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Zion · 1933-12-01 · 11-12 (12.1933) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
11-12 (12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 104 (sequence 14)
Language
German
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Seite 104 \ Z I 0 N Nr 11*12zu einer Partei, standen sie in Wirklichkeit, von ihrem Wirken aus gesehen, über den Parteien. Im Mittelpunkt ihres Denkens und Fühlens, ihrer . Tätigkeit und ihres Strebens stand der jüdische Mensch, die Thora und ihre höchsten Ideale. Sie fühlten sich allen denen nahe, die Geist von ihrem Geiste waren, deren Sinnen und Handeln der Erhaltung des positiven Judentums, der Verbreitung des Thora-Studiums und der Hebung ihres Ansehens gewidmet ist. I. Der Aelteste unter ihnen, der trotz physischer Schwäche das hohe Greisenalter (nahezu 100 Jahre) erreicht hat, erwarb sich in allen Kreisen eine unvergleichliche Popularität unter dem unsterblichen Namen „Chofez Chajim", der eigentlich den Titel eines seiner Werke ethischen Inhalts darstellt. Rabbi Jisrael M e I r Hakoh e n, wie er in Wirklichkeit hieß, bekleidete kein Rabbinat, wollte stets nur einfacher n^n Lyi sein und bleiben, aber als ethische Persönlichkeit von ungewöhnlichem Ausmaße und in seiner großen Liebe zu seinen Brüdern, litt er darunter, daß gerade mit der göttlichen Gabe, die nur dem Menschen gegeben ist, dem Reden, so viel und so schwer gesündigt wird. Er verfaßte daher ein Werk, in dem alle Stellen aus Bibel und Talmud und des jüdischen Schrifttums, die gegen j?m pcS sprechen, gesammelt sind und verarbeitete alles zu einer Schrift von besonderer Wirkung. In Anlehnung an die Psalmworte: n^n fsnn ts»xn (ps. 34, 13) und die darauf fönende Mahnung: "ö"»ö yrtvn jnn ywb iwa nana , nannte er sein Werk: „Chofez Chajim", das größte Beachtung in der jüdischen Welt gefunden und den Verfasser unter diesem Namen überall bekanntgemacht hat. Es ist dies die Identifizierung des Mannes mit seinem Werke, wie dies oft in der jüdischen Welt geschieht. In seinem Rufen und Mahnen war etwas von Prophetengeist zu spüren. Der Genius der jüdischen Ethik sprach aus ihm. Und man hatte die Empfindung, daß es dem Verfasser ernst ist um die hohe Forderung, die er an die vielen stellte, daß auch er selbst sie verwirklichte. Es spürte jeder, daß hier der enn nxa auch ein n^po nm ist, daß hier ein cnpi p^* redet, der klar erkannt hat, daß alle Frömmigkeit ihren Wert verlieren muß, wenn die Zunge nicht gemeistert wird, wenn V>n iirS in den zahllosen Variationen täglich und stündlich die Atmosphäre vergiftet. So wuchs denn immer mehr der Kreis seiner Verehrer, ja seiner Bewunderer und Anhänger. Wohl war der Chofez Chajim ein miro bm der auch bedeutende halachische Werke schrieb, so das bekannte mehrbändige Werk mm n:r..: zum oMn rniN *nny pbv, das in der rabbinischen Welt große Achtung genießt, aber die Liebe und Verehrung, alle Hingebung und Würdigung galt in erster Linie dem „Chofez Chajim", der unvergleichlichen ethischen Persönlichkeit, die gerade in unserer Zeit des Sich-Ueberhebens, der Ueberbewertung der eigenen Persönlichkeit, der Gehässigkeit und der bösen Rede, der Ehrabschneiderei und der Verleumdungssucht, in den dunkelsten Winkel unseres Seelenlebens hineingeleuchtet hat und vor diesem Krebsschaden in allen Kreisen und Schichten unseres Volkes eindringlich warnte. Der Chofez Chajim galt als der ">nn pnx. Und mit Recht. Denn keiner lebte die Thora, auch in dem Teile, der die warn dik rstr mm betrifft, wie er. Und dieser pns schloß sich nicht ein in seiner Studierstube, sonderte sich nicht von seinen Mitmenschen ab. Das ganze jüdische Volk und alle seine Not ergriffen sein großes jüdisches Herz. Er scheute keine Mühe, um bei den wichtigen Beratungen jüdischer Schicksalsfragen zugegen zu sein, seine Meinung dabei zum Ausdruck zu bringen. Nur seine sprichwörtliche Schlichtheit, seine den Grundzug seines Charakters und seines Lebens bildete, brachte es mit sich, daß er nicht als der Führer aufgetreten ist. „Ich bin ein einfacher Jid", pflegte er zu sagen, und als solmrtra , das Merkmal wahrer Seelengröße, die eher war er in seinem Leben und Wirken, das bereits fast legendarisch geworden ist. nas pnsn — Dieser wahre Fromme ist dahin. Mit seinem Dahinscheiden verlor die Judenheit einen Heiligen biblischen Formats. Das Andenken des Chofez Chajim wahren, heißt, sich bemühen, seinem Lebensideal nachzustreben. II. Mit Rabbi Meir Schapiro, dem Lubliner Raw, ging dahin ein Thoragelehrter und Thoraverbreiter (nun f'2-i3) eigener Prägung. Dieser rege Geist, der einer lodernden Flamme gleich unstet war, strebte immer zu größerer Höhe zu den Gipfeln der mmn im Seinem Berufe nach Rabbiner, war er der Reihe nach geistiges Oberhaupt von fünf Gemeinden, deren Rabbinate er nach wenigen Jahren immer wieder wechselte, immer in aufsteigender Linie. Er zählte zu den wenigen, die schon in jungen Jahren sich einen Namen von gutem Klang in der jüdischen Welt erworben hatten. Auch er war ein n-nna Sna , der schon in jungen Jahren

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