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Zion · 1934-04-01 · 4-5 (4.1934) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
4-5 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 31 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4*5 ZI O N Seife 31 die Versammlung einen Appell richteten, durch Vertiefung des Wissens um die jüdischen Dinge, durch stärkeres Eindringen in das jüdische Geistesgut ein neues, kampffähiges Geschlecht zu schaffen, das besser als das Heutige in der Lage sein muß, ein jüdisches Leben in Reinheit und in Heiligkeit zu führen. Es war das erste Mal, daß unsere Jugend zeigte, daß sie sich mitverantwortlich fühlt für die Arbeit des Gesamtmisrachi, daß sie nicht hur für sich, also rein für die Zukunft, sondern auch für die Gegenwart, die ja von Moment zu Moment immer bereits der Vergangenheit angehört, mitzuarbeiten bereit und auch in der Lage ist. Stam-Misrachi, Zeire Misrachi und Brit Chaluzim Datiim hatten eine wirklich gemeinsame Tagung und arbeiteten als ein einheitliches Ganzes an der Gestaltung jüdischer Zukunft. Das war das große Erlebnis der Ortsgruppentagung vom 30. April 1934. A. A. Bericht über die Arbeitstagung. Im Anschluß an die Arbeitstagung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, über deren Verlauf und deren Bedeutung in der „Jüdischen Rundschau" ausführlich referiert wurde, fand am Montag, dem 30. April 1934, in Berlin die Arbeitstagung der Misrachi-Ortsgruppen statt. Welches Bedürfnis für diese Tagung vorhanden war, ist aus der Tatsache zu ersehen, daß, trotzdem diese Tagung an einem Wochentage stattfand, sie von Vertretern von 22 Ortsgruppen beschickt war. Im Auftrage der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nahm Herr Dr. Franz Meyer an den Verhandlungen teil. In dem grundlegenden Referat von Herrn Rabbiner Dr. Jacob Hoffmann, Frankfurt a. M., über die Ideologie der Unabhängigen Misrachi-Landesorganisation Deutschlands, das wir weiterhin in Auszügen veröffentlichen, war die Basis gegeben, von der aus alle für die misrachistische Bewegung in Deutschland aktuellen Probleme unter einem überzeitlichen Aspekt gesehen werden konnten. Diese Grundeinstellung kam auch in dem Referat von Alexander Adler über die Situation des gesetzestreuen Judentums in Erez Jisrael zum Ausdruck. Bei aller Kritik, das ging aus seinen Ausführungen hervor, die an der religiösen Haltung weiter Kreise in Erez Jisrael zu üben j ist, muß doch anerkannt werden, daß auch in diesem Sinne in Erez Jisrael vieles geleistet worden ist. Man darf nicht von einem Volk, das gewohnt ist, nach Jahrtausenden zu rechnen, verlangen, daß es ihm gelingt, in einem Zeitraum von 30 Jahren all die Uebelstände abzustellen, die das Leben in der Gola hervorgebracht hat. Das Land Erez Jisrael macht noch immer weise. Viele Menschen, die hinübergegangen sind, beladen mit Unverständnis und Abneigung gegen 'das jüdische Gesetz, jetzt haben sie erkannt oder beginnen sie zu erkennen, daß ein Leben in Erez Jisrael ohne jüdische Form leer bleibt und daß jüdisches Leben nach äußerlich sichtbaren Formen drängt und daß sie lebenserhaltend wirken nicht nur in der Gola, sondern auch in Erez Jisrael. Herr Adler betonte die ungeheure Wirkung des Schabbat in Erez Jisrael, das Fluidum, das von ihm ausgeht, dem sich keiner entziehen kann. Man ist mit dem Erreichtten nicht zufrieden, aber es muß doch festgestellt werden, daß es keine Stadt in der Welt gibt, der der Schabbat ihren Stempel so aufdrückt, wie die jüdische Stadt Tel Awiw. Hätte man im Misrachi rechtzeitig verstanden, Fragen der Religion nicht mit politischen Forderungen zu verquicken, der geistige Einfluß des Misrachi hätte weit größer sein können, sein Schulwerk weit mehr wirken können, als es so der Fall war. Der Redner setzte sich ausführlich mit den politischen Methoden der verantwortlichen Führer des Misrachi auseinander und zeigte die Gefahren auf, zu denen sie führen müssen. Nur eine Möglichkeit gibt es, den Jischuw religiös zu beeinflussen und ihn empfänglich zu machen für den großen Gehalt, den die religiösen Güter des jüdischen Volkes in sich bergen: das Beispiel. Nicht durch politische Forderung gelingt Erziehung, sondern nur indem man das Leben vorlebt, das man für vorbildlich erachtet. Die misrachistische Arbeiterschaft, die sich diesen Weg erwählt hat, um für das jüdische Gesetz zu wirken, hat weit größere Möglichkeiten, den Geist des Landes zu gestalten, als die von der älteren Generation bisher angewandten. Der Redner schilderte das Werk des Kibbuz Rodges und den Einfluß, der von ihm schon jetzt auszugehen beginnt. In der misrachistischen Arbeiterschaft begnügt man sich nicht mit Scheinerfolgen. Man will in mühevoller Arbei Stein auf Stein setzen, bis die Mauer steht, die man errichtet haben will. Den Kampf, den der Poel Hamisrachi für das jüdische Gesetz führen will, will er innerhalb der Zionistischen Organisation führen und er glaubt, Anzeichen dafür zu sehen, daß das Leben in Erez Jisrael von Tag zu Tag jüdischer wird und daß die Zionistische Organisation sich seinen Forderungen nicht verschließt. Rudi Herz, Kibbuz Rodges, ging dann ausführlich in seinem Referat über die Situation des

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