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Zion · 1934-04-01 · 4-5 (4.1934) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
4-5 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 37 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 4*5 Z I 0 N Seite 37 jüdische Volksfest wieder seine besondere Bedeutung erhalten, unter ihnen der Lag be'Omer. Er gilt nicht der Verehrung von Kriegshelden und Politikern, sondern dem Gedächtnis der Helden des Geistes und der Seele. Möge unsere Generation, der von Gott die große Aufgabe des Aufbaus Erez Jisrael zugewiesen ist, in der Trauerzeit der Sefira, die auch soviele traurige Erinnerungen an das Galut birgt, den Lichtpunkt finden, der uns zu einer weisenden Feuersäule werde, die jüdische Lehre. Voller Sehnsucht zählen auch wir die Tage zu einem neuen Erlebnis des Mattan Tora in Erez Jisrael, daß die Tora, deren Offenbarung einst die Krönung des Befreiungswerkes darstellte, auch ferner dem Leben des jüdischen Volkes in der alten Heimat die jüdische Prägung schenken möge; damit der Geist, der aus den Gräbern der alten Lehrer aufsteigt, den Schülern einer jüdischen Zukunft neue Kraft und neues Leben einhauche. Raw Kook Dr. Simon Schlesinger. (Fortsetzung und Schluß). Palästina, Sx-ic» p«*, als Ort der jüdischen Zukunftshoffnung, als Schauplatz der einstigen und zukünftigen Verwirklichung des jüdisch-göttlichen Staatsideals, ist der dritte Zentralpunkt von Kpoks religionsphilosophischem Denken. Hier zeigt sich deutlich der Einfluß der Kabbala auf Kooks System. Ihr entlehnt er die Auffassung von der buchstäblich zu nehmenden Heiligkeit dieses Landes. Nur dieses Land ist fähig, ein Volk zu tragen, das seiner Aufgabe gerecht werden kann. Der ßnpn nn ,der heilige Geist göttlicher Inspiration, ist gebunden an dieses Land," und diesen tnpn nn sieht Kook in weiteren Auswirkungen wirken, als nur in der hni::, , in der Prophetengabe, die nur in Erez Jisrael zur Auswirkung kommen kann, wie dies bereits Maimonides im Anschluß an einem talmudischen Ausspruch ausführt. Der tnpn nn wirkt auch im Sanhedrin, also im Dyn nn, in der Volksseele, die eben durch die Vertreter dieses Volkes, den Insassen des Sanhedrions, dargestellt wird. Und der Bestand des Sanhedrion, dessen Beschlüsse eben als Beschlüsse, die unter Mitwirkung des trrpn nn zustandekamen, bindende, gesetzliche Kraft haben, ist an seinen Aufenthalt in Erez Jisrael gebunden. Und den EHpn nn empfindet Kook in der Geistestätigkeit der in Palästina lebenden Führer der Vergangenheit überhaupt und erhofft ihn auch für deren Tätigkeit in Gegenwart und nächster Zukunft. Die '"k W nmin, , die palästinensische Tora, unterscheidet sich dadurch und steht eben dadurch über der h*n hw nmw, der außerpalästinensischen Tora, daß die in Palästina geübte Toraforschung auch begabt ist mit dem ttnpn nn! So will er in einem Briefe an den Verfasser des D»3»mn nnn, R. J. Eisik Halevi, es erklären, daß die einem jeden Leser des palästinensischen und babylonischen Talmuds auffallenden Unterschiede bestehen in den Diskussionen und geistigen und methodischen Operationen der talmudischen Lehrer jener beiden Länder. In Babylonien war es neben der oft verschütteten Ueberlieferung die Geisteskraft, die rationale Vernunft allein, die da den Sinngehalt einer halachischen Quelle erschloß, und auf Grund derer die praktische Halacha festgesetzt wurde. Die Diskussionen im palästinensischen Talmud haben dagegen einen oft abrupten Charakter, deuten oft nur an, wo in Babylonien erst lange Diskussionen geführt werden, überspringen Zwischenglieder und machen daher das Verständnis für den heutigen Lernenden so schwierig. Hier in Palästina wirkte in all diesen geistigen Disputen eben der vtpn nn mit, der hier in der geistigen Intuition zum Ausdruck kam, in dem intuitiven, ingeniösen Erfassen eines Sachverhalts, einem Erfassen, das der logisch bündigen/ lückenlosen Schlußreihe entbehren konnte und sich die Andeutung genügen ließ. Als letzter Punkt sei noch besprochen, wie das Verhältnis der rein jüdischen Lehre, der jüdischeu. Weltanschauung zum außer jüdischen, «rein menschlichem Denken in Kooks System sich gestaltet. Es gibt — und das ist wieder rein halachisch belegbar — eine doppelte Wertereihe. Es gibt allgemein sittliche Werte, die für jeden Menschen gelten, und es gibt typischjüdische Wertsetzungen, die nur den jüdischen Menschen zu binden haben. Die allmenschlichen Werte sollen durch das allgemein-menschliche Denken und Forschen gefördert werden, die rein jüdischen durch das jüdische Denken. Dabei unifassen die jüdischen Werte i n sie Ii auch die allgemein menschlichen, zu denen für den Juden nur noch h i n z u k o rn m e n die speziell jüdischen. So ist der ideale Zustand, daß das Judentum Tür und Tor öffnet für den Eingang all des Wertvollen, das im.außerjüdischiM Kreise geschaffen, erdacht und erforscht wird, um es dort in die jüdische Form zu kleiden, wenn es einer solchen Einkleidung noch bedarf,.oder dort es der antijüdischen Formen und Miferscheinungen zu entkleiden und lediglich den von der entstellenden Schale gereinigten Kern zu bewah-

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