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Zion · 1933-12-01 · 11-12 (12.1933) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
11-12 (12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 99 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 11*12 ZION Seite 99 reiten, zum Teil ausgezeichneten Führernachwuchs, der dafür sorgt, daß ein innerer Konnex zwischen der Jugend und ihrem Lande besteht. Anders bei uns. Das einzige Siedlungszentrum in Erez Jisrael, das in unserem Sinne, im Sinne des Thora-Waawoda-Prinzips aufgebaut wird, ist der Kibbuz Rodges. Er hatte bis vor kurzem noch so stark mit den inneren ideologischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, daß er nach außen hin noch nicht so stark wirken konnte, wie es notwendig gewesen wäre und wie es ihm hoffentlich in naher Zukunft auch möglich sein wird. Er konnte auch nicht annähernd das Menschenreservoir heranbilden, das wir in der Zukunft mehr denn ie für unsere Führungsarbeit brauchen werden, so daß der geistige und menschliche Konnex mit dem Lande viel geringer ist, als wir ihn uns wünschen würden. Es ist klar, daß dieses Manko unsere Arbeit stark behindert. Hier müssen alle unsere Anstrengungen darauf gerichtet sein, nicht nur zu kompensieren, sondern zu bessern. Es kann nicht darum gehen, notdürftigen Ersatz zu schaffen, sondern wir müssen Sorge tragen, daß wir, ebenso wie es die anderen Bünde seit langem gewöhnt sind, systematisch neue Hilfsquellen uns im Lande schaffen. III. Wir glauben, daß es Mittel und Wege gibt, um die beiden bisher geschilderten Schwierigkeiten der äußeren und inneren Isolierung zu beheben. Wir haben schon gesagt, was wir von diesen Hilfsmitteln fordern. Sie können nur dann wirkliche Hilfe bei der Lösung der uns gestellten Aufgaben bieten, wenn sie einerseits das mangelnde Bundesbewußtsein zu heben suchen, andererseits auch einen wirklichen Kontakt zwischen unserer Jugend und ihrem Wirkungsfelde im Lande schaffen. Zu Beginn .des kommenden Jahres wird eine von der Jüdischen Jugendhilfe e. V. und dem religiösen Jugendbund der Thora-Waawoda-Bewegung zusammengestellte Gruppe von Jugendlichen unserer Kreise im Alter von 15 bis 17 Jahren nach Erez Jisrael fahren. Die Jugendlichen werden dort als geschlossene Gruppe unter Leitung eines erfahrenen Pädagogen im Kibbuz Rodges arbeiten. So werden sie im ersten Jahre ihrer zweijährigen Ausbildung halbtägig beruflich-körperlich und halbtägig geistigweltanschaulich ausgebildet. Die berufliche Ausbildung erstreckt sich auf alle Gebiete der Gartenwirtschaft (Imkerei, Gartenbau), ferner auf Landwirtschaft, Geflügelzucht/ sowie auch auf handwerkliche Fächer (Schlosserei, Tischlerei, Bäckerei). E% soll versucht werden, die uns anvertrauten jungen Menschen in dieser Zeit zu Gliedern der religiösen Arbeiterschaft im Sinne des Hapoel Hamisrachi zu erziehen. Vor allen Dingen soll im Anschluß an den Kibbuz Rodges eine lebendig-religiöse Atmosphäre geschaffen werden, in der den jungen Menschen eine Synthese zwischen Arbeitertum und jüdischer Tradition v .-ir..|^ t werden soll. Die strenge Auswahl nach menschlich-charakterlichen und geistigwissensmäßigen Gesichtspunkten steigert die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens unserer Pläne. Um jeden Unsicherheitsfaktor bei der Durchführung unserer Jugend-Alija nach Möglichkeit auszuschalten, werden die Jungens und Mädels, die für die Alija in Aussicht genommen sind, vorher in einem längeren Vorbereitungslager auf ihre Einordnungsfähigkeit in die Gemeinschaft hin geprüft. Wir wollen nicht im Unklaren darüber bleiben, daß die Jugend-Alija einen ursprünglich sozialen Charakter trägt. Sie ermöglicht es, daß eine größere Anzahl von jungen Menschen, deren Wunsch es ist, der produktiven Arbeit zugeführt zu werden, deren Sehnsucht es ist, ihr Arbeitsfeld in Erez Jisrael zu finden, ihrem Ziele zugeführt werden. Es leuchtet ein, daß diese Menschen hier nur sehr schwer in den produktiven Arbeitsprozeß hätten eingeleitet werden können. IV. Unabhängig von der sozialen Seite der Jugend- Alija scheint uns aber, daß gerade s i e uns Hilfsmittel an die Hand gibt, um die oben geschilderte Gefahr der äußeren und inneren Isolierung zu beseitigen. Durch die Jugend-Alija, deren Teilnehmer aus allen Gegenden Deutschlands zusammengestellt werden, wird ein enger persönlicher und menschlicher Konnex mit den religiösen Siedlungen der Arbeiterschaft in Erez Jisrael geschaffen werden. Gerade durch diese enge Bindung und Verknüpfung mit dem Lande wird auch das lebendige Interesse für alle Fragen der Arbeiterschaft, für alle Probleme der Siedlung und der sozialen Struktur inden Siedlungen, kurz, für alle mit dem Aufbau verbundenen Schwierigkeiten und ihre Lösungsversuche geweckt werden. Auf der anderen Seite sind wir der festen Ueberzeugung, daß manche der an der Jugend-Alija beteiligten jungen Menschen geeignet sein werden, als Führer unserer bündischen Arbeit uns später wieder hier helfen zu können. In diesem Sinne wird die nach Kibbuz Rodges gehende Gruppe in gewissem Umfange das Mertschenreservoir bilden, aus dem wir unsere führenden Kräfte gewinnen werden. Auch die

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