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Zion · 1933-11-01 · 9-10 (11.1933) · p. Seite 86

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
9-10 (11.1933)
Date
1933-11-01
Page
Seite 86 (sequence 20)
Language
German
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Seite 86 Z I O N Nr 9-10 Arbeit gestellt haben, nicht gewachsen sein werden. Wir proklamieren daher zur Weiterführung der Arbeit die Durchführung eines Führerseminars. In diesem Führerseminar sollen die Chawerim zusammengefaßt werden, die menschliche und — soweit als möglich — wissensmäßig jüdische Voraussetzungen mitbringen, die es ermöglichen, daß sie nach einer gewissen Vorbereitungszeit dieserArt in der gewünschten Richtung arbeiten. Es ist also gedacht, daß wir in diesem Seminar möglichst Chawerim zusammenfassen, die schon in der Hachscharah gestanden haben und die die Qualitäten haben, daß sie nach Beendigung des Seminars Tarbutharbeit leisten können, daß man richtungweisend ist und versteht, die Menschen in einem Zentrum auch menschlich zu leiten und zur Kibbuziuth zu erziehen. Im großen und ganzen ist nun das aufgezeigt, was durch das Führerseminar erreicht werden soll. Es würde sich, um nur ein Beispiel zu geben, in dem Qeschichtskurs nicht nur darum handeln, Geschichtsstoff zu vermitteln, sondern die lebendige Beziehung zu ihm zu finden. Was nun die Wissenübermittlung anbetrifft, so gehört dazu auch die Beschäftigung mit den Fragen, die die gesellschaftlichen Dinge anlangen. Es ist nun die Aufgabe, die Chawerim so weit zu bringen, daß sie eine klare Vorstellung von den Problemen haben, damit sie aus den Unklarheiten in eine Richtung geführt werden, die einheitlich ist. Diese Fragen sind wesentlich für unsere Arbeit. Die Hachscharah Gufauith. Ein weiterer Gesichtspunkt muß dann sein, daß wir die Hachscharah so gestalten, wie sie für Erez Israel notwendig ist. Wir haben schon darüber gesprochen, daß man die Chawerim dazu erziehen muß, aufs Land und nicht in die Stadt zu gehen, daß sie Berufe ergreifen, die auf dem Lande auszuüben sind, die den Weg nicht verbauen und sie in der Stadt festhalten. Wir müssen versuchen, das Verhältnis zwischen gärtnerisch,- landwirtschaftlich- und handwerklich sich Ausbildenden, richtig zu stellen, noch mehr die Berufe betonen, die für uns in Betracht kommen und die Chawerim vor Berufen warnen und zurückhalten, die für Erez Israel nicht richtig sind. Handwerkliche Berufe sind schon geeignet und zwar kommen besonders in Frage: Bauarbeiter, Möbelbauarbeiter, Holzbauarbeiter, Sattler usw. Jedenfalls handelt es sich um Berufe, die auf dem Lande ausgeübt werden können. Leute im Kibbuz sind immer bereit, handwerkliche Betriebe aufzumachen, und nicht nur für den eigenen Bedarf. Man schreibt z. B. aus dem Kibbuz, daß dort ein Schuster fehlt, auch an Bauarbeitern mangelt es. Für gut ausgebildete Handwerker ist also Platz im Kibbuz. Unterstrichen soll werden, daß trotzdem immer die allgemeinen Bedürfnisse bestimmend sein sollen. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt unserer Arbeit soll sein, daß wir versuchen sollen, die Hachscharah mehr zu konzentrieren. Wenn es uns auch gelingt, einen Stab von Chawerim heranzuziehen, so werden wir doch niemals eine so große Zahl von Chawerim zur Verfügung haben, daß wir sehr viele Hachscharahzentren werden besetzen können. Wir müssen deshalb versuchen, möglichst große Zentren zu schaffen, um die Zusammenarbeit besser zu gestalten. Wie schon angedeutet wurde, müssen wir in der Hachscharah Grundsätze durchführen, die es ermöglichen, in Erez Israel geordnete Arbeit zu leisten. Man soll, ganz allgemein gesprochen, als Norm der Hachscharah vielleicht ein Jahr festsetzen. Es ist natürlich, daß bei den einzelnen Chawerim Unterschiede gemacht werden müssen. Gewisse Berufe brauchen eine längere Ausbildung. Für die reicht ein Jahr nicht aus. Bei einigen Chawerim kann man hier und da die Norm unterschreiten. Hierauf soll nachher noch näher eingegangen werden. Wir müssen eine Reihe von Gesichtspunkten berücksichtigen. Es ist klar, daß man einen Chawer, der 25 Jahre alt ist, anders beurteilen muß als einen Chäwer von 17 oder 18 Jahren, wenn er die richtige Einstellung hat. Im allgemeinen ist es ja auch so, daß man mit 25 Jahren zielbewußter ist als mit 18. Außerdem kann man auch nicht soviel Zeit für Hachscharah aufwenden, wie bei jüngeren Menschen. Daher kommt es, daß wir solche Chawerim früher nach Erez Israel schicken als Jüngere, für die eben mehr Ausbildungsmöglichkeiten vorhanden sind. Jüngere arbeiten sich besser in handwerkliche Berufe ein. Bei Aelteren ist dies viel schwieriger. Diese stellen sich leichter auf landwirtschaftliche Berufe um, nachdem sie sich nur kurze Zeit damit beschäftigt haben. Bei der Beurteilung im Rahmen der gesamten Arbeit, muß man versuchen, wenn man einzelne Fälle entscheidet, die Arbeit als Ganzes zu erfassen und die Beurteilung des Einzelnen in die Gesamtarbeit einzuordnen. Soviel über die Hachscharah-Gufanith.

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