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Zion · 1934-04-01 · 4-5 (4.1934) · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
4-5 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 43 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 4*5 ZI O N Seite 43 hoffe jedoch, daß die religiösen Fragen ihre L'. sung finden wird und dann sind wir natürlich ebenso, wie die anderenZionisten, die heute sicn in derOpposition befinden, auch an der Frage der Exekutive interessiert. Zunächst über die religiösen Forderungen: Da sind 2 Fragen, die Herr Locker in seiner Rede berührt hat, aber diese Fragen wurden auch in der Presse und von vielen anderen Menschen gestellt. Die erste Frage: Warum jetzt und nicht schon vorher? Warum hat nicht de.' Misrachi schon auf dem Prager. Kongreß sic'i über den religiösen Stand beschwert? War tl c Lage früher etwa besser, ist dies etwa der ers-e Kongreß, der die Forderungen des Misrachi in dieser Angelegenheit nicht erfüllt hat? Und die zweite Frage ist: Uebertreibt der Misrachi nicht mit seinen Klagen, diu er in dieser Richtung erhebt und Herr Prof. Bro detzky hat nicht nur die Frage gestellt, sondern sie zur Behauptung erhoben und gesagt: „Warum übertreibt Ihr Misrachisten?" Auf diese beiden Fragen will ich antworten. Die Lage hat sich in den letzten Jahren, rs ist nicht genau festzustellen, ob im letzten oder in den beiden letzten Jahren, abe" bestimmt in den letzten Tagen, sehr verschlechtert. Nicht um Hunderprozent, sondern um Tausend. Woran ist das zu erkennen? Es ist daran zu erkennen, daß all diese Dinge, die unserem Volke hoch heilig sind, jetzt vollkommen profanisiert wurden (Raw Berlin schildert jetzt eine ganze Reihe von Einzelfällen, die charakteristisch sind für den Niedergang des religiösen Lebens in Erez Jisrael- und fährt dann fort). Es ist so schlimm geworden, daß Jeder, ob Misrachist, oder nicht Nichtmisrachist, ob Zionist, oder Nichtzionist, mit Schrecken sieht, wie der Schabbat hier in Erez Jisrael und fährt dann fort). Es ist so schlimm die Ursachen? Sicher sind sie auch wirtschaftlicher Art. Aber nicht im selben Umfange wie in der Gola. In der Qola entweiht man den Schabbat aus Zwang, hier aus Uebermut. Weil die Arbeiter während der Woche bei anderer beschäftigt sind, verrichten sie ihre Arbeit aal ihren eigenen Felder und in ihren eigenen Häusern am Schabbat. Noch ein anderer Grund in vorhanden: Unter den großen Zustrom von Menschen, die aus Chuz Laarez kamen, befanden sich sehr viele, ohne jede Vorstellung von Judentum. Vielleicht fehlen ihnen auch Kenntnisse von anderen Dingen. Aber der Sinn für jüdische Tradition geht ihnen bestimmt ab. Sie arbeiten, sie reisen, sie tun jede Arbeit am Schabbat. Noch andere Gründe sind anzuführen, die zu diesen Verfallerscheinungen geführt haben. Und hier muß man sich insbesondere an unsere Freunde von der Linken wenden... Der Unterschied zwischen der Linken und anderen Kreisen ist der: Während sich andere Kreise, wenn man sie auf etwas hinweist, wenigstens sich zu rechtfertigen versuchen, wobei es gleichgültig ist, ob es ihnen gelingt oder nicth, sagen die Linken wenn s ie den Schabbat entweihen oder wenn sie Newela und Trefa essen: „Wir haben das getan und werden es tun", „wif haben gegessen und werden weiter essen". Hier herrschen zwei Uebelstände vor: 1. daß man überhaupt keine Anstrengungen macht, um eine Aeriderung herbeizuführen und 2. bekommt die Angelegenheit einen offiziellen Charakter . . . (Der Redner weist auf verschiedene Vorkommnisse hin, wo man die Notwendigkeit zu Chilul Schabbat damit begründen wollte, daß hier öffentliche Arbeiten vorlägen, geht ein auf die bekannte Angelenheit der Hafenarbeiter aus Saloniki und beschäftigt sich mit Entschuldigungen, die häufig vorgebracht werden, daß diese und jene Arbeit besonders dringend war und fährt dann fort). Daß ist die Lage des Schabbat in Erez. Es ist keine Uebertreibung, Herr Dr. Brjdetzky, die Tatsachen sprechen genug. Wenn s% so ist, daß der Schabbat für große Kreise fast nicht existiert, wenn man öffentlich Newela und Trefa ißt, was ist noch mehr zu sagen? — Wenn wir behaupten, daß die Gefahr für eine Verwüstung des Landes besteht, noch bevor es aufgebaut wird, so muß man verstehen, daß hier ungeheure psychologische Gefahren vorliegen. Wenn der Chilul Schabbat öffentlich verabscheut wird, wenn man erkennt, daß es nicht zum Chilul Schabbat kommen darf, dann ist die Gefahr nicht so groß. Wenn jedoch in der Exekutive nur solche Menschen sitzen, von denen einer neulich öffentlich schrieb, daß man die Form des Schabbat verändern müsse — Sie kennen den Schreiber, ich brauche seinenn Namen nicht zu nennen —... und demgegenüber in der Exekutive sich nicht ein Mensch befindet, der den Schabbat hält, so sieht es aus, als ob dieser Uebelstand, von dem hier gesprochen wurde, seine Sanktionierung durch die Leistung, durch die Oeffentlichkeit und durch den ganzen Zionismus erfährt. Wir haben auf dem Kongreß das Verbot von öffentlichen Zusammenkünften an Schabbat gefordert. Was verstanden wir darunter? Daß keine öffentlichen Zusammenkünfte von einer Stadt zur anderen Stadt stattfinden. Diese Sachen hat große Empörung hervorgerufen: „Wie kann man Zusammenkünfte verbieten!" Als diesen

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