Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 9-10 (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 88 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 88 Z I O N Nr. 9-10 in der Weise, daß wir hier und da in der Rundschau Berichte gebracht haben und haben damit, wie wir von der Redaktion der Rundschau hörten, einen gewissen Erfolg erzielt. Ferner erscheint ein Bericht, den wir als Einleitung zu einer systematischen Bearbeitung der gesamten in Frage kommenden Instanzen gedacht haben, da mit der Brith Chaluzim Dathiim wirklich ein Faktor im Leben der deutschen Judenheit wird. "Wir werden versuchen, ganz systematisch die einzelnen Gemeinden aufzuklären und sie mit unserer Arbeit vertraut zu machen, um auf diesem Wege unsere Arbeit zu erweitern. Bei dieser Propagandaarbeit werden uns dann auch die Druckschriften, die wir herausgeben, unterstützen. Der Gesichtspunkt der Propaganda muß ein Gesichtspunkt unserer Arbeit sein. Die Finanzierung unserer Arbeit. Wenn wir all das, was wir uns vorgenommen haben, durchführen wollen, taucht natürlich die Frage der Finanzierung auf. In dem Tätigkeitsbericht hätte man vielmehr darauf eingehen sollen, in welcher Weise unsere Arbeit finanziert werden kann. Es ist nur angeführt worden, daß die Last, die die einzelnen Chawerim tragen, nicht allzugroß ist. Jedenfalls stand uns von Seiten der Chawerim nichts zur Verfügung. Unsere Beiträge erhalten wir von der Z. V. f. D., vom Keren Thora- Waawoda, und nach längeren Verhandlungen auch von der UMLOD. Das Budget kann jedenfalls unseren heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Zur Bestreitung der Ausgaben: Büro, Spesen, Reisen und Tarbutharbeit — leider immer noch der kleinste Posten — müssen Schritte unternommen werden, um die Arbeit. finanziell zu sichern, damit wir von dieser Seite nicht gehemmt werden. Wir müssen Möglichkeiten ausnutzen. Wir müssen in den nächsten Wochen eine Aktion machen ,die es uns ermöglicht, einen Fonds zu schaffen, der die Durchführung unserer Arbeit im Winter ermöglicht. Die Arbeit des Keren Thora-Waawodah kann besser ausgestaltet werden. Es ist vielleicht auch möglich, an einzelne Menschen heranzutreten, die unsere Arbeit unterstützen können. Wenn wir die Sache richtig durchführen, wird der Erfolg nicht ausbleiben. Erziehung zur Verantwortung. Aber ob wir unsere Arbeit durchführen, wird letzten Endes davon abhängen, ob uns die Menschen zur Verfügung stehen. Es werden so oft Vergleiche gezogen mit dem Hechaluz, aber immer nur dann, wenn die Chawerim Rechte für sich beanspruchen. Möchten doch die Chawerim eben solche Vergleiche ziehen in bezug auf die Pflichten, die der Hechaluz seinen Menschen auferlegt! Das können wir wirklich vom Hechaluz lernen, daß die Menschen dort mit der größten Selbstverständlichkeit zur Verfügung stehen. Viele Schwierigkeiten unserer Arbeit wären von vornherein behoben, wenn die Chawerim dem Bunde sanz zur Verfügung stünden. Wir müssen sie so weit bringen,- daß sie die Erfordernisse der Gesamtheit als das Primäre begreifen lernen und die persönlichen Dinge als das Sekundäre. Wenn sie dies begriffen haben, wenn sie so verantwortungsbewußt geworden sind, dann ist eine Basis für die Arbeit geschaffen. Wir sind noch weit davon entfernt. Und wie sich der Mangel an Verantwortungsgefühl ausdrückt, dafür soll hier ein interessantes Beispiel gegeben werden. Bei einer Arbeitsgemeinschaft, die ich in Berlin über Kwuzah und Moschwaw Öwdim gab, kamen wir zu dem Ergebnis, daß man wohl nicht feststellen könne, was objektiv die „richtige" Form sei, daß aber entscheidend für uns zu sein hat, daß die Aufgaben, die die Gegenwart an uns stellt, im Kibbuz besser als im Moschaw gelöst werden können. Und über dieses Ergebnis waren die Chawerim furchtbar enttäuscht: was das schon sei, Kwuzah als Ge genwartsaufgabe! Und diese Haltung ist nur zu verstehen, aus einem Mangel an Verantwortungsgefühl. Eine solche Einstellung bedeutet ein Sichversteckenwollen hinter ferne Ideale, um sich um die einfache Erfüllung der praktisch an uns gestellten Forderungen herumzudrücken. Daß wir aus dieser Einstellung herauskommen, daß wir unsere Chawerim zu der Selbstverständlichkeit der Pflichterfüllung und zur Verantwortlichkeit erziehen, das wird über den Erfolg unsere Arbeit entscheiden. * * * Bei der Diskussion wurden von einer Reihe von Chawerim verschiedene Themen behandelt. Wir bringen in Folgendem die Hauptreden zu den wichtigsten Diskussionspunkten. Kibbuz-Alijah (Jakob Rhimald). Es ist klar, daß die Menschen, die in den Kibbuz-Alijah gehen, ganz fest von dessen Notwendigkeit überzeugt sein müssen. Es bestehen nun gewisse Schwierigkeiten verschiedener Art. Die Menschen, die in den Kibbuz-Alijah gehen wollen, halten sich nicht für geeignet und fähig genug, um eine neuzugründende Sache auf sich zu nehmen. Auch der Gesichtspunkt spielt eine Rolle, daß sie die Möglichkeit haben wollen, ihre