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Zion · 1934-02-01 · 2-3 (2.1934) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
2-3 (2.1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 27 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 2*3 ZION Seite 27 gebung war umrahmt von musikalischen Darbietungen, bei deren Vorbereitung Chawer Ludwig Lewy aus Breslau sich verdient gemacht hat. Die Veranstaltung bot ein getreues Bild von der Arbeit der Breslauer religiös-chaluzischen Jugend. Düsseldorf. In Düsseldorf wurde am 17. Adar eine Misrachi-Ortsgruppe gegründet, die geschlossen der Zionistischen Ortsgruppe beitrat. Chawer Siegmund Szobel sprach bei der Gründungsversammlung über: „Religiöser Nationalismus." Die Ausführungen Chawer Szobels verstanden es, die zahlreichen Anwesenden von der Richtigkeit der misrachistischen Gedankenwelt zu überzeugen. Die Vorstandsgeschäfte liegen in guten Händen, so daß von der Düsseldorfer Arbeit viel für unsere Bewegung zu erhoffen ist. Kiel. Der bisherige verdienstvolle Leiter unserer Kieler Ortsgruppe, Herr David Buchen, hat sich leider genötigt gesehen ,den Vorsitz unserer Kieler Gruppe niederzulegen. Dei Geschäfte hat Herr Feuer übernommen, der mit unserer Zentrale ständig in Verbindung ist. Am Chol Hamoed Pessach spricht Isi Eisner in Kiel über das Thema: Unser Zionismus — heute. Am 15. April wird Frau Dr. Zuntz aus Hamburg über Misrachi-Frauenarbeit in Kiel referieren. Nürnberg-Fürth. Da ein Teil der führenden Chawerim des B. Ch. D. in der nächsten Zeit auf Hachschara geht, sollte noch einmal der ganze Bund zu einer größeren Veranstaltung zusammentreffen. Deshalb fand vom 5. bis 12. Februar eine Intensivwoche statt. Einleitend sprach Fritz Oberndörfer über: „Die Situation der jüdischen Jugend". Er ging dabei von der Betrachtung der Geschichte seit dtr Emanzipation aus und bewies, wie die heutige differenzierte Einstellung der jüdischen Jugend Deutschlands ein Produkt der verschiedenen Perioden dieses Zeitraums ist. Die liberale Jugend blieb mit ihren Erkenntnissen in der — scheinbaren — Blütezeit des Liberalismus stecken. Die separatistisch-orthodoxe Jugend war lediglich konservativ und rnußte so den Zusammenhang mit der im Leben stehenden Jugend verlieren. Jude-sein heißt entschieden sein; deshalb kann eine neutrale Jugend nicht die wahrhaft jüdische sein. Denselben Fehler, wie die neutrale Jugend, machte auch der Esra, wenn er auch ein konkretes Erziehungsziel, die Erziehung zur Tora, hatte. — (Warum wir die Einstellung der zionistischen Jugendbünde nicht teilen, ist allgemein bekannt und muß in diesem Bericht nicht wiederholt werden.) Den Abschluß bildete eine Klarlegung unserer Tora-Waawoda-Ideologie. Am nächsten Abend sprach Simon Eldod über „Stellung Erez Jisraels in der jüdischen Geschichte". Ausgehend vom Galut Babel, in dem zum ersten Male seit der Volkswerdung eine Trennung von Land und Volk eintrat, legte er dar, wieso Chiba tHaarez immer eine dominierende Rolle gespielt hat, und wie auch heute wieder die Rückkehr nach Erez Jisrael ebenso auf Chibat Haarez aufgebaut sein muß. Max Bermann sprach am nächsten Abend über: „Wirtschaftsformen in Erez Jisrael". Er besprach die heutige Situation kurz und schilderte dann das unserer Ideologie gemäße Ziel; aus dem vorhergehenden ergibt sich dann der einzuschlagende Weg. Wir sind grundsätzlich für Kibbuziut. Er streifte dann noch kurz die Araberfrage und kam zur Bejahung des binationalen Staates. Ueber die letzten Punkte entstand eine lebhafte Diskussion, und es ergab sich, daß über diese Punkte Meinungsverschiedenheiten ainnerhalb des Bundes bestehen. Donnerstag sprach Moritz Neis über: „Galut und Wir". Er schilderte die lange Leidensgeschichte der Galut und hob dabei den Unterschied der Begriffe „Galut und Gola"' hervor. Er betonte, daß, wenn wir auch in Erez Jisrael ein Gemeinwesen bilden, Galut für uns noch nicht aufgehört hat und die Aufgabe der Galut weiter besteht. Wir verneinen nicht die Galut, sondern wir wollen sie überwinden. Mozae Schabbat fand eine öffentliche Kundgebung vor über 250 Zuhörern statt. Dr. Bamberger sprach über: „Warum sind wir in der zionistischen Organisation?' Er ging auf die gegen uns von agudistischer Seite gerichteten Vorwürfe und auf die vom Weltmisrachi aufgegriffene Frage ein, wieso wir es als orthodoxe Juden verantworten könnten, in der zionistischen Organisation zu sein. Er bewies treffend, wieso wir das nicht nur können, sondern sogar müssen. Dann sprach Schlomo Goldman-Bombach über: „Tora Waawoda", insbesondere über die Verwirklichung durch den Hapoel Hamisrachi in Erez Jisrael. Diese Woche hat uns gezeigt, daß auch. auf dem so unfruchtbar scheinenden Boden von Nürnberg etwas zu erreichen ist; der Erfolg ist uns Ansporn für weitere Arbeit.

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