Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 4-5 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 32 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 32 Z I 0 N Nr. 4*5 Hapoel Hamisrachi auf das von der misrachistischen Arbeiterschaft geleistete Werk ein. Er gab einen Ueberblick über das Entstehen der einzelnen Siedlungspunkte, schilderte das Leben in Kibbuz Rodges und behandelte auch die ideologischen Probleme der gesetzestreuen Arbeiterschaft in Erez Jisrael. 9 Nach diesen drei Referaten wurde in der Generaldebatte eingehend über alle in den Referaten angeschnittenen Probleme ausführlich diskutiert. Die Debatte, die auf einem recht hohen Niveau stand, beleuchtete insbesondere unser Verhältnis, zum Revisionismus, zur Aguda und auch unsere Stellung zum Weltmisrachi. Herr Dr. Georg Lewy, Herr Rabb. Dr. Harry Levy, Herr Plachzinski, Karlsruhe, Herr Brecher, Essen, Erwin Bürger, Hamburg waren die Hauptredner in der Debatte. Der Nachmittag stand im Zeichen der praktischen Arbeit in Deutschland. Nachdem I s i E i s n e r über die Situation in der UMLOD und ihre Arbeit in der ZVfD. berichtet hatte, wurden in dem Referat von Herrn Dr. Georg Lewy, Breslau über Methoden der Ortsgruppenarbeit wertvolle Anregungen gegeben. (Das Referat ist wörtlich im Protokoll der Tagung wiedergegeben, das durch das Zentralbüro der Unabhängigen Misrachi Landesorganisation Deutschlands zu beziehen ist). Die von den misrachistischen Frauen geleistete und zu leistende Arbeit wurde von Frau Dr. Blau und Fuau Dr. Z u n t z (beide Hamburg) geschildert. (S. Protokoll). Auch die misrachistische Jugend- und Hachschara-Arbeit nahm einen großen Raum auf der. Tagung ein. Leo Zitronenbaum informierte die Vertreter der Ortsgruppen über das Werk des Brith Chaluzim Dathiim und er verstand es, die Tagung von der Wichtigkeit der Aufgaben unseres Chaluz-Verbandes zu überzeugen. Was die religiöse Jugendalijah für den misrachistischen Gedanken bedeuten kann, schilderte Ismar Jeremias. Die Situation des Gehringshafes wurde von dem jetzigen Leiter Schlomo Goldman dargestellt. Mit besonderer Freude konnte die Tagung den landwirtschaftlichen Experten der Zentralstelle für Jüdische Wirtschaftshilfe, Herrn Biesenthal, begrüßen, der den Gehringshof aus eigener Anschauung kennt und der die dort geleistete Arbeil mit fachmännischen Augen gesehen beurteilte und auch würdigte. Besonders eindrucksvoll waren die Schlußworte der Hauptreferenten der Tagung von Rabb. Dr. Hoffmann und Alexander Adler. Es gelang ihnen aus dem Verlauf der Diskussion und der Auseinandersetzung mit ihr eine einheitliche Richtlinie herauszuarbeiten, zu der sich die gesamte Tagung bekannte. Zur Ideologie der U. M.L. O. D. Von Herrn Rabb. Dr. Hoffmann, Frankfurt a. M. VORBEMERKUNG DER REDAKTION. Das inhaltsreiche Referat, das Herr Rabbiner Dr. Hoffmann auf der Tagung hielt, liegt im Wortlaut leider nicht vor. Der Redner sprach ohne Konzept, und wir haben versucht, auf Grund der Notizen eines Teilnehmers die Leitgedanken d-.s Referates zu rekonstruiren und geben sie hie auszugsweise wieder. Es ist klar, daß duren solche Rekonstruktion die ausgezeichneten Formulierungen nur schwach wiedergegeben werden können. Was ist der Misrachi und was will er? Der Misrachi steht auf dem Boden des geschichtlich überlieferten Judentums. Er richtet den Blick auf die große geschichtliche Linie des Judentum-. Er bejaht die Totalität des Judentums, in dessen Bereich alle religiösen, alle nationalen, alle kulturellen und wirtschaftlichen Belange hineingehören. Misrachi bedeutet eben nicht religiöses Judentui plus Nationalismus und nicht na'ioi.ales Judentum plus Religion, sondern Misrachi bedeutet das organisch gewachsene religiös-nationale Judentum, in dem die religiösen und nationalen Elemente s innig miteinander verpflochten sind, daß eine Auflösung in religiöse und nationale Bestandteile schlechterdings nicht möglich ist. Wir haben du her das Recht zu sagen, Misrachismus ist nicht eine Spielart des Judentums, sondern die geschichtliche Linie des Judentums. Misrachi steht auf dem Boden des zionistischen Programms. Er teilt die geschichtliche Auffassung des Zionismus. Er bejaht che zionistische Lösung der Judenfrage und ist entschl'-ssen, gle'ch den anderen zionistischen "Brüdern, seine ideellen und materiellen Kräfte für den A.uTiau unseres Landes, unseres heiligen Landes einzusetzen. Er teilt die Hoffnungen des Zionismus, aber das jüdische Land ist dem Misrachi nicht Selbstzweck, sondern es ist ihm das Medium für die Erhaltung des jüdischen Volkes im Geiste und im Leben der Tora. Zuerst war der Sinai, dann kam Erez Jisrael. (Der Redner setzt sich mit den politischen Methoden des* allgemeinen Misrachi auseinander, betonte, daß die Krise, in der sich der Weltmisrachi befindet, nicht eine Krise der misrachisti-