwas anderes: Werkzeuge der Vorsehung und Wunder kann man nicht in voraus sehen und erkennen. Mithin sei die Mitarbeit des Misrachi in der Zionistischen Orgarisaton unberechtigt, da er doch nicht wissen konnte, daß die Geschichte ihm (wie dem gesamten Zionismus) recht geben werde. Uns scheint es als ein unbestreitbares Verdienst des Misrachi, von Anfang an die Bedeutung Herzls sowie eines politischen Instrumentes wie der zionistischen Organisation erkannt zu haben. Jeder Unbefangene gibt zu, daß es der Mitarbeit des Misrachi, und nicht dem Abseitsstehen der Aguda zu danken ist, wenn die zionistische Organisation nicht zur Domäne der Haskala oder gar der Religionsfeindlichkeit wurde. Es ist ein Verdienst des Misrachi, über ein Drittel des zionistischen Erziehungswerkes im Geiste der Tora gelenkt zu haben. Das historische Unrecht ist bei dem Teil der Orthodoxie, zu dem Erez Jisrael nicht sagen kann:nn'nuoj? Heute bejaht die Aguda, hier meinen wir besonders die deutsche, was sie so oft verneinte: Die Wirklichkeit Erez Jisraels hat sich durchgesetzt. Die Forderung nach intensivster Erez- Jisrael-Arbeit beginnt in der Ideologie und Praxis der Aguda zu dominieren. Sie lernt um. Allen Respekt, tiefste Ehrerbietung vor Menschen wie Moses Auerbach, Josef Cärlebach "3 , die zu einer Zeit nach Erez Jisrael gingen, als für den deutschen Zionisten Schekel und Keren-Kajemet- Büchse das Höchste nationaler Pflichterfüllung darstellten. Sie sind bis gestern Ausnahmen gewesen, der Kreis der Menschen um sie blieb zu klein. Was bedeutete für die Masse der deutschen Orthodoxie Erez Jisrael, war „Golus" nicht ein leeres Wort geworden? Von den Ideen und Idealen eines Kalischer, Gutmacher, Natonek. Salvendi war schon längst keine Rede mehr. Dagegen war in der Resolution der Protestrabbiner gegen die Abhaltung des ersten Kongresses in München eine Einheitsfront orthodoxer und liberaler Rabbiner gegen den Zionismus hergestellt. Da hieß es: „Die Bestrebungen sogenannter Zionisten, in Palästina einen jüdisch-nationalen Staat zu gründen, widersprechen den messianischen Verheißungen des Judentums...". Da wußte man ganz genau, daß „Religion und Vaterlandsliebe" „in gleicher Weise" die Pflicht auterlegen, sich von den „vorerwähnten zionistischen Bestrebungen" (bezieht sich auf den Kongreß) fernzuhalten. Warum darf man heute am Aufbau eines jüdischen Gemeinwesens in Erez Jisrael mitwirken, sogar unter Umständen mit dem Zionismus zusammenarbeiten? Hat sich die Religion geändert? Oder die Vaterlandsliebe? Oder die Menschen selbst, nicht zuletzt durch die Leistung des Zionismus? 1912. nach dem unglücklichen Kulturkampfkongreß, wurde die Aguda gegründet. Schon in Kattowitz gab es Kreise, die Kampf gegen den Zionismus forderten. Trotzdem wurde beschlossen, daß die Aguda keinen politischen Charakter tragen sollte. Dann kam der Krieg, und dann... der einst abgelehnte politische Gtiarakter. Wie fruchtbar und segensbringend wäre es gewesen, wenn sich die Agudat Jisrael nicht auf das Gebiet der (antizionistischen) Politik begeben hätte. Dann wäre Platz gewesen für eine Entwicklung, die dem Misrachi wie der Aguda für das religiöse Judentum lebensnotwendige Aufgaben hätte zuweisen können. Der Misrachi wäre dann eine alle Charedim umfassende Föderation innerhalb der Zionistischen Organisation gewesen, gewichtig im Erez-Jisrael-Aufbau wie in der Organisation durch seine Auffassung vom Judentum und durch seine Massen. Die Agudat Jisrael andererseits hätte die Chinuch- und Tarbutaurgaben übernommen, gleichsam eine „Freie Vereinigung", territorial erweitert, inhaltlich vertieft. Er mutet fast wie eine Vision an, dieser Zustand, in dem kein Bruderkampf unsere Kräfte absorbiert, in dem das gesetzestreue Judentum geeint am Aufbau teilnimmt, geeint für die Tora kämpft. Wa-

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