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Zion · 1934-02-01 · 2-3 (2.1934) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
2-3 (2.1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 25 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 2*3 Z I O N Seite 25 (Die Verhandlungen zur Bildung eines einheitlichen Oberrabbinats sind nun doch wieder abgebrochen worden. Wir werden dazu bei gegebener Gelegenheit Stellung nehmen). * Die Kreise, die Erez Jisrael ohne Tora, ohne Tradition aufbauen wollten, verkündeten stets im prophetischen Ton, der neue Jischuw werde sich seine eigene ihm gemäßen Formen schaffen. Und wirklich, wir haben z. B. eine großartige Purimfeier in Tel Awiw (wenn sich auch schon Elemente eines absolut unjüdischen Karnevais hineinzumengen versuchen), aber wir haben in diesem Jahre dazu bekommen eine Anzahl bei einem Parteikonflikt verletzter Juden. Und wenn man an den letzten Pessachtag des vorigen Jahres denkt, an die gegenseitigen Beschuldigungen anläßlich des Arlosoroffmordes, an die seitherige Reihe von nicht immer unblutigen Konflikten,?o erkennt man erschreckt, daß hier eine neue Tradition aufzukommen scheint, die Haltung und die Tradition der Völker, die eben ohne Haltung und Tradition, ohne Sinngebung ihres Nationalismus leben. Die Bedeutung Palästinas liegt neben der ventilierenden Erleichterung, die es in unserer Situation gewährt, in den Impulsen, die es dem Judentum bieten soll. Ebenso aber, wie die Erhaltung des jüdischen Volkes nur auf der Grundlage der Tradition un-1 der Halacha möglich war, so wird, und der Schluß wird durch die historischen Tatsachen gerechtfertigt, die Forderung, Festigung und der Aufbau unseres Volkstums in Erez Iisrael (und der Gola!) von seiner positiven Bindung an die überlieferten jüdischen Werte abhängig. Neben, der Erhaltung ist es nicht zuletzt seine Formung, seine Einzigartigkeit, die unser Volkstum der Tradition verdankt. Vergessen wir nicht, daß die Opfer unserer Geschichte und auch der Gegenwart umsonst gebracht wären, sinnlos werden, wenn eine unjüdische Zukunft unsere jüdische Vergangenheit Lügen strafen würde. Es ist eine, nicht etwa nur für den Misrachi, sondern für alle tiefer denkende Menschen rechts und links von ihm, wichtige Aufgabe, den Begriff und die Eigenart unseres Volkstums in aller Exaktheit und Tiefe herauszustellen. Wenn diese Aufgabe von höchster kultur-politischer Tragweite erfaßt und erfolgreich durchgeführt wird, wird es gelingen, die kulturellen, aber auch die politischen Gegensätze, die das werdende Erez Jisrael heute zerreißen, zumindest zu mildern. Weder darf der oberflächliche Nationalismus der Revisionisten noch die traditipnsungebundene in der Kampfstellung der ostjüdischen Haskala beharrende Einstellung weiter Kreise der palästinensischen Arbeiterschaft noch gar Interessenlosigkeit und Gleichgültigkeit an jüdischen Dingen im jüdischen Lande um sich greifen. Mezudat Josef. Aus unserer Bewegung. Giwat Chajim. Der Kibbuz Rodges, der im Jahre 1929 von Chawerim gegründet wurde, die ihre Ausbildung größtenteils auf dem jüdischen Lehrgut bei Fulda erhalten hatten, hat gerade in diesem Jahr des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Massenalija eine wichtige Funktion zu erfüllen: Die Aufnahme der aus Deutschland kommenden Alija religiöser Arbeiter und ihre Einordnung in das Leben Erez Jisraels. Während der Kibbuz Rodges im Anfang des Jahres 1933 30 Chawerim zählte, ist er heute auf 100 Menschen angewachsen. Hand in Hand mit dieser rapiden Ausdehnung des Kibbuz ging eine starke wirtschaftliche Vorwärtsentwicklung. Die Alija aus Deutschland hält jedoch ständig an und der Kibbuz Rodges kann nicht unbeschränkt neue Menschen aufnehmen. Eine Atempause ist nötig, um die neuen Olim auch innerlich zu erfassen und sie in die neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Umgebung einzugliedern und den Kibbuz Rodges zunächst für neue Olim zu schließen. Um nun aber doch für die neuen Olim ein Aufnahmebecken zu haben, wurde die erste Pluga (Zweiggruppe) in Giwat Chajim geschaffen. Giwat Chajim ist ein ganz neuer Siedlungspunkt und liegt am nördlichsten Ende des jüdischen Scharon. Es ist landschaftlich herrlich gelegen, auf einer Anhöhe, die einen weiten Blick über die fruchtbare Ebene und auf die gegenüberliegende Kette der Berge gibt. Hier ist noch nichts fertig. Alles muß erst durch uns geschaffen werden. Das Verwaltungsgebäude, das sich inmitten der neuangeiegten und noch anzulegenden Pardeßim befindet, ist das einzige Steinhaus in der ganzen Umgebung. Aber das ist es gerade, was den Menschen einen besonderen Ansporn und eine besondere Freude an der Arbeit, am eigenen Werk, gibt. Hier auf dem gelben Sand, der seit Jahrhunderten höchstens für die Herden der vorbeiziehenden Beduinen etwas Nahrung gab, ist es nicht leicht, blühende Plantagen und eine Moschawa hervorwachsen zu lassen. Was spielt es dagegen für eine Rolle, wenn man in Zelten wohnen muß, wenn man außer einer Holzbaracke, die noch dazu nicht regendicht ist, keinen Raum zur Ver-

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