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Zion · 1934-01-01 · 1 (1.1934) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
1 (1.1934)
Date
1934-01-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 1 Z I 0 N Seite 9 Juden gilt, daß also der Versuch einer Erleichterung und Lösung demgemäß von allen gemeinsam, einer einheitlichen Organisation unternommen werden muß. Kollektivschicksal erfordert Kollektivverantwortung und Kollektivtaten. Die Auffassung von der Existenz einer objektiven Judenfrage und von der überragenden Stellung, die Erez Jisrael in wirtschaftlicher und vor allem in religiöser Hinsicht im jüdischen Leben einzunehmen berufen ist, ist langsam aber sicher, auch in die Kreise der Aguda gedrungen. Die Gründung des „Noar Agudati" legt Zeugnis davon ab. Dr. Jeschaja Leibowitz hat in der vorigen Nummer unserer Zeitschrift auf diese Entwicklung hingewiesen, und zu Recht, fortiter in re et in modo darauf hingewiesen, daß Gedanken, wie sie zuerst und seit langem von den religiöszionistisch-chaluzischen Jugendbünden ausgesprochen wurden, nun plötzlich als integrierende Bestandteile des Noar-Agudati-Programms erscheinen, ohne daß auf ihre ursprüngliche, ursprünglich bekämpfte Verfechter Bezug genommen wird. Was Dr. Leibowitz schrieb,, war wahr und klar. Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Mezudat Jossef. Aus der Misrachi Bewegung. Zu Beginn des Winters hat auch die misrachistische Arbeit im Reich einen starken Auftrieb erhalten. Insbesondere hat eine Idee der Berliner Misrachi-Frauengruppe Anklang und Nachahmung gefunden, nämlich Vortragszyklen zu veranstalten, in denen ein Grundthema an verschiedenen Abenden behandelt wird. Ueber die Arbeit der misrachistischen Jugend, die um die Weihnachtszeit drei Gautreffen veranstaltete, wird ein in diesen Tagen herausgehendes Informationsrundschreiben ausführlich berichten. Die norddeutschen Gruppen trafen sich in Hamburg, die süddeutschen in Frankfurt und die westdeutschen Gruppen waren in Dortmund versammelt. Ueber den Inhalt dieser Tagungen werden gleichfalls die Informationsrundschreiben, die all unseren Vertrauensleuten zugehen, berichten. Berlin. Die Misrachi-Frauengruppe Berlin veranstaltete einen Vortragszyklus, in welchem Herr Rabbiner Dr. Altmann über: Die Geistesströmungen innerhalb des traditionellen Judentums der letzten zwei Jahrhunderte, sprach. Die einzelnen Themen lauteten: 1. Das rabbinische Judentum (Der Gaon von Wilna); 2. Der Chassidismus (Der Baal Schern Tow); 3. Die synthetische Orthodoxie (Rabbi Mosche Szofer und Samson Rafael Hirsch); 4. Die Mussarbewegung (Rabbi Israel Salanter) 5. Traditionelles Judentum in dieser Zeit. Die Vorträge waren zu einem großen Teil von Außenstehenden besucht, die von berufener Seite mit dem Gedankengut des gesetzesrreuen Judentums der letzten zwei Jahrhunderte vertraut gemacht wurden. Misrachi-Ortsgruppe. Die Berliner Misrachi-Ortsgruppe veranstaltete am 17. Januar eine große Kundgebung, bei der unsere Gesinnungsgenossen, Herr Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann, Frankfurt a. M. (Mitglied des Vorstandes der Reichsvertretung deutscher Juden) und Herr Prof. Herrmann Pick, Berlin (Mitglied der Repräsentantenversammlung der Jüd. Gemeinde, Berlin) zu dem Thema: „Der Mut zur Umkehr", sprachen. Der blau-weiß dekorierte Saal war schon zu Beginn der Versammlung dicht gefüllt. Ueber 1000 Menschen waren der Einladung der Berliner Misrachi-Gruppe gefolgt. Die Versammlung wurde eröffnet durch den Chor des Brit Hanoar, der einige hebräische Lieder sang. Darauf begrüßte der Leiter der Versammlung die Referenten des Abends und wies mit einigen Worten auf die grundsätzliche Haltung des Misrachi hin, die ihren würdigen Ausdruck durch die Referenten des Abends finden würde. Herr Rabb. Dr. Hoffmann nahm darauf das Wort zu seinem ausführlichen Referat. Er stellte fest, daß die Seinsgrundlage des jüdischen Volkes die Gebundenheit an Gott ist. Die Existenz des jüdischen Volkes gerät mit der Lockerung dieser Gebundenheit ins Wanken. Die geschichtliche Aufgabe des jüdischen Volkes bedarf zu ihrer Durchführung einer ihm eigenen Lebensform. Sie wird gestaltet und entscheidend geformt durch das jüdische Gesetz. Als vor 150 Jahren in die abgeschlossene jüdische Welt Gedanken eindrangen, die nicht jüdischen Ursprungs waren, begann das deutsche Judentum sich umzuwandeln. Der Umwandlungsprozeß wurde zu einem Fäulnis- und Zersetzungsprozeß, der in seiner Entwicklung dahin führte, daß die deutsche Judenheit vor sich selbst zu fliehen begann. Die Fliehenden sind jetzt gestellt worden. Und je

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