Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 2-3 (2.1934)
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Z I O N Nr. 2*3 Aegypter gearbeitet und stolze Pyramiden errichtet hat, die doch ein bleibendes Denkmal für Aegyptens Fleiß und ägyptische Tüchtigkeit seien, man; hat doch auch einen Ahnen gehabt, Josef mit Namen, als Innenminister in Aegypten, der dieses Land . zum reichsten Land der Welt gemacht, seine Kornkammern bis zum Dache gefüllt hat! Jene Gruppe wollte sich auf Josef berufen, auf seine Verdienste, auf seine guten Beziehungen. Sie wollten ferner darauf hinweisen, daß Juden doch so lange in Aegypten lebten — nicht erst vierhundert Jahre — nein, der Urahn Abraham hat doch schon einmal in Aegypten sich aufgehalten, und wenn man weiter forschen würde, fände man sicher Hyrogliphen und Inschriften, die die engsten wirtschaftlichen, historischen unJ kulturellen Verbindungen zwischen den Aegyptern verschiedener Konfession bezeugen! IV. Es gab zum Glück auch eine vierte Gruppe, die durch Geschlossenheit und Einmütigkeit, durch ihre innere- Kraft, alle anderen Parteien zum Verstummen brachte. Sie waren die wahren Träger des Gottesgedankens. Sie wußten, daß ihr Volk erwählt war; daß dieses kleine, unscheinbare, gehaßte Volk auch aus seiner-scheinbar auswegslosen Situation herauskommen und leben wird, bis ans Ende der Tage. Der Weg zum heiligen Lande war frei. * * * Und nach 3000 Jahren? — Hat sich Wesentliches in der Haltung der Juden geändert? — Es muß wohl festgestellt werden ,daß dies nicht der Fall ist. Die Gruppe der Kleingläubigen, die ihr Schicksal nicht mehr weiterzutragen imstande ist, ist sehr groß. Noch heute werfen sich Zehntausende in das Meer der Assimilation und findet dort den Tod. Aus dem Leben der Juden sind sie ausgeschieden. Und auch die Gruppe der Ungläubigen haben wir heute wie damals. Menschen, die an die Zukunft des Jüdischen in der Welt nicht mehr glauben, deren Sehnen noch heute nur nach den Fleischtöpfen Aegyptens geht. Die glauben, daß sie auch heute noch nur die Kultur der anderen in sich aufnehmen müssen, die einen Kulturbund machen, der, jüdisch gesehen, kein Kulturbund ist . Und wir haben die Gruppe der Illusionisten, die meinen, daß nur durch die Kunst der Ueberredung und durch kluge Behandlung die Judenfrage geändert werden kann, die seit Generationen und Generationen "nicht so gelöst werden konnte. Und dann ist de die kleine Gruppe der Ge treuen, die noch den. alten Glauben an die Vorsehung hat, an . die Kraft des Judentums, an den Schomer Jisrael, und den Weg geht, auf dein allein jüdisches Wesen erhalten werden kann. Wegen dieser Wenigen wird die Gesamtheit errettet werden. Nur eines ist heute beschämend und traurig. Bei den wenigen, die an Vorsehung, an Kraft des Judentums und an den Schomer Jisrael glauben, sind gerade die zuletzt genannten, die eigentlich die Kerntruppe darstellen müßten, die am wenigsten Aktiven. Sie haben die Worte Gottes an Mosche vergessen:. „Ma. tizak elaj? Daber el bene Jisrael weissau." Sie hoffen auf Errettung und sie beten zu ihrem Hüter, aber sie nehmen ihr Schicksal nicht in die eigene Hand. Er aber errettet nur den, der selber mit Hand anlegt und aktiv an der Gestaltung seines Geschickes mitarbeitet. Juden, wollt ihr, daß wir herausgehen aus Dunkel zum Licht, aus der Knechtschaft in die Freiheit, aus der kalten Fremde in die sonnige warme jüdische Heimat, dann müßt ihr mit viel größerer Tatkraft, mit viel mehr Opferbereitschaft, mit dem Einsatz Eurer ganzen Persönlichkeit für das Werk der Befreiung eintreten. An eurer Lässigkeit kann das Werk der Errettung scheitern. Sorgt dafür, daß dies nicht geschieht. B. u. A. Raw Kook Dr. Simon Schlesinger. Unseren Lesern wird aus der Presse bekannt sein, daß Verhandlungen schwebten zur Gründung eines einheitlichen Oberrab'nnats in Erez Jisrael unter Führung von Raw Koök. Diese Verhandlungen sind gescheitert. Es erscheint uns aus diesem Anlaß angebracht, unsere Leser mit der führenden Persönlichkeit des gesetzestreuen Judentums In Palästina, deren Wirkung aber weit über Palästina hinausgeht, bekannt zu machen. Die Redaktion. Es ist bezeichnend für die geistige Verfassung der gebildeten Judenheit Deutschlands, daß ihr das literarische Schaffen eines Mannes fast vollständig verborgen blieb der, wenn man in ihm auch nicht mit mir die bedeutendste Persönlichkeit der zeitgenössischen Judenheit sieht, immerhin dieser Judenheit in Notzeiten vieles zu sagen und zu geben hätte. Es ist beschämend, daß erst ein Marfin Buber kommen mußte, um diesen Mann, Raw Kook, in Jerusalem förmlich zu entdecken. Diese Nichtbeachtung hat zwei Ursachen. Vor allem ist der Umstand entscheidend, daß