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Zion · 1933-12-01 · 11-12 (12.1933) · p. Seite 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
11-12 (12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 98 (sequence 8)
Language
German
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Seite 98 ZION Nr. 1142 ohne Beziehung zum Zweiten Jischuw, dem zionistischen Jischuw", stehen soll. Der Noar Agudati glaubt sogar, gegenüber dem Misrachi und seiner Jugend, in deren Fußstapfen er unsicher tastend tritt, den Lehrmeister spielen zu können. Wir müssen den Menschen, die unsere Mitkämpfer sein könnten, diese Inkonsequenz vorhalten. Das „gewaltige Gefühl der Reue" hat nur dann einen Sinn, wenn es zur Loslösung von den Methoden und den Führern hinleitet, deren Scheitern diese Reue ausgelöst hat. Die neue Chaluz-Bewegung soll nicht den Fehler des Zeire Misrachi und Hapoel Hamisrachi wiederholen, die durch allzulange Aufrechterhaltung ihrer Bindung an eine abgewirtschaftete Politikerschicht sich trotz richtiger ideologischer Fundierung um ihre Wirkungsmöglichkeiten gebracht haben. Hat man sich einmal zur entscheidenden Erkenntnis durchgerungen, daß Thora nicht bloß Bewußtseins- und Herzenssache, sondern „Thora des Lebens" ist, so darf man seinen Weg nur durch Tatsachen und nicht durch Ideologien bestimmen lassen. Der „zionistische Neue Jischuw" ist das sich in Erez Jisrael neu organisierende jüdische Volk, denn alle Teile des Judentums, wie es heute ist, durften und dürfen sich an seinem Aufbau beteiligen. Alles andere ist entweder unverbindliche, wehmütige Erinnerung oder ebenso unverbindliches frommes Wunschgebilde. Meint man es ernst mit einer bestimmten Vorstellung vom Judentum, wie es sein soll, so steht zu ihrer Verwirklichung kein anderer Weg frei als die Mitarbeit am tatsächlich Werdenden. Der Charakter des Neuen Jischuw wird bestimmt sein durch die Art der Menschen, die ihn aufbauen; er wird das Thora-Judentum verkörpern, wenn die thoratreue Jugend unter Abkehr vom falschen Weg der Isolierung eine Kerntruppe der Aufbauenden bilden wird; die Erreichung dieses Zieles wird erschwert, wenn sich ein Großteil der thoratreuen Jugend von ihm zurückzieht und als Opfer des Separatismus jüdisch und menschlich zugrunde geht. Unsere Jugend-AU ja. Ismar Jeremias. I. Die jüdische Jugendbewegung in Deutschland hat in diesem Jahre gewaltige innere Umwandlungen erlebt, die sich gerade für die religiöse Jugendbewegung in besonders hohem Maße als bedeutsam erweisen. Die große Einigungsbewegung, von der heute die jüdische Jugend erfaßt wird, wird sicherlich so lange fortschreiten, bis wir uns nur noch wenigen großen Gruppen gege iüberstehen, die eben ihrer Größe wegen mit vermehrter Stoßkraft und stärkster Konzentration für die Durchsetzung ihrer Ziele und die Verbreitung ihrer Ideen in der jüdischen Jugend arbeiten können. Demgegenüber bedeutet die durch einen gewissen Führermangel hervorgerufene Minderung der Arbeitsintensität nur wenig. Wenn auch der neue große Bund nach seiner Vergrößerung den Einzelnen nicht mehr so voll erfassen kann, wie es vielleicht in einer kleinen Gruppe noch möglich war, so wirkt er auf der anderen Seite durcn die Großartigkeit seines Milieus, das man fast mit dem einer Bewegung vergleichen könnte, um so stärker. Das Erziehungsprogramm der religiösen Jugendbewegung ist in vieler Hinsicht durch die Ideologie der Thora weitestgehend festgelegt. Dieser feste Rahmen macht es unmöglich, daß auch wir uns in großem Umfang mit anderen Bünden vereinigen. Wir müssen uns darauf beschränken, weite Kreise, deren religiöse und zionistische Haltung mit der unseren in den wesentlichen Punkten übereinstimmen, für unsere Jugendarbeit zu gewinnen und zu aktivieren. Der Zuwachs, den wir durch diese Erweiterung gewinnen, kann der Natur der Sache nach bei weitem nicht so groß sein, als daß wir uns einem der großen „Konzentrationsbünde" an Zahl und Wirkungsmöglichkeit vergleichen könnten. Wir müssen also alle Möglichkeiten auszuschöpfen suchen, mit deren Hilfe wir ein Gefühl mangelnder innerer Befriedigung bei der Bundesarbeit, ein Minderwertigkeitsempfinden, das bei dem Vergleich der Bundesstärke auftreten könnte, kompensieren. II. Eine Tatsache, die schon oft in der Erziehung der Jugendbünde kritisiert und bemängelt worden ist, sehen wir darin gegeben, daß das Verhältnis vieler unserer Jugendlichen zu Erez Jisrael bei weitem nicht genügend lebendig ist. Auch dann, wenn ein starkes Interesse an allen Fragen des Aufbaus konstatiert werden kann, müssen wir diese Feststellung machen. Gehen wir den Gründen nach, die zu dieser Erscheinung führen — und namentlich in den Reihen der religiösen Jugend müssen wir sie oft beobachten —, so bemerken - wir, daß unserer Jugend der Anknüpfungspunkt fehlt, der ihrem lebendigen Gefühl die starke wirklichkeitsnahe Verbindung zu Erez Jisrael ermöglicht. Die nichtreligiöse Jugend steht mit der großen Anzahl ihrer Siedlungen in Erez Jisrael, mit ihren Kibbuzim in allen Gegenden des Landes in engem Konnex. Sie wird von ihnen nicht nur geistig befruchtet und angeregt, sondern erhält auch von ihnen einen ständig be-

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