Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 7-8 (7.1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- Seite 59 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7*8 ZION Seite 59 das neue Leben hervorgebracht hat. Im Kibbuz Rodges, wo alte Form und neuer Geist sich vereinigen und zur glücklichen Verbindung gekommen sind, sehen wir ein Beispiel, das nachgeahmt zu werden verdient. Es müssen uns Führer erstehen, die auf diese Dinge einwirken können, die wissen, worum es geht und die bei tiefer Kenntnis vom Alten und Verständnis für das Neue selbst den Weg mitgehen, den die Jugend Erez Jisraels geht, die nicht verlangen, daß nur andere nach ihrer Lehre leben sollen, die ihre Lehre selbst leben und daher Anrecht darauf haben, von anderen dasselbe Leben zu fordern. Wenn die Gründung des Misrachi-Hawatik ein Anfang auf diesem Wege ist, dann dürfen wir die feste Ho'ffnung hegen, daß eine Besserung in den kulturellen Verhältnissen des Landes eintreten wird. Diese Gruppe, die als eine Folge der vor einigen Jahren stattgefundenen Loslösung des deutschen Misrachi von der misrachistischen Weltorganisation anzusprechen ist, hat als ersten Grundsatz aufgestellt, daß religiöse Forderungen im Aufbau über die politischen zu stellen sind. Sie sieht die Durchdringung des gesellschaftlichen Lebens mit dem Geiste der Tora und der Tradition als ihr Hauptaufgabe an. Wenn Männer wie Wolfsberg, Barth und Struck mit den Rabbanim Ostrowski, Assaw und Beermann zur Vertretung dieser Gedankengänge sich zusammenfinden, kann man erhoffen, daß der Jischuw verstehen wird: Hier handelt es sich nicht um Deklaration oder um Prinzipienverfechtung, sondern darum, daß innerlich von ihrer Aufgabe überzeugte Zionisten sich einsetzen für das, was vom legitimen Judentum als Forderung an alle erhoben werden kann.. * Wir sehen prüfend auf das alte Jahr zurück und sehen, daß noch vieles in diesem Jahre zu tun ist, was wir im Vergangenen nicht zu vollbringen vermochten. Wir grüßen das neue Jahr in der Hoffnung, daß es uns gelingen wird, in seinem Verlauf das zu lösen.was uns in ihm zu lösen aufgegeben ist. Wir werden mit dem ganzen Ernst, den die Situation erfordert, an die Befriedung und den Ausbau des jüdischen Lebens heranzutreten haben. Eine nichtgehaltene Diskussionsrede. Von Dr. Josef Burg, Leipzig. In vielen Städten, darunter auch in Leipzig, war keine Diskussion zu dem Vortrag Dr. Breuers zugelassen. Dr. Josef Burg sendet uns einige im Anschluß an den Vortrag entstandene Diskussionsnotizen, die über ihr gelegentliches Entstehen hinweg an Grundsätzliches rühren. D. Red. I. Geschichte und Wirklichkeit. Ein probates Mittel, die Arbeit anderer zn entwerten, ist die Behauptung, diese Leistung sei „eigentlich" nicht von ihnen vollbracht, wäre auch so gekommen. Dr. Breuer wendet dieses Mittel an. Er erklärt den Weltkrieg als Werkzeug der Vorsehung. Was gewinnt er dadurch? Die Balfour-Deklaration und die scheinbare Möglichkeit eines Palästinaaufbaus, der nicht auf Leistungen der Zionistischen Organisation zurückgeführt werden braucht. Diesem Standpunkt gegenüber muß betont werden, daß auch im Hinblick auf Erez Jisrael der Schaden des Krieges größer war als sein Nutzen; hat er doch die kontinuierliche Arbeit gestört. Der Grundstein zu Tel Awiw war lange vor dem Kriege gelegt, Chedera schon vorher durch das Leben der Chaluzim den Händen der Malaria entrissen, der Kibbusch Awoda begann schon vor dem Wunder der Balfour-Deklaration. Und dieselbe Nachkriegszeit; die, Mittel der Vorsehung, jüdische Massen nach Erez Jisrael trieb, hat die Judenheit der Welt verarmen lassen, brachte auch nicht immer die lautersten Elemente nach Erez Jisrael, also auch hier vtoBrn rot? hs» /■ Außerdem: Wenn nicht der Zionismus bewirkt hätte, daß die Zahl der jüdischen Einwohner Palästinas nicht identisch sei mit der Zahl der Chaluka-Empfänger, wenn nicht die Aufbauleistungen der Chaluzim» der Welt gezeigt hätten, was Juden können, wenn nicht die Führer der Zionistischen Organisation Beziehungen angeknüpft hätten zur hohen Politik,' besonders in England — wo wäre San Remo geblieben, wo das Mandat? Heißt es nicht, im tiefsten menschlich unrecht gehandelt, wenn man das Ergebnis zionistischer Bemühungen und chaluzischer Hingabe durch Zuhilfenahme von Wundern verkleinert? Dr. Breuer ist, nach eigenem Zugeständnis, loyal genug, um anzuerkennen, daß es die Arbeit der Zionisten war, die Siedlungen erstehen ließ, Straßen baute, Sümpfe trocknete. Warum ist er