Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 4-5 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 36 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 36 ZION Nr. 4*5 Midrasch heißt, die Schüler seien gestorben von Pessach bisnixyn Dnsdas sir^d 15 Tage vor Schawuot". 15 Tage vor dem Schawuotfeste aberist der 34. Omertag. Nach dieser Berechnung gehört der 33. Omertag noch zur Trauer, die erst am 34. aufgehoben wird, wie auch einige Poskim entscheiden. Bet Josef erwähnt ferner eine Stelle aus einer Drascha des Ibn Schoeib, eines Schülers des Raschba, dort zitiert im Namen der Tossafot, wonach das Sterben der Schüler nicht gerade am 33. Omertage aufhörte, sondern sich auf 33 Tage erstreckte, die jedoch nicht zusammenhängend waren, nämlich die Tage, an denen Tachnanua gebetet wird. Nach dieser Ueberlieferung soll das Sterben an den Tagen, an denen innerhalb der 7 Wochen kein Tachanun gesagt wird, nicht stattgefunden haben. Als solche zählt Bet Josef folgende 16 Tage auf: 7 Tage Pessach, 7 Sabbat und 2 Tage Rosch Chodesch. Diese Ableitung birgt jedoch eine Reihe von Schwierigkeiten, die nicht näher erörtert werden sollen. Aus diesen Versuchen erkennen wir die große Mühe, die Poskim aufwandten, um die Zahl 33 zu gewinnen, bzw. die Berechtigung des Lag be'Omer zu erweisen. Beide Wege der Berechnung finden in der religiösen Praxis ihren Ausdruck, da Schulchan Aruch Or. Chajim 493 den Minhag erwähnt, daß man sich 33 Tage nicht scheren darf, sondern erst am 34 Omertage. Daneben gibt es den Minhag, der eine Verbindung beider Berechnungen darstellt, daß man die Trauer erst Rosch Chodesch Ijar beginnt, dieselbe am 33. Omer unterbricht und sie wieder bis zum Schawuotfeste übt. Da Maimonides, die Trauerzeit nicht erwähnt, und Bet Josef die beiden Berechnungen bis auf Serachja Halewi bzw. Tossafot zurückführt, andererseits eine Entscheidung der Geonim bereits erwähnt wird, so geht daraus hervor, daß der Minhag, die Sefira als Trauerzeit zu begehen, ein alter ist, daß sich jedoch der Minhag als feste Einrichtung mit Inwhaltung des Trauerbrauches, .des Scherverbotes, frühestens nach den Kreuzzügen eingebürgert zu haben scheint, die ihre blutigen Spuren gerade in der Sefirazeit hinterlassen haben. Man hob nun in der Trauerzeit besonders die 33 Tage hervor und gewann in dem 33. Tage die Verbindung mit einem der bedeutendsten Schüler R. Akibas, R. Simon b. Jochai, dessen Todestag nach der Kabbala der 18. Ijar gewesen sein soll, euphemistisch genannt „Hochzeitstag des R. Simon b. Jochai". Diese Verbindung, die sich unter dem Ein- *) Dazu vgl. Schekal, III, 1, fluße des Sohar vollzog, erklärt sich durch die inneren Beziehungen, die zwischen Schüler und Lehrer bestanden und durch eine gewisse Parallelität im Leben beider. R. Akiba vertraute seinem Schüler Simon b. Jochai, der ihn im Gefängnis besuchte, 5 Lebensregeln an (Pes. 112a), nachdem vorher berichtet wird, daß er seinem Sohne Josua 7 Lebensregeln hinterlassen hatte. In jener gefährlichen Stunde, in der jedes gelehrte Torawort dem Meister den Tod bringen konnte, zog er nur seinen Sohn und seinen Lehrlingsschüler ins Vertrauen. Denn „wer den Sohn seines Nächsten Tora lehrt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er ihn gezeugt" (Sanh. 19 b). Und in Gitt. 67 a wendet sich R. Simon, in seelischer Verbundenheit mit seinem geistigen Vater an seine Schüler mit dem Geständnis, daß „seine Lehrnormen ausgewählt sind aus den ausgewählten Normen des R. Akiba". Eine gewisse Parallelität im Leben des Lehrers zeigt sich darin, daß R. Akiba nach 12 Jahren des Lernens heimkehrte (Nedar. 50 a und Ketub. 62 b), sich jedoch wieder umwandte und weitere 12 Jahre lernte. Nach Aboth d. R. Nath. VI begann R. Akiba nach 13 Jahren des Lernens seine Wirksamkeit als Lehrer. Nach Lev. r. 21, i lernte Simon b. Jochai mit Chananja b. Chachinai 1.? Jahre bei R. Akiba, nach Ketub. 62 b lernte Chananja allein 12 Jahre. R. Simon hielt sich später zur Zeit der Verfolgungen mit seinem Sohne 12 Jahre in einer Höhle auf und lernte Tora (Sabb. 33 b). Nach dieser Zeit verließen sie diese auf eine Botschaft des Propheten Elia hin, kehrten jedoch wieder um und blieben weitere 12 Monate. Nach einer anderen Ueberlieferung (Gen. r. 79, 6; Kohel. r. 10, 11; Midr. Esth. zu 1,9) verweilte Simon 13 Jahre in der Höhle. Wie der Schüler in einer Höhle lebte, beschützt vom Propheten Elia, so trug dieser den Leichnam des Rabbi Akiba aus dem Gefängnis, in eine Höhle (Midrasch Mischle zu 9, 1; Jalk. § 944). Und schließlich hat die Kabbala beide zu Autoren kabbalistischer Werke gemacht, R. Akiba zum Verfasser des Sefer Jezira und R. Simon b. Jochai zum Verfasser des Sohar. Diese Beispiele rechtfertigen die Annahme, daß sowohl die Vertrautheit zwischen Lehrer und Schüler als auch eine gewisse Aenlichkeit im Schicksal auch die Verbindung des Lag be'Omer als Tag des Aufhören des Sterbens der Schüler des R. Akiba mit dem Todestage des R. Simon b. Jochai von Einfluß gewesen ist, und daß diese Verbindung ihre tiefste Ausprägung durch die Kabbala erhalten hat. Durch die Auferstehung Erez Jisraels hat das