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Zion · 1934-02-01 · 2-3 (2.1934) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
2-3 (2.1934)
Date
1934-02-01
Page
Seite 17 (sequence 7)
Language
German
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Nr. .2*3 Z 1 O N Seite 17 Pflege der Sinn des jüdischen Lebens vor allem als Lebensform des jüdischen Volkes. Das Leben des Volkes, geregelt durch eine von Gott in der Tora gegebene Verfassung, beruht auf diesem Gesetze. Ist jede Staatsform und jede Staatsverfassung bei anderen Völkern durchaus bestimmt von wirtschaftlichen oder politischen Gesichtspunkten, da ihr Ziel schon im Realen und im Glücke des betreffenden Volkes besteht, so ist das Ziel des legitimen jüdischen Staates und das Ziel der jüdischen Staatsverfassung ein durchaus ideales; die Verwirklichung des göttlichen Sittengesetzes, des göttlichen Ideals im Leben eines Volkes! Dies soll dann erst Muster sein den Völkern, soll zeigen, daß der irdische Bestand des Volkes und Staates möglich ist, gegründet auf ein Gesetz, das nicht diesem Bestand als solchen als Ziel seiner Tendenzen setzt, sondern dem Bestand des jüdischen-göttlichen Idealgesetzes. Darin liegt die Mission des Judentums begründet, die also nur verwirklicht werden kann im Leben des jüdischen Volkes, als Volk im eigenen Lande mit eigenem Gesetze. Deutlich wird hier der Gegensatz zum Missionsgedanken des assimilatorischen Judentums, der erst das Judentum zur Religion erniedrigen muß, zu einur Sammlung bestimmter den Menschen als Individuum betreffende Glaubenssätze, die von Mensch zu Mensch zu verbreiten es gilt, wodurch dann das Galut nicht nur im Kauf genommen wird, sondern gleichsam als Vorbedingung für eine mißverstandene Missionstätigkeit geradezu bejaht wird! Eine wunderbar tiefe Deutung gewinnt dadurch der agadische Satz, der im Anschluß an die TorawortePp^nn iai an Gott sollt ihr hangen, sagt p^nS owh •wbh mm nn« s|« cim mn na vnnoa pnn nSn rta'awa Ist es denn möglich, für denpjn rinn s\s \isn um na Menschen der Schechinah selbst sich anzuschließen, vielmehr hange er an den göttlichen Eigenschäften, wie Gott barmherzig ist und liebevoll usw. so sei auch du liebevoll. Zu dieser Missionstätigkeit, durch das leuchtende Beispiel seines nationalen Lebens, ist aber das Judentum befähigt auf Grund verschiedener Faktoren. Auf Grund vor allem des von Gott gegebenen Lebensgesetzes, das den Weg zeigt, wie'das von Gott gesetzte Ideal im staatlichen und nationalen Leben der Verwirklichung näher zu bringen ist. Ferner auf Grund des gottgefälligen Lebens der einzelnen Menschen dieses Volkes, d. h. also auf Grund der Erfüllung.der einzelnen Vorschriften der ganzen schriftlichen und mündlichen Lehre durch den einzelnen Juden. Denn dieses Leben gemäß dem jüdischen Gesetze, schafft erst die richtige Atmosphäre, schafft erst die richtige körperliche, seelische und geistige Verfassung der einzelnen Juden, die zur Gottesnation zusammengeschlossen sind. Ferner aber ist das Volk dazu befähigt auf Grund seiner Abstammung. Die Abstammung von den Awot bewirkt die Vererbung und das Vorhandensein einer bestimmten seelischen Struktur, die nur dem jüdischen Menschen zu eigen ist. Diese seelische Physiognomie, wenn man so sagen kann, die von vornherein jedem im Judentum geborenen angehörige seelische Disposition ist fähig und darauf gerichtet, die jüdischen Werte zu empfangen, zu verbreiten und im Leben zur Blüte zu bringen. Darin sieht Kook den wichtigsten Bestandteil der jüdischen Konzeption des „Am Ssegulla"- Charakters des jüdischen Volkes, des Charakters eines auserwählten Volkes, darin auch den wichtigsten Bestandteil der jüdischen Idee vom „Sechut Awot" vom Verdienste der Väter, das in den Kindern und spätesten Nachkommen noch seine Belohnung empfängt. Auch der dem Judentum und der jüdischen Lehre Entfernte, auch der Unfromme trägt noch diese Funken seiner jüdischen Seele in sich, der nur wartet, daß die Verschüttungen, die ihm zum Erlöschen zu drohen bringen, entfernt werden, um in starker Flamme aufflackern zu können. Dadurch erklärt sich die eigenartige Stellung, die Kook einnimmt, in seiner Stellung zu d e m Juden, der als „Mummar" als „Apikores" der jüdischen Lehre sich entfernt hat. In einem seiner Briefe an einem Freund, der sich über seine Kinder beklagt, daß sie dem Judentutn und seiner Lehre entfremdet sind und Raw Kook anfragt, wie er sich zu diesen Kindern verhalten solle, schreibt Raw Kook ausdrücklich: „Ich bin der festen Ueberzeugung, daß in jeder jüdischen Seele ein heiliger Funke ist, und wenn man nur diesen Funken pflegt und hegt, kann er erweckt werden zu heiliger Flamme." Kook lehnt es ausdrücklich ab, daß diese seine Einstellung auf eine extra übertriebene „Ahawat Iisrael" zurückgeht, auf eine Liebe zum Volke und zum einzelnen Juden, die das Maaß überschreitet und ihn blind mache, den wahren Sachverhalt zu erkennen. Halachisch begründet er daher in einem dieser Briefe diesen seinen Standpunkt. Auf die Definition, die Maimonides vom „Mummar" und vom „Apikores" gibt, gründet Kook seine Ansicht, daß die heutigen jüdischen Ungläubigen nicht zur Gruppe derer zu zählen sind, die von der jüdischen Gemeinschaft gemieden und ihrem Schicksale überlassen werden sollten. Kook spricht es tatsächlich aus und begründet es auch halachisch was wir alle mehr

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