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Zion · 1934-02-01 · 2-3 (2.1934) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
2-3 (2.1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 18 (sequence 8)
Language
German
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Seite 18 Z I O N Nr. 2*3 oder weniger fühlen, daß von einer Schuldhaftigkeit des Abfalls dieser Menschen in den meisten Fällen heuzutage nicht gesprochen werden kann. Nicht von all dem Bösen, dem Urbösen ist an ihnen zu finden, was erst zusammen mit dem Abfall als solchen den wirklichen „Anuß" ausmacht nach der Definition, die etwa Maimonides im ersten Buche seines „Mischne Tora" gibt! Solche Menschen zu gewinnen, ist Aufgabe der zeitgenössischen Judenschaft und ihrer Führer, und in der Tatsache, daß für die meisten jener. Abgefallenen in der einen oder anderen Form, insbesondere in ihrem Bekenntnis zur Zugehörigkeit zum jüdischen Volke, wenn auch in der heidnischen rein-nationalen Form der Zusammenhang mit der jüdischen Gemeinschaft erhalten bleibt, — in dieser Tatsache sieht Kook die sichere Gewähr dafür, daß die Mühe für die Wiedergewinnung aller jener abgeirrten Seele keine vergeblich aufgewandte sein wird. Lediglich die Vernunft jener Abtrünniger ist verdorben, lediglich das falsche Denken bringt diese Menschen auf die schiefe Bahn, das Gefühl aber ist bei ihnen genügend entwickelt, und viel verspricht sich daher Kook von der Gewinnung gerade dieser Menschen für das gesetzestreue Judentum. Nur wenige jener Abgefallenen sind so sehr verdorben, daß an ihrer Wiedergewinnung gezweifelt werden müßte. Die Feststellung aber, wann dieser Punkt der Verdorbenheit erreicht ist, die bleibt überlassen dem „Tewiut Ajin" der intuitiven Erkenntnis des religiösen Führers,' der in immer neuer und fürsorglicher, liebevoller und behutsamer Prüfung den Sachverhalt prüft und in den meisten Fällen, tief, tief unter aller Verschüttung den göttlichen Funken in der jüdischen Seele erwecken und empfinden wird. So wartet Kook in tiefer Sehnsucht und in tiefer gläubiger Hoffnung auf die Rückkehr der Versprengten, die dem Erlösungswerke vorauszugehen hat. Ist sie erst erfolg,t und sie wird erfolgen, da alles ihm darauf hindeutet, dann ist der Weg frei, dann ist die Zeit gekommen, für das Erlösungswerk des Maschiach. Kook fühlt sich durchaus als Insasse eines solchen Zeitalters, das als Vorabend der Maschiachankunft zu bezeichnen ist. Knospen dieser einstigen Erfüllung sind ihm die Aufbauversuche des neujüdischen Lebens in Erez Jisrael. (Fortsetzung folgt.) Jüdische Erneuerung. Von Dr. Armin Blau. Es besteht an sich kein Anlaß, sich mit der Persönlichkeit Döblins und mit seinem Werk in diesen Blättern so ausführlich auseinanderzusetzen. Die.von diesem Dichter vertretenen Ansichten scheinen uns jedoch typisch z \ sein für den großen Kreis assimilierter Intellektueller, die jetzt ihr Judentum entdecken, so daß eine Diskussion mit den hier vertretenen Dingen von prinzipieller Bedeutung ist. Die Redaktion Es ist kein Wunder, daß diese Zeit, die unser Volk in eine geistige und materielle Not ohnegleichen hineinzwingt, daß diese Zeit auch Dichter jüdischer Herkunft, die nach ihrem dichterischen Schaffen bis jetzt dem Schicksal ihre;; Stammvolkes ferngestanden haben, auf den Plan ruft. Alfred D ö b 1 i n, der berühmte Romandichter und Essayist, der noch im Jahre 1926 es ablehnte, in einem Meinungsaustausch über Judentum und Deutschtum teilzunehmen (s. Sonderheft des „Juden" Nr. 3 S. 102), der auch in seinen Vorträgen und Vorlesungen nicht sonderlich voll von seinem jüdischen Ursprung sprach, fühlt sich heute durch die Zeitereignisse gedrängt, Rufer im Streite zu werden und seinem jüdischen Volke neue Wege zu weisen. In einer jüngst erschienenen Broschüre, betitelt: Jüdische Erneuerung (Quezido-Verlag) tritt Döblin zum ersten Male aus seiner Reserve hervor und richtet flammende Zornesworte an sein Stammesvolk, zur Selbstbesinnung, zur Sammlung und zur Neudarstellung seiner religiösen und volklichen Aufgaben. Es ist schon wichtig, Döblin, den Anbeter der Naturkräfte und der realen Gegebenheiten, den Hasser aller Phantastik, hier über sein Volk sprechen zu hören. Es ist schon interessant, diesen gedankenschweren Dichter, in dessen Werken sonst keine jüdische Saite anklingt, hier als Schicksalsdeuter und Sachwalter seines Volks kennenzulernen. Was hat Döblin uns zu künden? Döblin will keine trockene doktrinäre Abhandlung schreiben über das politisch-wirtschaftliche oder geistige Judenproblem, mit Zahlen und Belegen, dazu ist Döblin zu sehr Dichternatur. Er schreibt Impressionen, vom Volk, seiner Geschichte, seinen Geschichts- und Zukunftsaussichten. Döblin will sein Volk rebellieren! Er möchte dieses Volk-Nichtvolk-Uebervolk (dazu hat es seine Geschichte gestempelt!) aus seiner Passivität herauslocken. Er möchte in ihnen

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