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Zion · 1934-04-01 · 4-5 (4.1934) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
4-5 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 35 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4*5 ZION Seite 35 mit deren Aufgaben und drückt ihren Willen au:, auch fernerhin an deren Lösung in voller Ve." antwortlichkeit mitzuarbeiten. VI. Die Arbeitstagung anerkennt die Notwendigkeit einer einheitlichen Führung und Vertretung des deutschen Judentums. Sie sieht in der Reichs- Vertretung der Deutschen Juden das geeignete Instrument, diese Funktion auszuüben und dankt ihr für die bisher eingenommene Haltung und geleistete Arbeit. Einiges zur Entstehung des Lag Be'omer Von Dr. Victor, Hindenburg, O/S. Die Sefirazeit als Brücke zwischen Pessach und Schawuot hat sich uns von Kindheit an als die düstere Trauerzeit eingeprägt, die wie durch einen plötzlichen Lichtstrahl am Lag be'Omer* unterbrochen wird, um dann ihren Weg fortzusetzen, bis das Licht der Offenbarung am Sinai die Schatten der Trauer verdrängt. Das war nicht immer so. Einst war die Sefira die Zeit der Freude und des Jubels. In der Wüste rüstete sich Jisrael freudig auf den Tag, an dem es die Tora empfangen sollte. Und im eigenen Lande war die Zeit zwischen der Gersten — und Weizenernte die Zeit des hoffenden Lebensgefühls und einer zukunftsfrohen Glücksstimmung. Die Loslösung vom eigenen Boden nahm dem jüdischen Volke auch den natürlichen Frohsinn, der mit dem Wachsen und Werden der Natur als Schöpfung und Geschenk Gottes unlöslich verbunden ist. Das Wesen der Omerzeit war nicht mehr aas frohe Zählen des Landmannes, der erwartungsvoll dem Tag der neuen Ernte entgegensieht, au. dem er in dankbarer Freude dem Spender alles Segens sein Opfer darbringt. Das kennzeichnende Merkmal der Omerzeit wurde vielmehr die Trauer, zur Erinnerung an das Sterben der Schüler des Rabbi Akiba, die eben nur durch den Lag be' Omer unterbrochen wird, an dem das Sterben aufhörte. Dieser Tag ist im Galut eigentlich nur dadurch kenntlich, daß man kein Tachanun betet und daß an ihm die für die Sefira geltenden Trauerbestimmungen aufgehoben sind; während der 33. Omertag in Erez Jisrael das Volksfest der Schuljugend ist, die an diesem Tage zu dem Grabe eines Schülers des Rabbi Akiba, des R. Simon ben Jochai hinauszieht, dessen Todestag der 18 Ijar gewesen sein soll. Ein merkwürdiges Volksfest. Man begeht den Lag be'Omer als Freudentag in Erinnerung an das Aufhören des Sterbens der Schüler des R. Akiba, und man feiert ihn dadurch, daß man die Jugend zu dem Grabe desjenigen führt, der an diesem Tage gestorben ist. Was sagen unsere Quellen über Ursprung und Bedeutung des Lag be'Omer, und welches ist die Verbindung mit Rabbi Simon ben Jochai? In Megillat Taanit, dem Büchlein, das die Freudentage des alten Jisrael enthält, ist der 18. Ijar nicht erwähnt. Auch Midrasch und Talmud geben uns kein klares Bild. Einige Quellen (Gen. r. 61, 3; Kohel. r. 11, 10) sprechen von 12000 Schülern, andere (Jebam. 62b; Nedar. 50 a; Ketub. 62 b) von 24 000. Tanch. Chaje Sara 6 erwähnt sogar nur 300 *). Auch über den 18. Ijar oder den 33. Omer als Tag des Aufhörens des Sterbens erfahren wir nichts. Jebafn. 62 b und Kohel. r. 11, 10 überliefern, daß die Schüler zwischen Pessach und Schawuot starben. Es geht aus den Quellen auch nicht hervor, welches die Ursache des Sterbens war. Jebam. 62 b überliefert, „weil sie einander keine Ehrung erwiesen, starben sie an einem bösen. Tode, der Bräune". Gen. r. 61, 3 und Kohel. r. 11, 10 erklären, „weil ihre Augen gegeneinander mißgünstig waren." Worauf beruht nun der 33. Omer oder der 18. Ijar als der Tag, an dem das Sterben der Schüler des' R. Akiba aufhörte, und seit wann ist die Sefira als Trauerzeit begangen worden? Maimonides, der in Hilchot Temidim Umußafim VII, 22—25 das Omerzählen behandelt, erwähnt weder die Trauer noch Lag be'Omer. Es ist interessant, wie sich Beth Josef in Tur Orach Chajim 493 bemüht, den Lag be'Omer zu erweisen. Tur erwähnt nämlich den Minhag, daß man zwischen Pessach und Schawuot nicht heirate wegen des Sterbens der Schüler des R. Akiba. Auch die Geonim hätten in diesem Sinne entschieden. Es gäbe Orte, in denen es Minhag sei, sich in dieser Zeit nicht zu scheren. Manche täten es von Lag be'Omer an, weil an diesem Tage das Sterben aufgehört habe. Bet Josef versucht auf zweifachem Wege, den 33. Omertag zu gewinnen. Er zitiert eine Stelle aus Abudraham, deren Ueberlieferung bis auf Rabbi Serachja Halewi im 12. Jahrhundert 'iu rückgeführt wird: „Ich habe gehört, daß es im *) Die Abweichung in der Zahl der Schüler tet nicht verwunderlich, da in den rabbinischen Schriften die Zahl 12 (oder ein Mehrfaches bzw. ein Teil) und 13 als runde Zahl gebraucht werde >, wie aus unzähligen Stellen hervorgeht, die hienicht angeführt werden können.

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