Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 4-5 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 44 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 44 Z I O N Nr. 4*5 Pessach in Tel Awiw Versammlungen verboten wurden, weil man fürchtete, daß es zu Streitigkeiten kommen könnte, so war das möglich. Aber um des Schabbat willen geschieht nichts! Man hat am Chanukka das Kinderfest aufgehoben, nur weil es jemanden stören könnte. Um des Schabbat willen jedoch wird keine Feier aufgehoben. Sind der Untergang des Schabbat und der Untergang des ganzen Judentums nicht geeignet, Anstoß zu erregen? ... Unsere Forderungen richten sich deshalb mehr an die Arbeiterschaft als an eine anderen Stelle, weil andere Stellen weniger bedeutend u. verstreut sind, während die Arbeiterschaft eine einheitliche Gruppe darstellt von qualitativer und quantitativer Gewichtigkeit. Mit Recht betont die Arbeiterschaft ihr Verdienst um die Hebräisierung des Landes, aber wenn sie für das Gute, das sie geschaffen hat, die Verantwortung übernimmt, so ist sie ebenso dazu verpflichtet, die Verantwortung für herrschende Mißstände zu tragen"... Raw Berlin setzte sich dann mit den Vorwürfen der Boykottierrung der zionistischen Fonds auseinander und verteidigte die von der Misrachi- Leitung in dieser Frage eingenommene Haltung. Er ging dann über zum Problem des Rücktritts der Zionistischen Exekutive. An dem Schluß seiner Rede stellte Raw Berlin folgende Ausführungen: „Sie müssen verstehen, daß es uns nicht mehr möglich ist, länger zu warten, weil uns die Bewegung nicht weniger teuer ist, als Euch, die wir unsere Seele für sie einsetzen, vielleicht mit einem Mangel an Disziplin, den großen Rabbani.ii und den Fürsten der Tora gegenüber, mit denen wir uns zu allen Zeiten verbunden fühlen. Wir haben uns jedoch gegen die Großen des jüdischen Volkes aufgelehnt um des Zionismus willen. Der Zionismus hat uns Opfer gekostet, wie vielleicht Euch nicht... Wir, der Misrachi, werden uns auf keinen Fall an einer Exekutive beteiligen, wenn unsre religiösen Forderungen nicht erfüllt werden. (Aus dem Hator Nr. 16 vom 13. 4. 1934). AUS DER REDE VON BERL KAZNELSON. ... Vor einiger Zeit hätte man viel gut machen können, hätten Sie nicht Ihr Ziel darauf gerichtet, auf dem Kongreß Politik zu treiben und die Welt in Erregung zu setzen, mit dem Boykott der Fonds, sondern hättet Ihr an „Tachlit" gedacht. Wir haben einmal uns mit dem Hapotl Hamisrachi zusammengesetzt und ein Uebereinkommen getroffen, in der Frage der Arbeite krankenkasse. Die Chawerim des Hapoel Harn srachi sind der Kupat Cholim beigetreten und die Kupat Cholim hat sich verpflichtet, ihre Institutionen vollkommen kascher zu führen und komm; diesem Verpflichtungen nach. (Zwischenruf Mo sehe Schapiro: Stimmt!). Der Hapoel Hamisrachi hat damit für sich und für andere etwas erreicV. Wie war das möglich? Weil hier nicht Politik getrieben wurde. Wäre der Hapoel Hamisrachi gekommen und hätte gesagt: „Ihr habt Küchen und wir wollen dort essen, richtet sie so ein, daß wir von ihnen Gebrauch machen können"—; ich bin überzeugt, daß die Leitung der Histadrut es als ihre Pflicht betrachtet hätte, die Angelegenheit zu ordnen. Man braucht deshalb keinen Lärm zu schlagen und den Kongreß zu beschäftigen. Dazu bedarf es einer gegenseitigen Achtung und ein gegenseitiges Verstehen und nicht eines Zwanges. (Aus dem Hator Nr. 16 vom 13. 4. 1934). Verantwortlich für die Redaktion: Alexander Adler, Berlin N 54, Neue Schönhauserstr. 9 — Verlag des„ZION": Berlin N 54, Neue Schönhauserstr. 9 — Druck: Fürst, W30 Goltzstr. 26/ Auflage 1500